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IAA 2019: neuer Land Rover Defender

Lifestyle-Landy

Ist auch der neue Land Rover Defender ein Charaktertyp? Er steht auf der IAA und besitzt jedenfalls die ikonischen Proportionen des Vorgängers.

mid/me

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Kann ein technisches Produkt wie ein Auto einen Charakter haben? Der Land Rover Defender hatte einen: Kantig, mit wenig Komfort, Leistung und Aerodynamik, verweigerte er sich allem, was in den vergangenen Jahren bei Autos als trendig galt - und reifte gerade deshalb zum Kultmobil.

Fans hätten ihn am liebsten so behalten, wie sie ihn seit den 1940er Jahren kannten. Doch irgendwann war Schluss: Der "Landy", letztmalig in den Achtzigern stärker modernisiert, ließ sich für aktuelle Abgas- und Sicherheitsnormen nicht mehr fitmachen.

Nun rollt ein komplett neu entwickelter Offroader an, und die bange Frage lautete natürlich: Wird der Neue so ein Charaktertyp wie der Vorgänger? Die Antwort ist jetzt auf der IAA zu sehen, und sie mag für jeden Fan und (potenziellen) Fahrer ein wenig anders ausfallen. Die ikonischen Proportionen, die "ein Kind zeichnen kann", wie es Chefdesigner Gerry McGovern ausdrückt, sind jedenfalls geblieben.

Sehr kurze Überhänge an Front und Heck prägen die Silhouette und verleihen dem Defender einen hervorragenden Böschungswinkel: Grundlage für herausragende 4x4-Eigenschaften. Hinzu kommen markante Defender-Details, wie die Glasflächen ("Alpine-Fenster") im Dach und die seitlich angeschlagene Hecktür samt Reserverad - ein laut Hersteller "unverzichtbares" Merkmal, das für eine gesetzeskonforme Ausführung einiges an Entwicklungs-Aufwand verschlang.

Aber natürlich wirkt der Neuzeit-Landy runder und gefälliger; größer wurde er sowieso: Die fünftürige Version 110, die als erstes anrollt, wuchs auf mehr als fünf Meter Außenlänge. Unter dem Motto "From the wild to the urban jungle" beugt sich der Geländewagen seinem mittlerweile wichtigsten Einsatzzweck: Als angesagtes Onroad-Transportmittel.

Durchdachte Design-Lösungen wie eine anklickbare Dachleiter perfektionieren das Design-Konzept. Das Interieur wirkt aufgeräumt und ästhetisch, "konstruktivistisch", wie McGovern betont. Natürlich gibt es ein digitales Cockpit mit Head-up-Display und modernsten UBS-C-Anschlüssen für Smartphones, aber alles ist im robusten Outdoor-Style gehalten. Dazu sind ein origineller dritter Sitz vorne und eine zusätzliche Sitzreihe zu haben, so dass der fünftürige 110er wahlweise mit fünf, sechs oder sieben Plätzen zu ordern ist.

Natürlich wird der Defender deutlich komfortabler, und soll zeitgemäßen Komfort auf Asphalt bieten - angetrieben von modernen Motoren mit deutlich mehr Leistung als beim legendären Vorgänger. Zum Verkaufsstart gibt es einen Vier- und einen Sechszylinder mit Mild-Hybrid-Technologie. Bei den Dieseln stehen zwei moderne Vierzylinder mit Verbrauchswerten ab 7,6 Liter zur Wahl.

Bei der Geländetauglichkeit, das betonen die Land-Rover-Leute besonders, soll der neue Landy ganz der Alte sein. Die vier Räder des Briten mit selbsttragender Aluminium-Karosserie werden wie gewohnt permanent angetrieben, ein zweistufiges Verteilergetriebe sichert das Vorwärtskommen auch unter schwierigen Verhältnissen.

Ein sperrbares Mittendifferenzial ist serienmäßig, ein aktives Hinterachs-Sperrdifferenzial optional. Im Offroad-Modus kann die Karosserie zunächst um 75 Millimeter angehoben werden, bei anspruchsvollem Gelände dann nochmals um weitere 70 auf insgesamt maximale 291 Millimeter. Premiere feiert das konfigurierbare Terrain Response: Der erfahrene Offroad-Pilot kann es seinen eigenen Vorlieben anpassen, andere überlassen die Wahl der richtigen Einstellungen dem Computer.

Mit verschiedenen Zubehör-Paketen - Explorer, Adventure, Country und Urban - können Käufer ihren Landy schon bei der Bestellung ihren persönlichen Bedürfnissen zwischen Wüsten-Durchquerung und Stadtmobil anpassen. Das treibt aber den Preis weiter in die Höhe, und der ist schon beim Grundmodell happig: So kostet der dreitürige Defender 90 in Österreich ab 59.000 Euro (Deutschland: ab 49.700 Euro), den größeren Defender 110 gibt es ab 65.700 Euro (D: 55.600 Euro).

So lässt sich die britische Tochter des indischen Tata-Konzerns ihren neuen Image-Träger gut bezahlen. Wahrscheinlich ein Grund mehr für manchen echten Fan, seinen alten Landy zu pflegen oder sich auf dem Gebrauchtmarkt umzuschauen. Eine Wertsteigerung des Klassikers dürfte gesichert sein.

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