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Rallye-WM: Mexiko

Loeb setzt sich an die Spitze

Als „Staubsauger“ verliert Ogier die Führung an Loeb, Hirvonen ein enttäuschter Gesamt-Dritter. Henning Solberg & Ilka Minor auf Rang fünf. Hänninen Dritter der SWRC.

Michael Noir Trawniczek

Einer Bestrafung durch die Rennkommissäre war Sébastien Ogier entkommen – denn diese zeigten sich am Freitagabend angesichts seines Missgeschicks im Mittagsservice, als er versehentlich anstatt in das Regrouping in den Servicepark abbog, von ihrer menschlichen Seite. Zumal Ogier den Fehler umgehend korrigierte und sich daraus auch keinerlei Wettbewerbsvorteil ergeben hatte…

Nicht erspart blieb Ogier jedoch die Rolle des „Straßenfegers“, die er als Rallye-Leader am Samstagvormittag auf den staubigen Schotterprüfungen auszuüben hatte.

SP 11: „Staubsauger“ Ogier verliert die Führung

Auf der 29,9 Kilometer langen SP 11 „Ibarrilla“ war der Citroen-Werkspilot seine Führung auch schon los…

Teamkollege und Namensvetter Loeb markierte die Bestzeit vor Citroen-Privatier Petter Solberg, Ogier verlor als Drittschnellster 4,7 Sekunden auf Loeb und lag im Gesamtklassement somit 2,7 Sekunden hinter dem siebenfachen Weltmeister auf Rang zwei.

Ogier zeigte sich dennoch zufrieden, denn: „Es war sehr rutschig – und die gute Nachricht ist, dass ich eigentlich recht wenig Zeit eingebüßt habe.“ Loeb gab seinem Stallkollegen Recht: „Obwohl er als Erster starten muss, ist Séb sehr schnell unterwegs.“

Enttäuscht zeigte sich hingegen Ford-Werkspilot Mikko Hirvonen. Denn obwohl er als drittes Fahrzeug gestartet war, konnte er daraus keinen Vorteil erzielen und nur die viertschnellste Zeit markieren. „Ich wurde in den Kurven rausgetragen - ich weiß nicht, was hier falsch läuft.“

Gehemmt gab sich Ewgeni Nowikow – er kommentierte seine achtschnellste Zeit mit den Worten: „Für mich war das die bislang schwierigste Prüfung – ich will mir keinen Reifenschaden oder sonstige Probleme einfangen, daher gehe ich es langsam an.“

Schlecht begann der Samstag für das norwegisch-österreichische Stobart Ford-Duo Henning Solberg und Ilka Minor: Ein Leck in der Servolenkung hatte zur Folge, dass die beiden beinahe eine volle Minute auf den Bestzeithalter verloren – immerhin jedoch konnten sie den sechsten Rang im Gesamtklassement halten.

Noch schlechter erging es Dennis Kuipers, der Ford-Pilot überschlug sich – Fahrer und Beifahrer blieben glücklicherweise unverletzt.

Aufgeben musste auch Matthew Wilson: 500 Meter nach dem Start der SP musste er seinen Stobart Ford wegen eines mechanischen Defekts abstellen.

Weil auch Ott Tänak einen erheblichen Zeitverlust auf der schwierigen Prüfung zu verzeichnen hatte, rutschte Red Bull Skoda-Pilot Juho Hänninen hinter Nasser Al-Attiyah und Martin Prokop auf Platz drei der SWRC vor – der Finne durfte sich zudem über die Bestzeit in der SWRC und die zehntschnellste Zeit gesamt freuen.

SP 12: Bestzeit für Petter Solberg

Auf der 23,2 Kilometer langen SP 12 „Duarte“ brannte Petter Solberg die Bestzeit in den Schotter. Loeb belegte mit 4,4 Sekunden Rückstand Platz zwei, Hirvonen mit 16,9 Sekunden Rückstand Platz drei. Ogier verlor auf dieser Prüfung gar 19,8 Sekunden. Die SWRC-Bestzeit markierte diesmal Leader Al-Attiyah.

