RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ERC/ORM: Jännerrallye 2015 Horst Stürmer, Rene Zauner, Audi Coupé Quattro, Jännerrallye 2015

Gipfelsturm im altehrwürdigen Audi

Unerwartet toll verlief die Rallye für Horst Stürmer/Rene Zauner, die mit ihrem Audi Coupé Quattro aufs Podest der Gruppe 11.2 fuhren.

Überdies schafften sie in der nationalen Wertung gesamt den fünften Platz, womit sie etlichen deutlich stärkeren und moderneren Konkurrenzfahrzeugen den Auspuff zeigen konnten. Das weitere Saisonprogramm wird stark von der finanziellen Unterstützung des Teams abhängen.

Es war eine der ganz großen Sensationen und Überraschungen der diesjährigen Jänner-Rallye, wie Horst Stürmer mit seinem fahrwerks- und leistungsmäßig (185 PS) stark unterlegenen Audi Coupé Quattro (Baujahr 1984) seine Gegnerschaft aufmischen und letztendlich als Gesamtfünfter der nationalen Wertung das Ziel in Freistadt erreichen konnte. Damit schaffte der heute 50jährige sein bisher bestes Ergebnis bei einer Rallyeveranstaltung seit seinem Beginn im Jahr 2006, der ebenfalls bei der Jänner-Rallye stattfand. Seit damals ist er der Marke Audi und dem Coupé Quattro treu geblieben, und diese Treue hat sich nun in einem besonderen Maß bezahlt gemacht.

Bezahlt gemacht hat sich auch die hervorragende technische Vorbereitungsarbeit seiner Mechaniker Patrick und Harald, die Horst Stürmer einen top-vorbereiteten Audi vor die Tür gestellt haben. Umso motivierter startete er in die Jänner-Rallye, wobei es gleich am ersten Tag richtig gut los ging. Horst selbst war außerordentlich erstaunt darüber, dass er als Gesamtsiebenter der nationalen Wertung aus den ersten drei Prüfungen hervorgegangen war, und so ging es auch den restlichen Tag weiter, ohne große Hoppalas, was bei dieser aufgrund der tückischen Schneefahrbahnen fahrerisch sehr schwierigen Rallye äußerst bemerkenswert ist. Aber wahrscheinlich war gerade das der große Vorteil für das PS-mäßig krass unterlegene Coupé Quattro. Jedenfalls konnte bereits der erste Tag an der hervorragenden fünften Stelle der nationalen Gesamtwertung beendet werden.

Auch die zweite Tagesetappe brachte kontinuierlich gute Ergebnisse, wobei wie gehabt herzhafte Drifts am laufenden Band nicht fehlen durften. Besonders hervorzuheben ist hier die Eröffnungsprüfung des Dreikönigstages, wo Horst Stürmer und Rene Zauner in der Gruppe 11.2 mit einer zweitschnellsten Zeit hinter Simon Wagner/Pirmin Winklhofer glänzen konnten. Zwar machte sich leider im Verlauf des Tages eine leichte Grippe bei Fahrer und Beifahrer bemerkbar, dennoch konnten Horst und Rene den fünften Platz in der nationalen Wertung letztendlich recht gut absichern. In der Gruppe 11.2 reichte es für Platz drei hinter Simon Wagner/Pirmin Winklhofer (Mazda 323 GT-R) sowie Mario Traxl/Helmut Etzelstorfer (Mitsubishi Lancer Evo III), das Duell gegen die Verfolger Martin Desl/Sabrina Gimpl im deutlich stärkeren Mitsubishi Lancer Evo VII konnte um 9,1 Sekunden entschieden werden. Im Übrigen: Wären die Teilnehmer der Europameisterschaft und die nationalen Teilnehmer gemeinsam gewertet worden, würden Horst Stürmer und Rene Zauner als hervorragende Gesamt-Zehnte aufscheinen.

Es war sicherlich die bislang tollste Rallye des Handelsvertreters aus Wartberg an der Krems, der sich – nach eigener Aussage – richtig wohl fühlte zwischen der Mitsubishi- und Subaru-Armada. Dank Schnee und zwei guten Garnituren Reifen war dieses Ergebnis trotz fehlender Motorpower problemlos möglich, wobei mit Sicherheit auch die bestens funktionierende Partnerschaft mit dem Co-Piloten Rene Zauner eine große Rolle gespielt hat.

Ein besonderer Dank ergeht auch an Ralf Nagel, Rudi Neuwirth und Klausner Motorsport, drei Gönnern des Teams Stürmer-Motorsport. Weitere Sponsoren sind jederzeit willkommen, im Übrigen sind für die Saison 2015 noch Starts bei der Lavanttal-Rallye sowie der Liezen-Rallye geplant. Sollte es möglich sein, das Budget aufzustocken, könnten durchaus noch mehr Läufe dazukommen. Fest steht, daß das Duo Stürmer/Zauner eine Bereicherung für den österreichischen Rallyesport darstellt, deren Fahrstil sich an vielen großen Vorbildern (vor allem ehemaligen Audi-Werkspiloten) orientiert.

News aus anderen Motorline-Channels:

ERC/ORM: Jännerrallye 2015

- special features -

Weitere Artikel:

Luca Waldherr im motorline-Talk

„Ein Meilenstein für Waldherr Motor Sport“

Waldherr Motor Sport feierte am Wochenende mit Timo Schulz den Titel in der JuniorERC - für Teambetreiber Luca Waldherr ist es der erste Euopameistertitel. Wir baten ihn zum Interview.

WRC-Rückkehr in die USA

WRC: Diese Region wird zur Rallye-Bühne

Die WRC kehrt 2027 in die USA zurück, nun stehen weitere Details fest: Knoxville wird Rallye-Zentrum, der zeremonielle Start erfolgt in Nashville

Offiziell: Rallye Dakar 2027

Rallye Dakar 2027 in Portugal und Marokko

Nach der Absage in Saudi-Arabien steht der neue Plan für die Rallye Dakar 2027 fest: Mit einer Route in Europa und Afrika kehrt die "Dakar" zu ihren Wurzeln zurück

EHRC Gravel, Brunello: Vorschau Schindelegger

Eine große Karriere endet bald

52 Jahre! Seit Helmut Schindelegger den Führerschein besaß, war er auch Teil der österreichischen Rallyeszene. Und nun, nach 52 Jahren, erklärt er seinen Rücktritt vom aktiven Motorsport und fährt damit auch die letzte Rallye in Österreich.

ARC, Herbstrallye: Bericht Mayer

Mayer nur knapp am Podium vorbei

Knapp verpasst ich auch daneben – Daniel Mayer und Co-Pilot Jürgen Klinger beendeten am Samstag die zur Austrian Rallye Challenge zählende Herbst-Rallye im Raum Waidhofen/Thaya mit ihrem Citroen C3 Rally2 auf dem vierten Gesamtrang

Darunter gleiche Technik

Warum Toyota auf Celica und Yaris setzt

Die Celica kehrt in die WRC zurück, der Yaris bleibt: Toyota erklärt, warum künftig zwei verschiedene Modelle zum Einsatz kommen und wer sie fährt