RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC: Mexiko-Rallye

Motor-Überhitzung in Mexiko „kritisch“

Am Freitag wurden bei der Mexiko-Rallye alle WRC-Hersteller von Temperaturproblemen heimgesucht: Sebastien Ogier sorgt sich um den Motor.

Fotos: RedBullContentPool, Photo4

Nach den beiden winterlichen Rallyes in Monte Carlo und Schweden ist die Mexiko-Rallye, der dritte Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2017, ein erster Härtetest für die neue Generation der WRC-Boliden bei höheren Temperaturen. Und dieser brachte die Technik der neuen Auto am Freitag gleich an ihre Grenzen. Nach der ersten Sonderprüfung des Tages klagten im Ziel Fahrer aller Hersteller über Probleme durch Überhitzung der Fahrzeuge.

"Das war auch bei uns der Fall. Wir sind die meiste Zeit der Prüfung im Sicherheitsmodus gefahren", sagt Weltmeister Sebastien Ogier gegenüber Autosport. "Ich habe versucht, möglichst motorschonend zu fahren und bin nicht an einen kritischen Punkt gelangt, aber wird mussten die Motorleistung reduzieren um den Motor zu schützen."

Dabei hatte Ogier noch Glück. Sein Ford zeigte lediglich eine Warnung an, während bei seinen Teamkollegen Ott Tänak und Elfyn Evans ein Alarm nachdrücklich zu langsamerer Fahrweise aufforderte. Jari-Matti Latvala musste seinen Toyota aus dem gleichen Grund drosseln. "Der Motor läuft viel zu heiß, wir mussten im Straßenmodus fahren", sagte er nach der Sonderprüfung "El Chocolate". In diesem Straßenmodus, den die Fahrer üblicherweise nur auf den Verbindungsetappen benutzen, liefert der Motor deutlich weniger Leistung als im "scharfen" Stage-Modus.

Doch weshalb wurden die WRC-Teams in Mexiko von den Temperaturproblemen auf dem falschen Fuß erwischt? Ogier macht fehlender Erfahrung mit den neuen Boliden bei sommerlichen Temperaturen gelten. "Das kann bei den neuen Autos passieren, wenn sie hart gefordert werden", sagt er.

Chris Williams, Chefingenieur bei Ogiers Team M-Sport führt noch zwei weitere Gründe an: "Der erste Teil von 'El Chocolate' liegt sehr hoch, und das Tempo ist sehr niedrig. Das ist das schlimmste", sagt er gegenüber Autosport. Durch die Kombination aus dünner Luft und niedrigem Tempo konnten die Kühler nicht genug Wärme abgeben und die Aggregate liefen heiß.

Und offensichtlich hat zumindest M-Sport die Kühleinlässe nicht groß genug dimensioniert. "Wir haben bei dieser Rallye versucht, die Aerodynamik der Kühlung zu optimieren. Vielleicht sind wir dabei nicht in die richtige Richtung gegangen", gesteht Ingenieur Williams ein. Unter dem Strich sieht Ogier sein Team in Zugzwang, denn er sorgt sich vor weiteren Problemen. "Wir müssen eine Lösung finden, denn es war gestern nicht extrem heiß. Morgen kann es an einigen Stellen kritisch werden", so der Weltmeister.

Zwei Umstände dürften Ogier allerdings beruhigen. Zum einen ist zumindest zum Auftakt des zweiten Rallyetages der Himmel über der Region bewölkt und die Temperaturen dementsprechend niedriger, zum anderen verspricht sein Team Abhilfe. "Wir habe dafür etwas in der Schublade", verspricht Williams.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Mexiko-Rallye

Weitere Artikel:

Nasser Al-Attiyah gewinnt die zwölfte Etappe und steht vor dem Gesamtsieg - Duell Ekström gegen Loeb um Platz drei - Ricky Brabec führt bei den Motorrädern

Gottfried Kogler 1957-2026

In memoriam Gottfried Kogler

Nachruf auf einen Freund. Es sind persönliche Worte - ein Versuch, einem so vielschichtigen und zugleich geradlinigen Menschen irgendwie gerecht zu werden…

WRC Monte Carlo: K4 nach Shakedown

WRC Masters-Sieg als klares Ziel bei der „Monte“

Johannes Keferböck und Ilka Minor starten als einzige Österreicher bei der prestigeträchtigen Rallye Monte Carlo. Mit dem Einsatzteam Gazoo Racing France sowie Ex-Weltmeister Stephane Lefebvre und den „Spionen“ Franz Wittmann/Gerry Winter setzt das K4 Rally Team auf kompetente Unterstützung. Im Kampf um den WRC Masters Cup zählt für „Kefer“ nur der Sieg!

Nach einem durchwachsenen Jahr zeigt Hyundai nun den überarbeiteten i20 N Rally1- das Auto soll standfester und schneller sein - Ziel sind alle drei WM-Titel

M-Sport: Neuer Look, neues Duo

M-Sport präsentiert den Puma Rally1

M-Sport startet mit neuem Look in die WRC-Saison 2026 - Der Ford Puma Rally1 zeigt frische Farben und ein irisches Fahrerduo - In Monte Carlo geht es los