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WRC: Argentinien-Rallye

"Albtraum": Citroen leckt seine Wunden

Innerhalb von wenigen Minuten erleiden am Freitag bei der Argentinien-Rallye beide Citroen-Piloten an der gleichen Stelle Schiffbruch.

Die 23,85 Kilometer lange Sonderprüfung "Santa Rosa - San Augustin" der Argentinien-Rallye wird wohl niemand im Team von Citroen so schnell vergessen. Innerhalb weniger Minuten wurde dort aus einem schwachen Saisonstart ein katastrophaler, oder wie Kris Meeke es ausdrückt: "Die vierte Sonderprüfung wurde für das Team zu einem Albtraum, denn beide Autos sind an der gleichen Stelle ausgeschieden."

Eine Bodenwelle in einer Linkskurve wurde sowohl Meeke als auch Teamkollege Craig Breen zum Verhängnis. Und nach nur vier von 18 Sonderprüfungen stand fest, dass die erfolgsverwöhnte Citroen-Mannschaft die Argentinien-Rallye mit ziemlich leeren Händen verlassen wird. Vor der Saison waren Meeke und Citroen noch heiße Titelkandidaten, nun drohen sie in beiden Meisterschaften schon vor der Saisonhalbzeit den Anschluss zu verlieren.

Meekes Abflug zeigte Parallelen zu dem bei der Schlussetappe der Mexiko-Rallye. Doch während er dort doch noch den Sieg ins Ziel rettete, war sein Glück am Freitag in Argentinien aufgebraucht. "Ich wurde von der Bodenwelle völlig überrascht. Sie hat das Auto in die Luft katapultiert, vor der nächsten Kurve habe ich es nicht mehr unter Kontrolle bekommen und mich dann überschlagen", schildert Meeke seinen Abflug.

"Es war kein schlimmer Unfall, der allerdings viel Schaden am Auto angerichtet hat", so Meeke weiter. Mit rundherum demolierten Auto erreichte er zwar noch das Ziel der vierten Sonderprüfung, musste den C3 WRC dann aber abstellen. Meeke hatte Glück, dass der Überrollkäfig bei dem Überschlag nicht beschädigt wurde, und so gelang es den Citroen-Mechanikern innerhalb von drei Stunden das Wrack wieder ein funktionsfähiges World-Rallye-Car zu verwandeln.



Wenige Minuten vor dem Überschlag von Meeke war Brenn von der selben Senke in der schnellen Linkskurve auf dem falschen Fuß erwischt worden, wenn auch nicht mit weniger dramatischen Folgen. "Der Unterboden ist hart auf der Straße aufgeschlagen, wobei das Getriebe kaputt ging. Wir haben versucht, den Service zu erreichen, aber wegen des Ölverlusts mussten wir aufgeben."

Auch Breen kann nach einer Reparatur am Samstag unter Rallye2-Reglement wieder ins Geschehen eingreifen. Aufgrund von der Strafzeiten für fünf verpasste Sonderprüfungen haben die beiden Citroen-Piloten in der Gesamtwertung aber schon mehr als 40 Minuten Rückstand auf die Spitze. Wegen der geringen Teilnehmerzahl bei der Argentinien-Rallye ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass einer von ihnen noch in die Punkteränge kommt, doch die Ausbeute in Argentinien wird mehr als überschaubar sein.

Und so hat Teamchef Yves Matton einige Mühe, Zuversicht zu verbreiten. "Es fällt schwer, nach einem solchen Tag etwas Positives zu finden. Dass beide Autos ausfallen, ist sehr frustrierend, vor allem bei einer Rallye, bei der Citroen in der Vergangenheit immer gut war", sagt der Belgier. Durch den Totalausfall am Freitag steht so gut wie fest, dass Citroen in der Herstellerwertung auf dem letzten Platz bleibt und der Rückstand zur Spitze weiter anwächst. Auch in der Fahrerwertung wird Meeke fast schon aussichtslos zurückfallen

Matton verteidigte dennoch den aggressiven Ansatz seiner Fahrer. "Wir wollen jede Rallye gewinnen. Deshalb müssen wir etwas riskieren, und das kann mit einer Enttäuschung enden. Wir müssen nun versuchen zu verstehen, warum beide Autos an der selben Stelle das mehr oder wenige gleiche Schicksal erlitten haben."

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