RALLYE

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Frisch lackiert und frohen Mutes

Marcus Grönholm und sein frisch lackierter Ford Focus RS WRC 06 sind bereit für den Saisonauftakt. Der Finne möchte seinen Vorjahrssieg wiederholen.

Foto: Ford

Zurück zu den Wurzeln: Die Rallye-Saison 2007 startet am kommenden Wochenende für das Werksteam BP Ford traditionell mit einem Klassiker – der Rallye Monte Carlo.

Pünktlich zum 75. Jubiläum kehrt die Königsveranstaltung dieses Motorsport-Genres zu ihrem ursprünglichen Format und auf legendäre Sonderprüfungen (SP) zurück, die das letzte Mal vor zehn Jahren befahren wurden. So zog das Rallye-Zentrum von Monaco in die südfranzösische Seealpen-Metropole Valence um.

Zum Einzugsgebiet des WM-Auftakts gehören damit wieder die Regionen Ardèche und Haute-Loire sowie die Paß-Straßen rund um den Gebirgsstock Vercors. Die überwiegende Mehrheit der Rallye-Crews betritt damit für sich betrachtet Neuland – darunter auch Ford Focus RS WRC-Pilot Marcus Grönholm.

„Diese Strecken bin ich 1991 abgefahren, als ich selbst noch als Eisspion unterwegs war“, bekennt der sechsfache „Monte“-Teilnehmer und zweifache Weltmeister. „Aber davon ist mir rein gar nichts in Erinnerung geblieben…“

Die neue Routenführung stellt nicht die einzige Herausforderung dar, die in diesem Jahr auf die Weltelite des Rallye-Sports lauert. Neu ist auch die wieder ins Programm aufgenommene Donnerstags-Etappe, deren beide Prüfungen zur Freude der zahllosen Fans vor Ort wieder bei Dunkelheit ausgetragen werden und damit an die einst berüchtigte „Nacht der langen Messer“ erinnern.

„Das macht die Sache noch schwieriger“, so der 38-jährige Finne. Eine komplette Nachtetappe hat es in der Rallye-Weltmeisterschaft zuletzt vor zehn Jahren gegeben.

Für Teams und Teilnehmer bedeuten diese Änderungen aber auch: Die Chance, dass winterliches Mischwetter die Reifenwahl bei dem diesbezüglich ohnehin extrem anspruchsvollen Klassiker nochmals erschwert, steigt enorm.

„Bei der ,Monte‘ kannst du nirgendwo bedenkenlos attackieren, dafür lassen sich die Streckenverhältnisse nicht präzise genug vorhersagen“, erläutert Vorjahressieger Grönholm. Oft wechseln sich trockener Asphalt, pitschnasse Straßen, versteckte Eisplatten und Schnee in seinen unterschiedlichsten Darreichungsformen auf ein und dergleichen Sonderprüfung ab.

Der Reifenwahl kommt daher eine enorme Bedeutung zu, sie entscheidet nicht selten über Sieg und Niederlage – muss zum Teil aber mehr als drei Stunden vor Beginn der nächsten SP getroffen werden und besitzt dann oft für die nächsten drei Prüfungen Gültigkeit.

„Der Griff zu den richtigen Pneus ist enorm wichtig, auch wenn das Wetter in den Seealpen schnell umschlagen kann“, betont Grönholm. Neben den „Safety Crews“, die die Strecken kurz vor den Wettbewerbsfahrzeugen unter die Lupe nehmen dürfen, kommt es bei der „Monte“ auch auf präzise Wetterprognosen und Detailinformationen aus den einzelnen Regionen an.

„Wenn sich die Temperaturen dem Gefrierpunkt nähern, wird es besonders schwierig, sogenanntes ,Schwarzes Eis‘ zu entdecken“, so Ford-Pilot Mikko Hirvonen. „Auf die Einschätzungen unserer ,Safety Crew‘ sind wir dringend angewiesen.“

Grönholm möchte auch 2007 in die neue Saison starten, wie ihm dies bereits vor zwölf Monaten gelungen ist: mit einem Sieg. „Das ist natürlich mein Ziel, aber dafür werden wir nichts Unvernünftiges riskieren“, schränkt der Routinier ein.

„Im Hinblick auf die Meisterschaft kann es durchaus sinnvoll sein, sich gegebenenfalls mit einem zweiten oder dritten Platz zufrieden zu geben.“

Hirvonen will an sein Vorjahresergebnis anknüpfen und die „Monte“ erneut in den Punkten beenden. „Auch wenn ich diese Veranstaltung mag: Die Saison beginnt gleich mit der schwierigsten Rallye überhaupt“, erläutert das 26-jährige Nachwuchstalent.

„Alle Prüfungen sind komplett neu für mich. Einem besonders präzisen Aufschrieb kommt große Bedeutung zu, speziell für die beiden Nacht-Prüfungen. Auch von der richtigen Reifenwahl hängt vieles ab.“

Nach den beiden Auftaktprüfungen in den Vercors-Bergen östlich von Valence führt die Rallye Monte Carlo am Freitag in die Ardèche, wo zu Beginn der zweiten Etappe mit der SP „St. Pierreville – Antraigues“ gleich die mit 46,02 Kilometern längste SP der gesamten Veranstaltung auf die Teilnehmer wartet.

Am Samstag stehen unter anderem die Klassiker „Lalouvesc“ (19,67 km) und „St. Bonnet“ (25,93 km) in der Region Haute-Loire auf dem Programm. Nach einer 45-minütigen Service-Pause in Valence machen sich die Rallye-Cracks am Abend auf den Weg nach Monaco, wo der Saisonauftakt am Sonntagmorgen mit einem nur noch 2,8 Kilometer langen Zuschauer-Rundkurs im Hafen des Fürstentums zu Ende geht.

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