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Rallycross-WM: News

Scheiders Vorbereitung auf neue Strecken

Youtube-Studium und Trackwalk statt Simulatorrunden: Wie Timo Scheider versucht, sich auf die Rennstrecken der Rallycross-WM einzuschießen.

Fotos: FIA World Rallycross

Im Rundstreckensport sind Simulatoren heutzutage nicht mehr wegzudenken, auch für die Vorbereitung der Fahrer auf unbekannte Strecken. Bevor ein Formel-1-, Tourenwagen- oder GT-Pilot heute im echten Auto seine ersten Runden auf einem für ihn neuen Kurs dreht, hat er die Strecke in aller Regel am Simulator schon unzählige Male umrundet und findet sich daher in der Realität schnell zurecht.

Die Fahrer der Rallycross-WM (WRX) haben es allerdings nicht so leicht, denn für die Strecken und Autos der WRX gibt es schlicht keine professionelle Simulatoren. Und so muss auch Timo Scheider, für den in seiner ersten vollen Saison in der WRX fast alle Rennstrecken Neuland sind, bei seiner Vorbereitung auf die Rennwochenenden auf traditionelle Methoden zurückgreifen.

"Ich lebe da von den Youtube-Videos aus den vergangenen Jahren und von den Daten, die das Team hat. Aber mehr als dann vor Ort noch einen Trackwalk machen, bleibt mir nicht übrig", erklärt Scheider im Interview. Richtig kennenlernen kann der zweimalige DTM-Champion Kurse wie den Circuit Jules Tacheny an diesem Wochenenden erst im Freien Training. Während die etablierten Konkurrenten schon am Feinschliff ihres Fahrstils arbeiten können, muss sich Scheider erst einmal auf der Strecke zurechtfinden.

"Gerade in den ersten Trainingssitzungen fehlt mir noch Zeit, wobei ich jemand bin, der sich schnell an neue Strecken gewöhnt. Es kommt mir zu Gute, dass ich da oft nicht lange brauche, aber man merkt es", sagt er. Auch geht Scheider durch die Kennenlern-Runden Zeit für die Abstimmung seines Ford Fiesta verloren.

"Aktuell ist es so, dass ich zu meinem Ingenieur sagen: Denk' bei den ersten zwei, drei Versuchen noch nicht über das Set-up nach, sondern lass mich erst einmal fahren, und dann überlegen wir, ob wir den Stabi verstellen oder irgendetwas anderes machen", so Scheider. "Zu Anfang fehlt fahrerisch viel mehr als am Auto."

Nach dem Training steht dann ein Studium der Telemetriedaten und Onboard-Aufnahmen sowie ein Vergleich mit seinem Teamkollegen Kevin Eriksson auf dem Plan. "Er kennt ja alle Strecken. Da sieht man dann, wo der Gang falsch ist oder die Eingangsgeschwindigkeit nicht passt", erklärt Scheider.

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