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Rallye-WM: Frankreich

Völlig verrückter Freitagvormittag

Verrückter Freitagvormittag: Loeb out, beide Ford-Piloten neben der Strecke. Nach SP 4 führt Ogier vor Petter Solberg und Sordo. Solberg/Minor auf Platz elf. SWRC: Reifenschaden bei Hänninen.

Michael Noir Trawniczek

Völlig verrückter Freitagvormittag in Straßburg: Zunächst die erwartete Citroen-Dominanz auf den ersten beiden Sonderprüfungen der Frankreich-Rallye, auf der mit 36 Kilometern längsten Prüfung der Rallye jedoch überschlagen sich die Ereignisse…

Schon vor dem Start der SP 3 „Pays d‘Ormont“, auf der Verbindungsstrecke landet der frühere Formel 1-Weltmeister Kimi Räikkönen in einem Graben, als er seine Reifen aufwärmen wollte – zuvor kracht Räikkönen gegen das Heck von Henning Solberg.

Der Norweger berichtet später amüsiert im Mittagsservice: „Ich glaube, er wollte mich überholen, da ist er gegen meinen Reifen gekracht und dann ist er im Straßengraben verschwunden.“

Auf der Prüfung stoppt Sebastien Loeb nach 26 Kilometern. Er berichtet: "Der Motor ging kaputt. Wir hatten einen Öldruckalarm, wir haben über Funk gefragt, was wir tun können. Wir haben den Boost abgeschalten, doch dann fühlte sich der Motor an, als ob er keine Power mehr hätte, dann gab er seltsame Geräusche von sich. Wenn es ein Motorschaden ist, dann gibt es für uns keine Fortsetzung unter 'Superally'".

Loeb befürchtet, dass es sich um einen irreparablen Motorschaden handelt: "Ich weiß zwar nicht genau, wie groß der Schaden ist und wir hoffen natürlich, dass es sich nur um einen Sensor handelt, aber ich habe so ein Gefühl, dass wir morgen nicht am Start sein werden."

Loeb führt in der Weltmeisterschaft derzeit nur noch 15 Punkte vor Hirvonen, er würde jeden Zähler benötigen...

Die beiden Ford-Werkspiloten Mikko Hirvonen und Jari Matti Latvala rutschen von der Strecke und verlieren jeweils rund eine Minute (siehe auch den Bericht „Nach SP 3“)

Auf der letzten Prüfung vor dem Mittagsservice, der 13 Kilometer langen SP 4 „Salm“ brennt Latvala die Bestzeit in den Asphalt, Mini-Werkspilot Dani Sordo überzeugt mit der zweitschnellsten Zeit, dahinter Citroen-Privatier Petter Solberg. Ogier und Kris Meeke im zweiten Werks-Mini.

Vor dem Mittagsservice führt Ogier exakt fünf Sekunden vor Petter Solberg. Der Franzose erklärte im Mittagsservice: „Ich habe nicht zu viel riskiert – ich muss noch das Setup ein wenig ändern, aber sonst ist es nicht schlecht gelaufen für mich. Für Sebastien [Loeb, d. Red.]wäre es wichtig, wenn er morgen wieder weiterfahren kann, wir brauchen die Punkte.“ Noch ist unklar, ob Loeb am Samstag unter „Superally“ die Fahrt fortsetzen kann.

Petter Solberg zieht nach dem Freitagvormittag eine positive Bilanz: „Es ist gut gelaufen an diesem Vormittag, ich fühle mich wohl im Auto. Wir werden natürlich attackieren, ich möchte gewinnen – aber es ist noch eine lange Rallye, es ist erst der erste Tag. Es tut mir natürlich auch leid für Sebastien.“

Das Mini-Werksteam konnte wie schon in Deutschland aufzeigen: Dani Sordo fehlen auf Rang drei liegend nur 6,5 Sekunden auf den führenden Ogier, Kris Meeke belegt mit 28 Sekunden Rückstand Platz vier.

Mit 53 Sekunden Rückstand liegt Stobart Ford-Pilot Mads Östberg auf Rang fünf, dahinter die beiden Ford-Piloten Hirvonen und Latvala mit 1:00 respektive 1:19 Minuten Rückstand.

Hirvonen erklärte: „Ich hatte keinen wirklich guten Rhythmus an diesem Vormittag, dann sind wir auch noch von der Strecke gerutscht, danach war die Lenkung ein wenig beleidigt.“

Henning Solberg und Ilka Minor belegen mit etwas mehr als zwei Minuten Rückstand Platz elf.

In der SWRC wird Red Bull Skoda-Pilot Juho Hänninen auf der "verhexten" drittenn Prüfung von einem Reifenschaden heimgesucht, was ihn rund zwei Minuten kostet.

Geknickt erklärt Hänninen im Mittagsservice: „Der Reifenschaden hat mich viel Zeit gekostet. Es ist noch ein langer Weg bis ins Ziel, aber wir sind jetzt davon abhängig, wie es den anderen Piloten ergeht, das ist natürlich frustrierend.“

In Führung liegt Ott Tänak, mit einem Vorsprung von 59,2 Sekunden auf Eyvind Brynildsen sowie 1:19 Minuten vor Martin Prokop. Mit 1:42 Minuten Rückstand belegt Julien Maurin Platz vier, dahinter Bernardo Sousa auf Platz fünf.

Red Bull Skoda belegt mit Hermann Gassner junior (2:11 Minuten Rückstand) und Pechvogel Hänninen (+2:12 Minuten) derzeit nur die Plätze sechs und sieben.

Am Nachmittag werden die vier Prüfungen ein zweites Mal gefahren.

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