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Klien: "Froh, als es zu Ende war"

Christian Klien verbrachte bei den 24h von Le Mans zwölf Stunden im unterlegenen Morgan von Morand und übt Kritik am dritten Fahrer.

Das Schweizer Morand-Team spielte im Kampf um das LMP2-Podium bei den 24 Stunden von Le Mans keine Rolle. Christian Klien, Gary Hirsch und Romain Brandela brachten den Morgan-Judd mit der Startnummer 43 schließlich auf Platz sechs der Klasse, gleichbedeutend mit Platz zehn im Gesamtklassement, ins Ziel.

"Grundsätzlich konnten wir den Speed der vorderen Autos überhaupt nicht mitgehen. In den ersten zwei Runden nach dem Start sind mir die Autos mit Nissan-Motor sofort davongefahren", sagt Klien und schätzt, dass Morand um rund 1,5 Sekunden zu langsam gewesen sei.

Bei der Analyse des Zeitverlusts will sich der Ex-Formel-1-Pilot ebenso wenig allein auf das Morgan-Chassis wie nur auf den Judd-Motor festlegen. "Es ist eine Kombination. Die Oreca-Autos haben einen Aerodynamik-Kit für Le Mans bekommen. Das hat ihnen sicher ein bisschen was gebracht, vor allem an Topspeed", meint Klien.

Der Österreicher verweist darauf, dass die Oreca-Boliden – eingesetzt von Sébastien Loeb Racing, SMP, Race Performance, KCMG und Murphy – es im Schnitt auf 306 km/h Topspeed brachten, der Morgan des Morand-Teams aber nicht über die 300er-Marke hinauskam.

"Hinzu kommt, dass der Nissan-Motor von unten heraus viel mehr Drehmoment hat. Das merkt man vor allem aus den Schikanen heraus, aber auch am Ausgang von Mulsanne oder Arnage. Da sind sie uns immer zehn Meter davongefahren", vergleicht Klien das im Heck von 13 LMP2-Autos befindliche Triebwerk mit dem betagten Judd-Motor, auf den neben Morand noch die Teams von Race Performance und Larbre setzen.

Doch im Vergleich zur direkten LMP2-Konkurrenz war Morand nicht nur aufgrund der Kombination aus Chassis und Motor unterlegen. Auch die Besetzung des Cockpits war aus Sicht von Klien nicht optimal. So übt der 49malige F1GP-Starter leichte Kritik am französischen Bronze-Fahrer Brandela: "Er hat in der Nacht zwischen zehn und 15 Sekunden pro Runde verloren. Das heißt, er hat in Summe vier Minuten verloren. Somit waren wir mehr oder weniger mit stumpfen Waffen unterwegs."

"Auf Intermediates war unser Auto stark", spricht Klien seinen teilweise von Regen gekennzeichneten Startstint an, relativiert aber: "Da haben sicherlich auch die Streckenkenntnis und die Erfahrung eine Rolle gespielt." Von den 24 Rennstunden verbrachte der Österreicher nicht weniger als zwölf im Cockpit und kommt zu dem Schluss: "Das haben wir im Vorhinein gewusst. Unser dritter Fahrer muss ein Minimum von vier Stunden fahren. Ich fuhr unterm Strich zwölf Stunden und war froh, als es dann zu Ende war."

Und was nimmt Klien an positiven Aspekten von den 24 Stunden von Le Mans 2014 mit? "Das Gute war, dass wir überhaupt keine Defekte zu beklagen hatten", so der Österreicher. Dass man bei der Vergabe der Podestplätze keine Rolle spielen würde, habe man ohnehin schon im Vorfeld gewusst.

Für 2015 wünscht sich Klien wieder ein LMP1-Cockpit, wie er grinsend anmerkt. Bei seinen drei Le-Mans-Starts vor dem heurigen saß der Österreicher jeweils in einem Auto aus der Topklasse – zwei Mal im Peugeot 908, 2011 im katastrophalen Aston Martin AMR-One. Die beste Platzierung gelang ihm gleich beim Debüt (2008 im Peugeot) mit Platz drei.

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