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Dramatischer Freitagnachmittag

Ogier führt knapp vor Loeb. Petter Solberg fällt zurück, Hirvonen neuer Dritter. Henning Solberg und Ilka Minor auf P6. Keine Zeitstrafe für Ogier.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: www.rallyofmexico.com/Enrique Gijón

Gleich auf der ersten Sonderprüfung nach der Mittagspause eroberte Sébastien Ogier die Führung zurück – doch sein Teamkollege Sébastien Loeb ließ den Namensvetter auch nicht davonziehen.

Durchaus möglich, dass Loeb gar nicht wirklich die Führung inne haben wollte, zumal der Führende am Samstag als „Straßenfeger“ die Strecke vom losen Schotter befreien muss.

Ogier jedenfalls zog eine solche Taktik nicht in Betracht. Der Franzose erklärte: „Ich bleibe dabei, schnell zu fahren – ich habe auch keine andere Wahl.“

Loeb konnte auf der letzten echten Sonderprüfung des ersten Tages noch den Rückstand auf 1,6 Sekunden reduzieren. Der siebenfache Weltmeister gab zu Protokoll: „Ich habe versucht, es so ruhig wie möglich anzugehen. Es war ein perfekter Tag für mich. Bis zum Ziel haben wir noch einen weiten Weg vor uns – und Séb ist sehr, sehr schnell. Wir mussten immer bis ans Limit gehen, um mit ihm mithalten zu können. Wir haben noch eine sehr lange Rallye vor uns.“

Allerdings könnte Ogier seine Führung noch verlieren: Er fuhr zu Mittag unabsichtlich direkt ins Mittagsservice, vergaß offenbar auf das Regrouping. Obwohl er den Fehler sofort korrigierte und wieder zurück ins Regrouping fuhr, könnten ihn den Rennkommissäre bestrafen: Das mögliche Strafmaß reicht bis hin zum Ausschluss aus der Rallye.

Dramatisch verlief der Nachmittag auch für Petter Solberg. Auf der SP 6 „Alfaro“ verlor er wegen Elektrikproblemen mehr als sieben Minuten und liegt nun nur noch auf dem 13. Gesamtrang.

So konnte Ford-Werkspilot Mikko Hirvonen auf Platz drei vorrücken, der Finne liegt bereits 1:19 Minuten hinter Ogier zurück. Am Samstag jedoch muss er nicht mehr als erstes Fahrzeug auf die Prüfungen fahren und könnte somit wieder Zeit gutmachen.

Auch der Brite Matthew Wilson durchlebte an diesem Freitagnachmittag eine Achterbahn der Gefühle: Zunächst lag er auf dem tollen vierten Platz, womit er sein bisher bestes Resultat wiederholen hätte können. Doch auf der SP 7 „Ortega“ verlor er wegen eines mechanischen Problems mehr als fünf Minuten.

Mit beinahe drei Minuten Rückstand übernahm somit Jari Matti Latvala im zweiten Werks-Ford den vierten Platz – dicht hinter ihm liegen die Stobart Ford-Teams Ewgeni Nowikow sowie Henning Solberg und seine Co-Pilotin Ilka Minor auf den Plätzen fünf und sechs.

Mit 4:55 Minuten Rückstand belegt Ferm Ford-Pilot Dennis Kuipers Rang sieben.

Auf Rang acht liegt bereits der Führende der SWRC, Nasser Al-Attiyah im Ford Fiesta S2000. Direkt hinter ihm seine Verfolger und Markenkollegen Ott Tänak und Martin Prokop.

Stobart Ford-Pilot Mads Östberg, am Vormittag wegen eines Reifenschadens zurückgefallen, fehlen nur mehr rund 23 Sekunden, um wieder in die Top 10 zurückzukehren.

Red Bull Skoda-Pilot Juho Hänninen liegt zwei Minuten hinter dem SWRC-Führenden auf Gesamtrang zwölf.

Update: Ogier darf sich glücklich schätzen, dass er für sein Missgeschick keine Zeitstrafe erhielt. Nachdem Loeb die erste der beiden Superspecial-Prüfungen in Leon gewonnen hat, angelte sich Ogier die zweite Bestzeit auf der kurzen Asphaltprüfung. An der Reihung hat sich nichts verändert.

Am Samstag wird die Rallye um 8.45 Uhr Ortstzeit (15.45 Uhr MEZ) fortgesetzt.



Nach Tag 1 (SP 10)

 1.  Sébastien Ogier     Citroen       1:27:22.3
 2.  Sébastien Loeb      Citroen           + 2.3
 3.  Mikko Hirvonen      Ford           + 1:22.2
 4.  Jari Matti Latvala  Ford           + 2:53.6
 5.  Ewgeni Nowikow      Stobart Ford   + 3:04.0
 6.  H.Solberg/I.Minor   Stobart Ford   + 3:16.5
 7.  Dennis Kuipers      Ferm Ford      + 5:06.8
 8.  Nasser Al-Attiyah   Ford S2000     + 5:12.2
 9.  Ott Tanak           Ford S2000     + 5:42.2
10.  Martin Prokop       Ford S2000     + 6:07.8
...
12.  Juho Hänninen       Skoda S2000    + 7:23.4

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