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Rallye-WM 2008: Monte Carlo

Loeb fährt dem Sieg entgegen

Nachdem Dani Sordo mit gebrochenem Differenzial in Rückstand geriet, konnte Sébastien Loeb seinen Vorsprung auf 56,6 s ausbauen, Hirvonen weiterhin Dritter.

Michael Noir Trawniczek

"Das Gefühl ist jetzt wieder besser. Ich bin wirklich zufrieden, da gibt es gar nichts zu sagen. Ich versuche einfach zu puschen. Was die morgigen Prüfungen anbelangt, so bin ich unbesorgt" - Sébastien Loeb kann leicht zufrieden sein. Am Freitagnachmittag konnte der Weltmeister sämtliche Bestzeiten in den Asphalt brennen. Der Citroen-Werkspilot konnte somit seine Führung bei der Rallye Monte Carlo entsprechend ausbauen - Teamkollege Daniel Sordo liegt nun bereits 56,6 Sekunden zurück.

Sordo konnte seine Angriffe auf Loeb am Nachmittag nicht mehr fortsetzen - der spanische Ex-Juniorenweltmeister berichtete dem WRC-Radio: "Es ist gleich nach dem Mittagsservice passiert. Ich weiß nicht, was los war, da ist scheinbar das Differenzial gebrochen - ich hatte den ganzen Nachmittag über nur einen Zweiradantrieb zur Verfügung."

So konnte sich Ford-Werkspilot Mikko Hirvonen näher an Sordo heranpirschen - der 27-jährige Finne fuhr am Nachmittag einmal die dritt- und zweimal die zweitschnellste SP-Zeit und liegt nur noch 26,2 Sekunden hinter Sordo auf Rang drei der Gesamtwertung. Völlig zufrieden war Hirvonen dennoch nicht: "Ich bin am Vormittag ein bisschen in Rückstand geraten - aber ich werde morgen wieder mein Bestes geben."

Einsames Trio an der Front - Atkinson abgeschlagen

Von hinten droht Hirvonen keine Gefahr - Chris Atkinson liegt im schnelleren der beiden Werks-Subaru als Vierter etwas mehr als eine Minute hinter dem Ford-Piloten zurück. Atkinson konnte am Ende des Tages den immer näher aufrückenden Francois Duval wieder auf 14 Sekunden distanzieren.

Zuvor konnte der Belgier auf der ersten Prüfung nach dem Mittagsservice mit der zweitschnellsten Zeit glänzen. Doch auch Duval ist nicht wirklich glücklich: "Heute war es wirklich schwierig, ich bin mit meinem Schrieb nicht wirklich zufrieden - daher wollte ich nicht zu viel riskieren."

Problematisch war auch der Nachmittag von Petter Solberg - der Subaru-Pilot erzählte im Zielraum der letzten Prüfung des Tages: "Es gab Probleme mit dem Motor, dann auch mit dem Startsystem." Solberg liegt 27 Sekunden hinter Duval auf Rang sechs.

Mehr als zwei Minuten hinter Solberg belegt Gigi Galli Rang sieben - der Stobart Ford-Pilot berichtete von einer unbequemen Fahrt: "Ich musste die gesamte Prüfung und auch die letzten vier Kilometer der Prüfung davor ohne Servolenkung fahren."

Cuoq weiter auf Rang acht

Nur noch 6,8 Sekunden hinter Galli belegt der französische Privatier Jean Marie Cuoq in seinem betagten Peugeot 307 WRC den achten Gesamtrang. Cuoq zog trotz Punkterang eine im Grunde resignierende Bilanz: "Die letzte Prüfung war okay, nicht perfekt, aber okay. Für mich ist es eigentlich nicht möglich, noch schneller zu fahren. Ich habe ein sehr gutes Auto - aber zwei Jahre ohne Weiterentwicklung machen sich dann doch bemerkbar."

Von hinten droht Cuoq langsam aber sicher Ungemach - Jari Matti Latvala, der am Donnerstagabend bei einem Reifenschaden rund vier Minuten verloren hatte, drängt nach vorne und liegt derzeit 1:27.9 Minuten hinter dem Monte Carlo-Stammgast. Latvala möchte möglichst viele Punkte für die Marken-WM einfahren und weiter vorstürmen. "Ja, die WM-Punkte sind sehr wichtig", bestätigte Latvala. Während er am Nachmittag mehr Selbstvertrauen fand, kehrten am Ende des Tages wieder die Selbstzweifel zurück: "Zunächst war ich schon recht zufrieden, doch dann war ich mit meinem Fahrstil abermals nicht wirklich glücklich - das ist ziemlich schwierig, da muss ich noch daran arbeiten." Latvala fährt zum ersten Mal in einem Werksteam - und scheint zurzeit sich selbst den größten Druck aufzuerlegen...

Nur 2,9 Sekunden hinter dem neuen Ford-Werkspiloten rangiert dessen früherer Stobart-Stallkollege Henning Solberg auf dem zehnten Gesamtrang. Solberg, der mit Manfred Stohl und Ilka Minor auf prominente und vor allem erfahrene Asphaltspione zählen darf, wurde auf der letzten Prüfung überrascht: "Da gab es eine Stelle, wo es plötzlich derart rutschig war..."

Suzuki außerhalb der Top 10

Auf Rang zwölf liegt Per-Gunnar Andersson im neuen Suzuki SX4 WRC - Stallkollege Toni Gardemeister ist nach weiteren technischen Problemen an seinem SX4 auf Rang 14 abgerutscht. Gardemeister erklärte: "Ich kann nicht mehr tun als zu versuchen, das Service zu erreichen und zu hoffen, dass man dort das Problem beheben kann."

Am Samstagmorgen, um 7.31 Uhr, wird die zweite Etappe der Monte Carlo-Rallye mit der neunten Wertungsprüfung, der 19,37 Kilometer langen SP "Labatie d' Andaure - Lalouvesc" eingeläutet.



Stand nach der 1. Etappe

 1.  Loeb        Citroen    1:36:44.9
 2.  Sordo       Citroen    +    56.6
 3.  Hirvonen    Ford       +  1:22.8
 4.  Atkinson    Subaru     +  2:28.6
 5.  Duval       Ford       +  2:42.6
 6.  Solberg     Subaru     +  3:09.6
 7.  Galli       Ford       +  5:21.1
 8.  Cuoq        Peugeot    +  5:27.9
 9.  Latvala     Ford       +  6:55.8
10.  Solberg     Ford       +  6:58.7

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