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Rallye-WM: News

„Kommen dem Endprodukt näher“

M-Sport-Boss Malcom Wilson lässt durchblicken, dass ein „Shootout“ um den Sieg immer noch droht – doch es könnte auch nur „eine Version davon“ kommen…

M-Sport-Chef Malcolm Wilson ist seit rund 30 Jahren in der Rallye-Szene aktiv und kennt den Sport wie seine Westentasche. Der ehemalige Fahrer hat die Höhen und Tiefen erlebt. Er musste in jüngster Vergangenheit auch den werksseitigen Ausstieg von Ford verkraften und kämpft seit 2012 als Privatteam in der WRC mit. Auch Wilson ist in die Gespräche über die Zukunft der Rallye-WM involviert. Für ihn ist es ebenso wichtig, dass der Sport in Zukunft in der Öffentlichkeit wieder einen größeren Stellenwert erlangt.

Dem Shootout-Vorschlag von Jost Capito für den Sonntag stand er anfangs skeptisch gegenüber: "Es ist nicht wirklich ein Shootout, denn ein Shootout entspricht nicht der DNA des Sports, dass man zwei Tage kämpft und im Finale alles verlieren kann. Es gibt aber viele Gespräche, wie man den letzten Tag interessanter gestalten könnte", sagt Wilson im Rally Radio. "Ich glaube, dass eine Version davon möglich ist."

"Es gibt viele Meetings zwischen den Herstellern, dem Promoter und der FIA. Die Arbeit läuft also noch. Wir haben noch nicht die perfekte Lösung gefunden, aber es gibt den Willen, eine Lösung zu finden, die funktioniert."

Einfach ist das Thema allerdings nicht, denn es müssen viele Aspekte unter einen Hut gebracht werden. "Man muss aber so viele Dinge bedenken. Ich glaube aber, dass wir näher kommen. Es basiert auf Josts Idee. Ich möchte aber nicht genau sagen, wo wir stehen, denn wir befinden uns noch in Gesprächen. Wir kommen dem Endprodukt aber näher."

"TV ist entscheidend"

Mit einem neuen Format soll die Rallye-WM sportlich attraktiver werden und über das Fernsehen die Leute erreichen und auch neue Fans ansprechen. Wilson war seit jeher ein Verfechter der TV-Übertragungen. "Das Fernsehen ist entscheidend, nicht nur für Hersteller, sondern auch für uns, wenn wir einen großen Sponsor haben", betont der erfahrene Brite. "Es muss ein Return on Investment geben."

"Im Moment sind diese Zahlen nicht gesund. Fernsehen ist für mich immer noch entscheidend. Wenn das Fernsehen passt, dann ergibt sich der Rest. Wenn viele Menschen den Sport im Fernsehen verfolgen, dann wird der Sport auch in anderen Bereichen erfolgreich." Vor allem das Internet ist ein großer Faktor geworden. Prodrive-Chef David Richards fordert, dass sich die WRC auf die neuen Medien konzentrieren sollte.

Wilson sieht es aber ähnlich wie Capito: "Wenn es einen Sport gibt, der für das Internet geeignet ist, dann ist es Rallying. Obwohl wir in der Welt der neuen Medien leben, ist das Fernsehen immer noch entscheidend. Wenn das Fernsehen funktioniert, werden die anderen Plattformen folgen." Deshalb zielt die Formatänderung auf die Fernsehpräsenz ab.

Hinter den Kulissen besteht Konsens und das neue Konzept soll bald stehen. "Der neue Promoter lernt natürlich. Es gab nicht die perfekte Kommunikation, aber in den vergangenen Monaten gibt es große Fortschritte", zeigt sich auch Wilson zuversichtlich: "Die Hersteller haben immer in die gleiche Richtung gearbeitet. Jetzt arbeiten aber alle zusammen. Wie gesagt, ich bin zuversichtlich, dass wir bald einen gemeinsamen Beschluss haben."

Die großen Veränderungen werden wahrscheinlich noch nicht im nächsten Jahr greifen. Wilson glaubt aber, das erste Tendenzen schon 2015 umgesetzt werden: "Ich glaube schon. Jeder versucht, etwas zu finden, damit der letzte Tag aufregend wird. Ich war zunächst gegen einige Vorschläge, aber mit Fortdauer der Gespräche bin ich zuversichtlich, dass der Sport wieder dorthin zurückkehrt, wo er sein sollte."

"Es ist ein unglaublicher Sport. Es gibt viele Rallyes, wo es mit den Fans und dem Fernsehen keine Probleme gibt. Wenn man es aber global über zwölf Monate sieht, dann ist es in bestimmten Bereichen schwierig."

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