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WRC: Argentinien-Rallye

SP8: Furiose Vorstellung von Elfyn Evans

Elfyn Evans drückt dem ersten Tag der Argentinien-Rallye seinen Stempel auf und liegt nach sechs SP-Bestzeiten klar in Führung - Debakel für Citroen.

Fotos: RedBullContentPool, Photo4

Elfyn Evans (Ford) war am Freitag bei der Argentinien-Rallye, fünfter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2017, der Mann des Tages. Der Waliser gewann sechs von sieben Sonderprüfungen und liegt vor der abschließenden Zuschauerprüfung deutlich in Führung. Mads Östberg (Ford) ist als Zweiter schon 52,8 Sekunden zurück, Thierry Neuville (Hyundai) hat als Dritter schon mehr als eine Minute Rückstand. Citroen, Hyundai und auch Toyota mussten am Freitag zahlreiche Rückschläge einstecken.

Evans spielte bei warmen Temperaturen von an die 30 Grad Celsius auf den schwierigen Schotterprüfungen den Vorteil seiner etwas härteren Dmack-Reifen gegenüber der Michelin-bereiften Konkurrenz aus und bestimmte von Anfang an das Tempo. Erst gegen Ende des Tages erwuchs ihm mit Hayden Paddon (Hyundai) ein ernsthafter Rivale. Mit zwei Bestzeiten meldete sich der nach einem Unfall am Vormittag weit zurückliegende Neuseeländer zurück.

Das konnte Evans aber reichlich egal sein, denn seine Führung baute er bei jeder einzelnen Sonderprüfung am Freitag aus. "Es läuft gut, wir haben versucht sauber zu fahren", sagt Evans. "Der Grip war nicht immer konstant, an einigen Stellen war es sehr rutschig. Ingesamt ist aber alles gut." Eine starke Vorstellung zeigt auch Privatier Östberg, der am Nachmittag über Bremsprobleme klagte, dennoch aber Rang zwei behauptete.

Totalausfall von Citroen

Citroen erlebte am Freitag in Argentinien ein Debakel. Schon vor der Mittagspause war der Tag für Kris Meeke und Craig Breen gelaufen. Meeke war bei der vierten SP abgeflogen und hatte seinen C3 WRC schwer demoliert. "Ich bin völlig überrascht worden, eine Bodenwelle hat das Auto ausgehebelt", sagt der Brite. Eine Weiterfahrt in Richtung Servicepark war mit dem beschädigten Boliden nicht mehr möglich.

Fast zeitgleich musste auch Breen sein Auto mit einem Getriebedefekt abstellen. "Nach einer gewaltigen Bodenwelle ist das Getriebe im fünften Gang steckengeblieben", berichtet der Ire. Zwar wollen beide Citroen-Piloten am Samstag unter Rallye2-Reglement in den Wettbewerb zurückkehren, doch mehr als Punkte aus der Powerstage werden nicht möglich sein. Citroen verliert damit in der Weltmeisterschaft zunehmend den Anschluss an die Konkurrenz. WM-Titel scheinen für die als Favoriten gehandelten Franzosen kaum mehr möglich.

Auch Hyundai wurde am Freitagvormittag ordentlich gebeutelt. Paddon hatte seinen i20 WRC schon bei der ersten SP des Tages bei langsamem Tempo abgerollt. Der Neuseeländer konnte seine Fahrt zwar fortsetzen, hat aber schon mehr als drei Minuten auf die Spitze verloren. Noch schlimmer erging es seinem Teamkollegen Dani Sordo, der bei der dritten SP mehr als elf Minuten verloren hatte. "Wir haben einen Stein getroffen, wobei eine Spurstange gebrochen ist. Wir mussten anhalten und sie wechseln", berichtet der Spanier.

Probleme für Weltmeister Sebastien Ogier

Auch Neuville kam nicht problemlos durch den Tag. Bei der Vormittagsschleife war ein Stoßdämpfer an seinem i20 WRC kaputtgegangen, woraufhin der Belgier Zeit verlor. Nachdem sein Auto in der Mittagspause repariert wurde, stabilisierte Neuville am Nachmittag seine Leistungen und verbesserte sich auf Rang drei der Gesamtwertung, liegt allerdings schon 1:02,6 Minuten hinter Spitzenreiter Evans zurück.

Weltmeister Sebastien Ogier ist nach einem schwierigen Freitag aktuell Gesamtvierter. Er hatte nicht nur den Nachteil, die Prüfungen zu eröffnen, sondern geriet auch mehrmals in kleinere Probleme. Bei der zweiten SP rutschte er in einer langsamen Kurve aufgrund eines fehlerhaften Aufschriebs von der Strecke, und auch bei der achten SP lief es nicht rund. "Nach einem Sprung lag ein Stein auf der Straße, dem ich nicht ausweichen konnte. Anschließend war die Lenkung verbogen", berichtet Ogier.

Probleme gab es auch bei Toyota. Jari-Matti Latvala war am Vormittag auf Rang zwei gefahren, doch dann warf ihn bei der sechsten SP zunächst ein überhitzender Motor zurück. Bei der achten SP fing sich der Finne dann einen Reifenschaden ein, durch den er fast 40 Sekunden verlor und in der Gesamtwertung auf Rang sechs zurückfiel. Teamkollege Juho Hänninen wurde am Vormittag durch Leistungsverlust eingebremst.

Pontus Tidemand in der WRC2 meilenweit voraus

In der in Argentinien dünn besetzten WRC2-Klasse liegt Skoda-Werksfahrer Pontus Tidemand klar auf Siegkurs. Der Schwede hat bereits mehr als vier Minuten Vorsprung auf Pedro Heller (Ford), Rang drei in der "zweiten Liga" belegt aktuell mit Routinier Juan Carlos Alonso (Skoda) ein Lokalmatador aus Argentinien.

Zum Abschluss des Freitags wird kurz nach Mitternacht MESZ noch einmal die 6,04 Kilometer lange Zuschauerprüfung "Fernet Branca" gefahren. Am Samstag stehen dann bei der Argentinien-Rallye sechs Sonderprüfungen mit einer Gesamtlänge von 160 Kilometern auf dem Programm.

Zwischenstand Argentinien-Rallye nach SP 8 von 18 (Top 10):

01. Elfyn Evans (Ford) - 1:20:04.1 Stunden
02. Mads Östberg (Ford) +52,8 Sekunden
03. Thierry Neuville (Hyundai) +1:02,6 Minuten
04. Sebastien Ogier (Ford) +1:07,2
05. Ott Tänak (Ford) +1:09,1
06. Jari-Matti Latvala (Toyota) +1:31,5
07. Hayden Paddon (Hyundai) +3:37,4
08. Lorenzo Bertelli (Ford) +4:01,9
09. Juho Hänninen (Toyota) +4:40,3
10. Pontus Tidemand (Skoda) +6:21,3

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