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20. Rallyesprint

Wahre Überlebenskünstler

Einen mehr als aufreibenden Rallyesprint erlebten Gerald Kures und Wolfgang Scheitz mit ihrem von Andreas Bayer vorbereiteten Escort RS 2000.

Die technische rechte Hand des Teams dirigierte auch vor Ort das Geschehen, musste allerdings tatenlos mit ansehen, wie Fahrer Gerald Kures einen Zeitverlust jenseits von Gut und Böse aufgerissen und dem schönen Auto einige hässliche Blessuren zugefügt hatte.

Dabei begnügte er sich keinesfalls mit bloß einem Ausritt der gröberen Art (erinnert irgendwie an Ari Vatanen). Doch man muss dem Fahrer auch großes Lob aussprechen: Immerhin hat er ein fast unfahrbares Auto ins Ziel getragen und war für diese Voraussetzungen auch noch ordentlich schnell.

Das Desaster begann bereits beim ersten Durchlauf am späten Freitagnachmittag, wo sich der Challenge-Spitzenreiter seinen ersten Abflug genehmigte. Dabei hatte er eine denkbar schlechte Wahl getroffen, denn nun saß der Escort auf einem Baum auf. Von dort vermochte sich das Team Kures/Scheitz nur extrem mühsam zu befreien, so dass eine gute Stunde beim Teufel war. Das Mechanikerteam zeigte Sportsgeist und schraubte bis 22 Uhr, um den Wagen einigermaßen fahrbereit hinzubekommen. Lenkeigenschaften und Straßenlage blieben dennoch mangelhaft, ganz abgesehen davon, dass es mehr als eines Wunders bedurft hätte, um noch vom letzten Platz wegzukommen.

Das Team war dennoch entschlossen, weiterzumachen, und auf der SP 3 „wollte er’s wissen“ (O-Ton Bayer). Sodann kam es zu einem Überschlag, der nicht nur die Frontscheibe zum glatten Abschreibeposten degradiert hatte, es wäre auch die Hinterachse beinahe davongeflogen.

Beifahrer Wolfgang Scheitz meinte hinterher, Gerald und er wären im umgestürzten Wagen gehängt „wie die Schildkröten“. Worauf ein Mechaniker scherzhaft meinte, man könnte ja auch in der Werkstatt den Wagen aufs Dach legen, zu Übungszwecken.

Doch allen Widerständen zum Trotz kamen Gerald Kures und Wolfgang Scheitz über die volle Sprint-Distanz. Ihnen war damit etwas gelungen, was etwa einem Andreas Hulak, einem Christian Lietz oder dem holländischen Meister von 1974, Michel Smeets, nicht vergönnt war. Und wichtige Challenge-Punkte gab es auch noch. Auch das ist ein Erfolg!

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