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WEC: 24 Stunden von Le Mans

Was für ein Rennen…

Audi feiert einen fulminanten Doppelsieg durch Fässler/Lotterer/Treluyer und Di Grassi/Kristensen/Gene, Bachler und Lietz auf dem GTE-Podest.

Michael Hintermayer

Le Mans ist immer für Überraschungen gut, aber besonders für seine Dramen, wie wir bei der heurigen, 82. Ausgabe des Langstrecken-Klassikers erleben durften. Die Audi-Mannschaft reiste zwar als Geheimtipp an die Sarthe, doch sicherlich nicht als Favorit auf den Gesamtsieg. Toyota war die dominierende Marke in der diesjährigen WEC-Saison.

Und Toyota reiste auch als der Favorit nach Le Mans, bestätigte dies in den Tests und Qualifyings. Doch schon zu Beginn des Rennens flogen ordentlich die Fetzen. Zwei heftige Regenschauer, die jeweils Safety-Car-Phasen nach sich zogen sorgten für das erste Chaos. Toyota-Pilot Nicolas Lapierre verlor bei strömenden Regen auf Slicks die Kontrolle über seinen TS040 Hybrid und Schlug in die Leitplanken ein.

Die Reparatur des Wracks dauerte 47 Minuten, damit war der erste Gegner aus dem Match. Allerdings auch ein Audi, denn Marco Bonanomi wurde zeitgleich unverschuldet in eine Auffahrkollision mit einem GT-Ferrari verwickelt, er konnte das Auto nicht mehr an die Box zurückbringen und der erste LMP1-Wagen parkte an der Box.

Ausfall des Wurz-Toyota

Bei trockenenen Bedingungen konnte Toyota mit Alexander Wurz am Steuer seinen überlegenen Speed in eine klare Führung umwandeln, dahinter stritten sich die beiden Porsche 919 Hybrid und die zwei verbliebenen Audi R18 e-tron quattro um die Verfolgerplätze. Der Toyota mit der Startnummer 7 von Alexander Wurz, Kazuki Nakajima und Stéphane Sarrazin hatte fast exakt 14 Stunden alles im Griff, der Vorsprung auf den später siegreichen Audi mit der Startnummer 2 betrug über zwei Minuten. Doch gegen fünf Uhr am Morgen rollte der TS040 im Streckenabschnitt Arnage aus: Ein defekter Sensor hat vermutlich einen Kurzschluss in der Elektrik ausgelöst, woraufhin das Motorsteuergerät in Brand geriet. Der Traum vom Gesamtsieg in Le Mans war ausgeträumt.

Jetzt lief alles plötzlich rund für Audi, denn auch Porsche hatte in der Zwischenzeit Zeit verloren. Beim Auto mit der Startnummer 14 mussten zwei Mal die Teile der Benzinversorgung getauscht werden, mit entsprechendem Zeitverlust, beim Schwesterauto mit der Startnummer 20 von Mark Webber, Brendon Hartley und Timo Bernhard gab es zwar keine größeren Probleme, die zu Reparaturen führten, doch man hatte nicht den Speed und nicht die Konstanz der Audi, die zum Beispiel in der Lage waren, den Reifen Vierfach-Stints zuzumuten, aber trotzdem schneller zu fahren als die Porsche.

Audi bekommt Probleme

Doch dann sollte sich das Rennen abermals drehen – diesmal gegen Audi: Gegen sieben Uhr morgens musste am führenden Audi mit der Nummer 2 der Turbolader gewechselt werden, was 22 Minuten dauerte und einen Rückstand auf die Spitze von drei Runden einbrachte, wo jetzt der Schwesterwagen mit der Startnummer 1 den Platz an der Sonne besetzte. Doch auch dessen Glück war schnell verbraucht: Vier Stunden später musste auch hier der Turbolader getauscht werden. Damit führte nach 20 Stunden völlig überraschend der Porsche mit der Startnummer 20, der zwar schon lange nicht mehr die schnellsten Rennrunden drehte, aber dank Konstanz und ohne allzu große Stopper durchfuhr.

Zwar mussten die Piloten auf den Wagen aufpassen, weil das „Highspeed-Bouncing“ immer stärker wurde, vermutlich auch wegen Aufhängungsproblemen. Von hinten stürmte aber schon wieder der Audi mit der Startnummer 2 von André Lotterer, Benoît Tréluyer und Marcel Fässler an Mark Webber heran, der Rückstand betrug zu diesem Zeitpunkt nur noch drei Minuten – doch er schrumpfte rasend schnell dahin, so dass es schnell wieder zu einem echten Duell wurde, allerdings mit zwei unterschiedlich schnellen Fahrzeugen.

Auch Porsches Traum vom Sieg platzt

Doch das Schicksal drehte in Le Mans eine weitere Schleife. Nach 21 Stunden etablierte sich der Audi an der Spitze, Porsche schien Platz zwei abgesichert zu haben, da wollte Mark Webbers Wagen nicht mehr. Der Australier stotterte langsam zur Box zurück. In der Garage wurde erst heftig geschraubt, doch dann die Hiobsbotschaft: Ausfall. Es sollte noch bitterer für Porsche kommen, denen niemand zugetraut hätte, so lange an der Spitze des LMP1-Feldes mitzufahren.

In Runde 357 kriechte auch das Schwesterauto von Marc Lieb langsam an die Box, zurück, das Getriebe war im fünften Gang steckengeblieben. Porsche versuchte noch zu reparieren, um wenigstens ein Auto ins Ziel ins zu bringen, was letztlich auch gelang. Doch das war natürlich keine Entschädigung für die Probleme zu Rennende, genauso wenig wie der dritte Platz des Toyotas Nummer 8, der zu Rennbeginn so viel Zeit mit einer Unfallreparatur verloren hatte.

Damit kam Audi, trotz der Zuverlässigkeitsprobleme mit den Turboladern, mit dem insgesamt dennoch zuverlässigsten Auto zum Doppelsieg: André Lotterer, BenoîtTréluyer und Marcel Fässler siegten mit drei Runden Vorsprung auf den Schwesterwagen von Tom Kristensen, Marc Gene und Lucas di Grassi, auf Platz drei folgte der Toyota.

Die Österreicher in Le Mans

Dominik Kraihamer musste schon am Samstagnachmittag das Handtuch werfen. Sein Rebellion-Toyota musste mit technischen Problemen geparkt werden. Besser lief es für Richard Lietz: Platz drei in der GTE-Pro und bestplatzierter Porsche-Pilot der GT-Wertung sind achtbare Ergebnisse für den Porsche-Werksfahrer. Doch von Richard Lietz ist immer eine Spitzenplatzierung zu erwarten, von Rookie Klaus Bachler hätten sich das nur wenige gedacht. Der Steirer konnte mit dem Proton-Competition-Porsche den zweiten Platz in der GTE-Am holen. Respekt!

Christian Klien hatte ebenfalls Pech. Zwar konnte er mit schnellen Zeiten beeindrucken, doch seine Teamkollegen konnten den Speed von Klien nicht mitgehen. So schaute am Ende nur der fünfte Platz der LMP2 heraus.
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