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WRC: Schweden-Rallye

Fahrer wollen mehr Mitspracherecht

Bei der Diskussion über die Durchführung der Schweden-Rallye fühlten sich einige Fahrer übergangen – das soll nicht mehr passieren.

Die Schweden-Rallye konnte zwar über die Bühne gebracht werden, nachdem zu Wochenbeginn noch eine Absage im Raum stand, die Veranstalter mussten aber ganze neun Prüfungen absagen; das verkürzte Programm umfasste schließlich nur elf der geplanten 20 SP. Zur Wochenmitte war etwa die berühmte Vargåsen noch schneefrei – erst im letzten Moment fielen die Temperaturen unter Null, und am Samstag fiel sogar etwas Schnee.

Trotzdem waren nicht alle Fahrer mit den Entscheidungen der Rallyeleitung und der FIA zufrieden. Nach der Besichtigung forderten mehrere Fahrer aus Sicherheitsgründen eine Absage der Veranstaltung; die Werksteams standen jedoch hinter der Entscheidung der Organisatoren für eine Austragung, sodass sich die Piloten beugen mussten. Diskutiert wurde am Freitag Morgen dennoch, denn noch immer riefen einige Fahrer zum Boykott auf.

Es konnte aber keine gemeinsame Linie gefunden werden, und alles Piloten stiegen in ihre Autos. In der Pressekonferenz nach der Rallye meldete sich Julien Ingrassia, Co-Pilot von Sébastien Ogier, zu Wort: "Mein Standpunkt ist, dass wir und die Teams jedes Jahr tausende E-Mails an die Veranstalter, die FIA und den Promoter schicken, um zu helfen, diesen Sport aufzubauen und größer zu machen. Wir machen unsere Arbeit sehr professionell."

"Ohne dieser E-Mails, ohne dieser Hilfe würden meiner Meinung nach viele Dinge nicht richtig laufen. Wir arbeiten zusammen." Deswegen zeigte Ingrassia kein Verständnis dafür, dass in Schweden die Meinung der Fahrer und Beifahrer übergangen wurden: "So sollte es nicht laufen, wir sollten auf Augenhöhe sein. Ich will nicht der König, aber auch nicht eine Marionette sein. So wie die Entscheidungen in dieser Woche gefallen sind, war es nicht richtig."

"Wir müssen das definitiv ändern. Es wäre zum Wohle unseres Sports, und auch die Crews würden mehr Respekt erfahren. Wir beklagen uns nicht, wir wollen unseren Sport besser machen. Wir werden uns mit den entsprechenden Leuten treffen, denn jeder muss das gleiche Verständnis haben", wünschte sich Ingrassia für die Zukunft eine bessere Zusammenarbeit aller Seiten.

Er war übrigens der einzige Fahrer, der in der Pressekonferenz diese Thematik angesprochen hat. "Mich hat das sehr geärgert. Wir sollten das aber nicht in der Pressekonferenz diskutieren", sagte der Franzose zum Abschluss. Lediglich der Italiener Lorenzo Bertelli (Bild oben) hatte seinen privat eingesetzten Ford Fiesta WRC schon am Freitag Abend protesthalber aus dem Wettbewerb zurückgezogen.

Seine Erklärung für diese Entscheidung: "In den vergangenen Tagen wurde viel diskutiert, aber wenig hat sich geändert. Die Veranstalter haben eine sehr gute Leistung vollbracht, denn die Sicherheitsstandards waren nicht niedriger als bei anderen Rallyes. Die Entscheidung für meinen Rückzug mag vielleicht unpopulär sein, aber ich hoffe, es zeigt auf, dass ich persönlich an einen Fehler in unserem Sport glaube. Ich hoffe, dass künftig die Crews stärker miteinbezogen werden."

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