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WRC: Schweden-Rallye 2013

Erster WRC-Sieg bei der zweiten Rallye

Sebastien Ogier und Volkswagen feiern einen klaren Sieg in Schweden, auf der Powerstage holt Ogier drei Zusatzpunkte. Novikov/Minor auf P9.

Michael Noir Trawniczek

„Ich hatte während der gesamten Rallye ein erstaunliches Gefühl, ein wirklich erstaunliches Gefühl“, betonte Sebastien Ogier am Ende der Schweden-Rallye, nachdem er seinem Volkswagen-Werksteam gleich bei der zweiten WM-Rallye den ersten Sieg schenken konnte. Und was für einen! Ogier dominierte bei der selektiven Schweden-Rallye im Grunde nach Belieben – immer dann, wenn es schnell zu sein galt, war der Franzose auch schnell.

So auch auf der letzten Sonderprüfung, die als Powerstage abgehalten und deshalb mit zusätzlichen WM-Punkten belohnt wurde. Ogier markierte auf der 19,26 Kilometer langen Sonderprüfung eine weitere SP-Bestzeit, was ihm neben den 25 Punkten für den Sieg zusätzliche drei Zähler einbrachte, sodass Ogier mit der maximalen Punkteausbeute mehr als nur zufrieden sein kann…

Am Ende konnte er seinen früheren Teamkollegen bei Citroen, Sebastien Loeb satte 41,6 Sekunden hinter sich halten – auch wenn Ogier seinem früheren Erzfeind innerhalb des französischen Konzerns Rosen streute: „Wir mussten die ganze Zeit pushen! Sebastien Loeb ist wirklich schnell gefahren. Wir haben in unserem Team einiges ausprobiert und auch erwartet – doch wir haben nicht erwartet, dass wir gleich bei der zweiten WM-Rallye mit dem VW Polo R WRC den ersten Sieg feiern können.“

Ogier übernimmt somit auch die WM-Führung - die WM-Tabelle verrät auf den zweiten Blick: Weil jener Mann, der als einziger mit Ogier mithalten konnte, nur noch zwei Rallyes bestreiten wird, gibt es eigentlich nur eines: Ogier und einen abgeschlagenen "Rest der Welt"...

Für Sebastien Loeb blieb in Schweden nur der zweite Platz - der Citroen-Werkspilot, der heuer nur noch zwei weitere Rallyes bestreiten wird, erklärte: „Wir haben schon im Qualifying viel Zeit verloren und wir haben danach mit einer schlechten Startposition dafür bezahlt. Es sind auch ein paar Fehler passiert, doch dann hatten wir immerhin eine gute Pace. Doch diese war letztendlich nicht gut genug, um damit Ogier schlagen zu können.“

Immer noch, selbst wenn auch auf Schnee und Eis das Auto seinen Anteil leisten muss, um eine derartige Dominanz an den Tag legen zu können, rechnen viele Experten eher Ogier diesen Sieg zu als dem VW Polo R WRC. Wie stark der neue Bolide tatsächlich sei, könne man ohnehin erst bei der ersten regulären Asphaltrallye im WM-Kalender feststellen, so der Tenor der Rallye-Experten.

Jari-Matti Latvala im zweiten VW beispielsweise musste sich im Kampf gegen Qatar M-Sport Ford Fiesta RS WRC-Pilot Mads Östberg geschlagen geben – auch wenn Latvala auf der abschließenden Powerstage noch einmal mit der zweitschnellsten Zeit hinter seinem Teamkollegen glänzen und damit zwei zusätzliche WM-Punkte einheimsen konnte, behielt Östberg die Nase vorne. Exakt 6,1 Sekunden Vorsprung sicherten dem Norweger den dritten Platz, sodass er auf dem Podium neben den beiden „Sebs“ zu glänzen vermochte und zu Recht von einem „guten Feeling“ sprach. Als Dritter der Powerstage sicherte sich auch Östberg zumindest einen zusätzlichen Weltmeisterschaftspunkt.

Mit dem vierten Platz kann Jari-Matti Latvala angesichts des sensationellen Premierensiegs seines Teamkollegen bei Volkswagen nicht zufrieden sein – auch wenn selbst VW-Boss Jost Capito dem Finnen einräumte, dass er sich erst an das Auto gewöhnen müsse. Latvala zog eine knappe, aber präzise Schlussbilanz: „Es war sicher eine Enttäuschung – doch wir müssen jetzt relaxen und uns auf die nächste Rallye in Mexiko konzentrieren.“

Mit einem fünften Platz darf Ford Fiesta RS WRC-Pilot Thierry Neuville durchaus zufrieden sein, auch wenn dieser nur durch den unnötigen Überschlag von Evgeny Novikov zustande kam. Seine Markenkollegen Juho Hänninen und Martin Prokop landeten auf den Plätzen sechs und sieben.

Auf Platz acht landete Comeback-Pilot Henning Solberg, der sich auf der allerletzten Prüfung noch einen Dreher erlaubte, ansonsten aber eine solide, verlässliche Vorstellung zum Besten gab.

Novikov/Minor verlieren Platz fünf

Ganz anders Evgeny Novikov, der auf der vorvorletzten Prüfung wie berichtet völlig unnötigerweise von der Strecke rutschte und nach einem Überschlag jenen fünften Platz verlor, den der Russe und seine österreichische Co-Pilotin Ilka Minor im Grunde die gesamte Rallye über belegt hatten.

Immerhin reichte es noch für einen neunten Platz – dass dies jedoch nicht genug ist für einen der M-Sport-Werkspiloten, dürfte auch Novikov klar sein. Nach zwei WM-Rallyes hat der Russe gerade erst zwei Punkte auf dem Konto. Ohne seine Ausrutscher wären es bereits satte 25 Zähler, was WM-Rang drei bedeuten würde!

Einziger Trost ist die wirklich schnelle Performance, mit der Novikov und Minor immer wieder aufhorchen lassen können. Den nötigen Speed hat Novikov allemal – jetzt gilt es, diesen auch umzusetzen. So sieht es letztendlich auch Novikov selbst: „Ich bin nicht wirklich glücklich mit dem, was heute passiert ist – aber wir hatten einen guten Speed und wir haben für das kommende Jahr sehr viel lernen können.“

Den zehnten Gesamtrang belegte der Sieger der WRC-2, Ford Fiesta RRC-Pilot Yazeed Al Rajhi, der sich am Ende gegen den tapferen und grandios fahrenden Anders Gröndal im Subaru Impreza WRX STI durchsetzen konnte. Der Deutsche Sepp Wiegand belegte in seinem Skoda Fabia S2000 den dritten Platz der WRC-2.

Ergebnis und WM-Stand finden Sie in der navigation rechts oben.

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