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Formatänderung: Piloten wollen mitreden

Shootout ja oder nein? Die WRC-Fahrer fordern in der Debatte über das zukünftige Format von WM-Rallyes mehr Mitspracherecht.

Die Frage, wie der Schlusstag einer WRC-Veranstaltung künftig gestaltet werden soll, hat sich im Zuge der geplanten Formatänderungen als ein heißes Eisen herauskristallisiert. Es droht ein Szenario, in dem bei WM-Rallyes der Gesamtsieg erst über ein Shootout auf der letzten Prüfung entschieden wird, ungeachtet der tatsächlichen Zeitabstände zwischen den Piloten.

Die Fahrer fühlen sich in dieser Diskussion nicht ausreichend nach ihrer Meinung gefragt. Mikko Hirvonen, der aktuell erfahrenste WRC-Pilot, hält fest: "Es wäre schön, wenn man etwas mehr auf uns hören würde. Wir alle haben bezüglich der Zukunft ein paar Ideen. Meiner Meinung nach ist die Idee eines Shootouts am Sonntag dumm. Mein Beifahrer hat aber einen guten Vorschlag."

"Jarnos Idee ist es, nur an zwei Tagen – Freitag und Samstag – zu fahren. Man könnte diese beiden Tage unter Umständen etwas länger gestalten und am Samstag Abend das Endergebnis präsentieren. Am Sonntag könnten wir eine zusätzliche Prüfung fahren. Sagen wir über zehn Kilometer. Auf dieser würde es fünf, drei und einen Bonuspunkt geben", schildert der M-Sport-Pilot die Gedankenspiele seines Co-Piloten Lehtinen.

"Diese Prüfung hätte auf die Rallye selbst oder den Sport keine Auswirkungen", meint Hirvonen mit Blick auf die potenzielle Neugestaltung der PowerStage und fügt an: "Die Shootout-Idee ist im Grunde nichts anderes als ein Eishockey-Match über die volle Länge zu spielen, das Ergebnis am Ende aber nur auf einem Penaltyschießen basieren zu lassen."

Auch die beiden VW-Piloten Jari-Matti Latvala und Sébastien Ogier haben das Gefühl, dass die aktuell laufenden Diskussionen fragwürdig sind. Latvala bevorzugt eine Zukunftslösung, bei der es für die PowerStage mehr Punkte gibt. Ogier will am traditionellen Format festhalten, dafür aber die Vermarktung angekurbelt sehen.

"Meiner Meinung nach wäre es das Beste, den Charakter einer Rallye zu erhalten, anstatt etwas völlig Neues aus dem Boden zu stampfen", so Ogier. "Okay, wir müssen einen Weg finden, wie wir die Show verbessern und mehr Leute vor den Fernseher locken. Dazu brauchen wir natürlich Live-Übertragungen. Ich stimme aber sicher nicht allen vorgeschlagenen Lösungen zu."

Zum Thema, wonach die Fahrer stärker einbezogen werden sollten, hat der amtierende Weltmeister zu sagen: "Wenn sie auf das hören würden, was wir zu sagen haben, wäre das gut. Die Fahrer haben ein paar gute Ideen. Ich gebe im Auto mein Bestes. Wenn ich dem Sport im Ganzen helfen kann, dann tue ich das gern. Es ist aber nicht mein Job, den Sport zu vermarkten. Ich vertraue darauf, dass es intelligente Leute sind, die diese Entscheidungen treffen."

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