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WEC: 24 Stunden von Le Mans

Pokerfaces und heftige Unfälle am Testtag

Drei Audi an der Spitze, Toyota nur auf den Plätzen vier und sechs (Wurz). Kraihamer mit schwerem Unfall, der Porsche mit Lietz auf Platz drei der GTE-Pro.

Foto: Audi Motorsport

Mit Spannung wurde der Le-Mans-Vortest erwartet, doch das Wetter spielte auf der 13,629 Kilometer langen Traditionsstrecke in Frankreich eine große Rolle. Der Vormittag war nass und Nieselregen störte das wichtige Testprogramm.

Der Nachmittag begann ohne Regen, doch der Asphalt war stellenweise noch nass und erst langsam trocknete der Kurs ab. Audi bestimmte mit ihren drei R18 e-tron quattro das Tempo an der Sarthe.

Am Ende der vierstündigen Nachmittagsession belegte Audi die ersten drei Plätze. Die Bestzeit ging an das Auto mit der Startnummer 2 (Kristensen/Duval/McNish).

Loic Duval hatte den Prototypen am Vormittag in der Tetre Rouge in die Barrieren gelegt, doch am Nachmittag war der R18 wieder einsatzbereit. Nicht nur aufgrund der Witterungsbedingungen lässt der Vortest keine genauen Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu.

Lange wurde taktiert und abgewartet. Als die Zeit um 18:00 Uhr abgelaufen war, war Duval noch auf einer schnellen Runde unterwegs und knallte eine Zeit von 3:22,583 Minuten auf den Zeitenmonitor.

Damit war der Franzose um 2,775 Sekunden schneller als das Schwesterauto mit der Startnummer 3 (Gene/Di Grassi/Jarvis). Wenn man die kniffligen Wetterbedingungen einbezieht, dann ist der Rundenrekord von 3:18 Minuten, den Stephane Sarrazin im Jahr 2008 mit Peugeot aufgestellt hat, nicht weit entfernt.

Es zeichnet sich ein extrem schnelles Le-Mans-Wochenende ab. Dem dritten Audi mit der Startnummer 1 (Lotterer/Fässler/Treluyer) fehlten drei Sekunden auf die Zeit von Duval. Zudem testete Audi mit einem Fahrzeug für Reifenpartner Michelin die neue Reifengeneration für 2014.

Toyota spulte mit beiden Boliden 45 beziehungsweise 43 Runden ab. An das Audi-Tempo kam man nicht heran. Das Auto mit der Startnummer 8 (Davidson/Buemi/Sarrazin) hatte fünf Sekunden Rückstand auf die Fabelzeit von Duval.

Der Wagen mit Startnummer 7 (Wurz/Lapierre/Nakajima) hatte einen Rückstand von sieben Sekunden. Offen ist, ob alle schon ihre Karten aufgedeckt haben. Toyota hat sich im Vorfeld lautstark über eine Benachteiligung gegenüber dem Diesel beklagt. Die beiden japanischen Prototypen landeten auf den Plätzen vier und sechs. Dazwischen schob sich Marco Bonanomi mit einem weiteren Audi R18.

Die beiden Rebellion-Toyota belegten die Positionen sieben (Prost/Jani/Heidfeld) und acht (Belicchi/Beche/Cheng) und waren somit das beste Privatteam. Rund zehn Sekunden fehlten auf die Duval-Zeit.

Das Strakka-Trio Leventis/Watts/Kane war mit dem HPD ARX03a nur knapp langsamer als Rebellion. In der LMP2-Klasse stellte Oak (Pla/Heinemeier-Hansson/Brundle) die Bestzeit in 3:38,801 Minuten auf.

Im LMP2-Feld lagen die Zeiten dicht beisammen. Erster Verfolger von Oak war das Signatech-Team mit den beiden Alpine-Nissan.

Kraihamer: Entwarnung nach schwerem Crash

Die rutschige Strecke sorgte auch am Nachmittag für einige Unfälle. Kurz nach 17:00 Uhr flog der Österreicher Dodo Kraihamer in den Porsche-Kurven ab. Der Test wurde für 20 Minuten unterbrochen.

Kraihamer musste zur Untersuchung ins Medical Center, wo Entwarnung gegeben wurde. "Ich war in der zweiten Links der Porsche-Kurven und hatten ein anderes Fahrzeug vor mir. Ich habe kurz überlegt, schnell an dem vorbeizuziehen, habe dann aber doch gelupft", beschreibt der Lotus-Pilot den Unfall.

"Durch den Lastwechsel ist mir das Heck ausgebrochen. Ich habe versucht, das Auto noch zu halten - aber keine Chance. Ich bin heftig eingeschlagen. Bei mir selbst ist alles okay, aber mein Lotus sieht leider schlimm aus."

Auch davor lief es für das Lotus-Team nicht optimal, denn der Wagen mit Startnummer 32 (Holzer/Kraihamer/Charouz) belegte im Gesamtklassement Platz 30. In der Dunlop-Schikane gab es ebenfalls einige Ausrutscher, die glimpflich verliefen. Auch Nicolas Lapierrre stand einmal mit dem Toyota verkehrt herum.

GTE-Pro: Lietz-Porsche auf Platz drei

Tracy Krohn flog mit seinem Ferrari 458 Italia in Mulsanne in die Leitplanken. Der GT-Bolide wurde seitlich stark beschädigt und Krohn ins Medical-Center gebracht.

Gut eineinhalb Stunden später erwischte es Giancarlo Fisichella (AF-Corse-Ferrari) an der gleichen Stelle. Kurz davor hatte der ehemalige Formel-1-Pilot die Bestzeit in der GTEpro-Klasse aufgestellt, die aber nicht Bestand hielt. Zudem musste der Test nach diesem Unfall kurz unterbrochen werden, da Öl auf der Strecke lag.

In der GTE-Klasse zeigte sich ein ähnliches Bild wie bei den LMP1: Erst in der Schlussphase schüttelten die beiden Aston-Martin-Teams die schnellsten Rundenzeiten aus dem Ärmel.

Die Klassenbestzeit ging an das Quartett Dumbreck/Mücke/Turner/Adam in 3:59,148 Minuten. Platz zwei ging an das Schwesterauto von Bell/Makowiecki/Senna/Adam.

Auch in der GTE-Klasse wurde gepokert und die Karten noch nicht aufgedeckt. Im Vorfeld wurde Aston Martin neu eingestuft und der Vantage muss zehn Kilo Extraballast mitschleppen.

Die beiden Manthey-Porsche von Lieb/Lietz/Dumas und Bergmeister/Bernhard/Pilet belegten die Ränge drei und vier. Der Rückstand auf Aston Martin betrug nur wenige Zehntelsekunden. Die schnellsten zehn GT-Autos lagen innerhalb von zwei Sekunden. Insgesamt nahmen 61 Fahrzeuge am Vortest teil.
Vorfreude bei Toyota Vorfreude bei Toyota Testtag: Vormittag Testtag: Vormittag

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