RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC: Finnland-Rallye

"Ouninpohja" - 33 Kilometer Wahnsinn

Wenn Rallye-Asse ins Schwärmen geraten: Die Rekord-Wertungsprüfung "Ouninpohja" zauberte Ogier und Co. ein Lächeln aufs Gesicht.

33,01 Kilometer mit unzähligen Sprungkuppen, die Sätze an die 60 Meter erlauben und ein Durchschnittstempo von 130 km/h - die Wertungsprüfung "Ouninpohja", seit vergangenem Jahr wieder Bestandteil der Rallye Finnland, ist in mehrfacher Hinsicht eine Wertungsprüfung der Rekorde. Bei keiner anderen WP wird die Rallye Finnland ihrem Ruf von der "Formel 1 im Wald" besser gerecht. Und kaum eine andere Wertungsprüfung lässt die Rallye-Asse derart ins Schwärmen geraten wie die Ouninpohja.

"Unglaublich", "erstaunlich", "wunderbar" - diese Adjektive waren bei den Interviews mit den Fahrern nach der Ouninpohja reihenweise zu hören. Vor allem die Piloten, welche die Prüfung zum ersten Mal in einem WRC-Auto gefahren waren, zeigten sich im Anschluss begeistert. "Sie in einem Volkswagen zu fahren ist absolut verblüffend", sagte Andreas Mikkelsen. "Stellen, die ich früher im vierten Gang fahren musste, kann ich nun im sechsten Gang nehmen", beschreibt der Norweger den Unterschied zwischen dem Polo R WRC und dem Skoda Fabia S2000, mit dem er im vergangenen Jahr in Finnland gefahren war.

Auch Kris Meeke, der am vergangenen Wochenende für das Citroen-Werksteam fuhr, zeigte sich geradezu ekstatisch. "Das waren die besten 15:42,5 Minuten meines Lebens - mit Ausnahme meiner Hochzeit", meint der Nordire. Doch wie fühlt es sich im Auto an, diese WP zu fahren? "Du sitzt im ersten Wagen einer Achterbahn und kannst das Tempo mit dem Gaspedal kontrollieren. Ich bin diese Prüfung vor sieben Jahren zum letzten Mal gefahren - damals in einem Citroen S2 S1600. In einem World-Rallye-Car ist das Gefühl unbeschreiblich, denn man fährt mit solch hoher Geschwindigkeit", so Meeke.

Achterbahnfahrt im Wald

"Die Atomsphäre ist unvergleichlich. Am Start hat man kaum ein Geräusch gehört, weil die Zuschauer wissen, dass die Fahrer voll konzentriert sein müssen", sagt Meeke, der allerdings aus weiß: "Wenn du hier einen Fehler machst, gibt es einen großen Abflug."

Das musste Meeke bei der zweiten Durchfahrt der Ouninpohja am eigenen Leib erfahren. Der DS3 WRC des Nordiren kam leicht von der Straße ab, traf eine Böschung und das Unheil nahm seinen Lauf. Erst nach mehren Überschlägen blieb der Citroen abseits der Strecke liegen. Glücklicherweise konnten Meeke und Beifahrer Chris Patterson dem Wrack unverletzt entsteigen.

Sicherheitsbedenken hatten die Ouninpohja in ihrer ursprünglichen Form auch zeitweilig aus der Rallye Finnland vertrieben, nachdem Petter Solberg im Jahr 2004 mit einer Zeit von 15:18,5 Minuten einen neuen Streckenrekord aufgestellt hatte. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag damals knapp über der Schallmauer von 130 km/h, welche der Automobilweltverband FIA als Limit festgelegt hatte.

Ogier neuer König der "Ouninpohja"

In der Folge wurde die Ouninpohja 2005 und 2006 in zwei Teilen gefahren. 2007 standen wieder die kompletten 33,01 Kilometer auf dem Programm, allerdings bauten die Organisatoren zwei Bremsschikanen ein, um das Tempo zu drosseln. Doch auch diese Lösung setzte sich nicht durch, 2008 flog die WP aus dem Programm. Erst 2012 kam es zum Comeback.

Andere Fahrer blickten ebenfalls mit gemischten Gefühlen auf die Ouninpohja. "Es ist eine wunderbare Prüfung, aber ich konnte sie nicht genießen, weil ich meine Position halten musste", sagte Robert Kubica. Die hohen Geschwindigkeiten ist der Pole zwar aus der Formel 1 gewohnt. Die Tatsache, dass sich neben der Straße keine Leitplanken und Auslaufzonen, sondern Bäume befinden, jedoch noch nicht.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Finnland-Rallye

- special features -

Weitere Artikel:

In seiner neuesten Kolumne berichtet ORF-Legende Peter Klein auf berührende Art und Weise von seiner jüngsten Begegnung mit Andi Hulak.

Achim Mörtl Kolumne: Rückblick Lavanttal

Achim Mörtl: "Lengauer schneller als er kann"

"Simon Wagner fährt so schnell wie er muss, Michael Lengauer fuhr schneller als er kann" - so lautet die Analyse unseres motorline.cc-Kolumnisten, Ex-Staatsmeister Achim Mörtl.

ARC, Lavanttal Rallye: Bericht Nothdurfter

Frühlingsstimmen

So wie bei der aktuellen Wetterlage zeichnet sich auch bei den Rallye-Aktivitäten von Alfons Nothdurfter eine deutliche Aufhellung ab. Der Ford Fiesta Proto läuft zwar noch nicht ganz perfekt, aber es waren deutliche Fortschritte gegenüber den bisherigen Rallyes erkennbar.

WRC Kanaren Rallye am Wochenende

Warum sich Sordo auf sein WRC-Comeback freut

Dani Sordo kehrt am Wochenende anlässlich der Kanaren-Rallye ins Hyundai-Werksteam zurück - Den Wettbewerb hat der Spanier nicht vermisst, aber ...