SP 13: Nowikow unbelohnt

Auf der 23,2 Kilometer langen SP 13 „Derramadero“ war abermals Petter Solberg der schnellste Mann. Wieder belegte Loeb den zweiten Platz, dahinter Latvala und Ogier.

Latvala klagte im Zielraum der SP 13 trotz seiner drittschnellsten Zeit über Probleme beim Gangwechsel.

Drama um Ewgeni Nowikow. Seine zurückhaltende, bedachte und auf eine Zielankunft ausgerichtete Fahrweise wurde offenbar nicht belohnt – der junge Russe konnte die Prüfung wegen eines Öllecks am Ford Fiesta RS WRC des Stobart-Teams nicht starten.

Seine Teamkollegen Henning Solberg und Ilka Minor rutschten so auf Rang fünf vor – obwohl sie auf den ersten beiden Prüfungen von ihrem Servolenkungsproblem behindert wurden.

Einen Dreher fabrizierte Monster Ford-Pilot Ken Block. „Ich habe zu hart gepuscht“, gab der Amerikaner zu Protokoll, nachdem ihn Zuschauer wieder auf die Straße zurückgeschoben haben und er die Fahrt fortsetzen konnte.

SP 14: Loeb mit Bestzeit

Auf der 1,3 Kilometer kurzen, asphaltierten Zuschauerprüfung in der Stadt Leon markierte Sébastien Loeb die schnellste Zeit.

Vor der Mittagspause führt Loeb nun mit 19,7 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Ogier.

Mikko Hirvonen konnte von seiner Startposition nicht profitieren und belegt mit 1:43 Minuten Rückstand einen einsamen dritten Platz. Denn sein Teamkollege Latvala auf Rang vier liegt bereits 3:20 Minuten zurück.

Ebenso einsam und aber auch ungefährdet ist der gute fünfte Platz von Henning Solberg und Ilka Minor: Rund 2,5 Minuten fehlen auf Latvala, Bruder Petter Solberg liegt als Sechster 1:39 Minuten hinter dem Stobart-Duo.

Deren Teamkollege Mads Östberg liegt als Siebenter nur 13,4 Sekunden hinter Petter Solberg zurück.

Auf Platz acht liegt der Führende der SWRC, Ford Fiesta S2000-Pilot Nasser Al-Attiyah. Rund 50 Sekunden hinter ihm belegt Markenkollege Martin Prokop Platz zwei der SWRC respektive den neunten Gesamtrang.

Red Bull Skoda-Pilot Juho Hänninen fehlt auf Gesamtrang zehn beziehungsweise Rang drei der SWRC nur noch weniger als eine Minute auf Prokop.

Am Nachmittag werden die drei echten Sonderprüfungen vom Vormittag ein zweites Mal absolviert. Den Abschluss des Samstags bilden die beiden Superspecial-Prüfungen, die um 19.43 Uhr Ortszeit (Sonntag 2.43 Uhr MEZ) gestartet werden.



Nach SP 14

 1.  Sébastien Loeb      Citroen          2:19:13.8
 2.  Sébastien Ogier     Citroen             + 19.7
 3.  Mikko Hirvonen      Ford              + 1:43.1
 4.  Jari Matti Latvala  Ford              + 3:20.4
 5.  H.Solberg/I.Minor   Stobart Ford      + 5:47.2
 6.  Petter Solberg      PSWRT Citroen     + 7:26.8
 7.  Mads Östberg        Stobart Ford      + 7:40.2
 8.  Nasser Al-Attiyah   Ford S2000        + 8:21.8
 9.  Martin Prokop       Ford S2000        + 9:11.3
10.  Juho Hänninen       Skoda S2000      + 10:16.9

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