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Rallye-WM: Jordanien

Jetzt kämpfen Hirvonen und Sordo um den Sieg

Nach einem Aufhängungsschaden am Ford Focus des führenden Latvala kämpfen Hirvonen und Sordo (+ 7,7 s) um den Sieg. Andreas Wimmer nach SP 18 auf Rang 25.

Michael Noir Trawniczek

Gleich am frühen Morgen schien die Rechnung des Ford-Werksteams aufzugehen: Der führende Dani Sordo musste als Erster auf die Strecke und den losen Schotter zur Seite kehren - dafür hatten sich Jari Matti Latvala und Mikko Hirvonen auf der letzten Prüfung des Samstags absichtlich zurückfallen lassen respektive das Tempo reduziert. Sordo hat diese Taktik als unsportlich bezeichnet. Ford konterte, dass die Regeln eine solche Vorgangsweise erwirken. Ford-Teamchef Malcolm Wilson erklärte: "Sordo hätte an unserer Stelle genau das Gleiche getan."

Wie auch immer: Allein auf der 16,4 Kilometer langen 17. Wertungsprüfung verlor Sordo 12,5 Sekunden auf den Bestzeithalter Mikko Hirvonen. Die Führung übernahm jedoch Latvala, Hirvonen lag nur drei Zehntelsekunden hinter seinem Teamkollegen. Dani Sordo belegte mit 2,4 Sekunden Rückstand den dritten Gesamtrang.

Doch auf der nur 9,18 Kilometer langen SP 18 verlor Latvala die frisch errungene Führung - an seinem Ford Focus brach die linke Hinterradaufhängung. Latvala und sein Co-Pilot Miikka Anttila mussten stoppen, konnten den beschädigten Querlenker mit einem Riemen notdürftig reparieren - dabei verloren die jungen Finnen rund 50 Sekunden.

Latvala berichtete im Zielraum der 18. Prüfung: "Der rechte Querlenker ist gebrochen - wir sind auf der 18. Prüfung nirgendwo angeschlagen aber wir sind auf der ersten Prüfung am Morgen, auf SP 17 über einen Felsbrocken gefahren, vielleicht ist der Schaden dort entstanden."

Danach musste sich Latvala mit dem schwer beschädigten Boliden bis zum nächsten Service schleppen - das linke Hinterrad stand übertrieben ausgedrückt quer zur Fahrtrichtung, war jedenfalls alles andere als zentriert. Bis zum Service waren neben der Verbindungsetappe auch noch die 41,45 Kilometer lange SP 19 "Jordan River" zu absolvieren. Auf der längsten Prüfung der Rallye, die nach dem Service nach der neuerlichen Absolvierung der morgendlichen Prüfungen den Abschluss der Rallye bildet, musste Jari Matti Latvala mehrmals stoppen und wurde auch von einigen Konkurrenten überholt. Doch der Finne konnte das Ziel erreichen, wenngleich er satte zehn Minuten verloren hat.

Bis zu 30 Sekunden hätte der Erste auf der Strecke nach den Berechnungen der Teams aufgrund des losen Schotters auf der langen "Jordan River"-Prüfung einbüßen können. Umso erstaunlicher war es, dass Sordo nur 2,3 Sekunden verloren hat. Der Kampf um den Sieg bleibt also spannend - Hirvonen liegt nun 7,7 Sekunden vor Sordo. Der Ford-Pilot erklärte im Zielraum von SP 19 gegenüber dem WRC-Radio: "Die Prüfung war sehr rutschig, wir hatten einige heikle Momente."

Nachdem aus dem Dreikampf an der Spitze ein Duell wurde, rückte Subaru-Pilot Chris Atkinson vor auf Rang drei. Der Australier, der heuer bereits dreimal auf dem Siegerpodest stand, fährt einem sicheren dritten Platz entgegen: Sein Rückstand beträgt etwas mehr als drei Minuten - von hinten droht keine Gefahr: Henning Solberg liegt als Vierter rund drei Minuten hinter Atkinson und weist einen Gesamtrückstand von 6:22 Minuten auf.

Um den fünften Gesamtrang wird auf den noch zu absolvierenden drei Wertungsprüfungen gekämpft: Stobart-Pilot Matthew Wilson belegt mit 8:41 Minuten Rückstand den fünften Platz, doch Federico Villagra (Munchi's Ford) liegt nur 8,6 Sekunden hinter dem Briten.

Der dritte Ford-Werkspilot, der als einer von wenigen WRC-Piloten Erfahrungswerte von der vorjährigen Jordanien-Rallye aufweisen kann, Khalid Al-Quassimi, belegt mit 9:42 Minuten Rückstand Rang sieben. Jari Matti Latvala belegt mit nahezu zwölf Minuten Rückstand den achten Gesamtrang - Gigi Galli liegt im dritten Stobart Ford als Neunter 1,5 Sekunden hinter Latvala. Um Al-Quassimi abzufangen, müsste Latvala 2:12 Minuten auf Al-Quassimi aufholen - normalerweise nicht möglich.

Mit einem Rückstand von nahezu 22 Minuten belegt Citroen-Junior Sébastien Ogier als Führender der JWRC den zehnten Gesamtrang - er liegt rund 50 Sekunden vor seinem Verfolger Jaan Mölder (Suzuki). Sein großes Vorbild, Namensvetter Sébastien Loeb, hat nach seinem kuriosen Frontalzusammenstoß mit Conrad Rautenbach unter "Superally" die Fahrt wieder aufgenommen und weist einen Rückstand von 23:43 Minuten auf. Rautenbach ist ebenfalls wieder dabei, er liegt rund 48 Minuten zurück.

Der Österreicher Andreas Wimmer, der für Stohl Racing in einem mit der neuen 2008er-Technik ausgerüsteten Subaru Impreza WRX STi 2007 an den Start ging, bestätigte seinen Ruf als verlässlicher Fahrer - nach SP 18 lag der 38-jährige mit rund 34 Minuten Rückstand auf dem guten 25. Gesamtrang.

Nach dem letzten Service bei dieser Rallye werden ab 11.30 Uhr Ortszeit (10.30 Uhr MESZ) die Prüfungen vom Vormittag ein weiteres Mal absolviert - die Straßen waren bereits am Morgen extrem rutschig, die Piloten werden also noch einmal höchste Konzentration aufbringen müssen. Um 13.06 Uhr Ortszeit (12.06 Uhr MESZ) wird noch einmal die lange "Jordan River"-Prüfung befahren - dann werden sich entweder Mikko Hirvonen oder Dani Sordo als erste Sieger der neuen Jordanien-Rallye ins Geschichtebuch der Rallye-Weltmeisterschaft eintragen.



Stand nach der 19. von 22 Prüfungen

 1.    Hirvonen      Ford       3:16:12.0
 2.    Sordo         Citroen    +     7.7
 3.    Atkinson      Subaru     +  3:18.8
 4.    Solberg       Ford       +  6:22.5
 5.    Wilson        Ford       +  8:41.7
 6.    Villagra      Ford       +  8:50.3
 7.    Al-Qassimi    Ford       +  9:42.4
 8.    Latvala       Ford       + 11:54.8
 9.    Galli         Ford       + 11:56.3
10.(1J)Ogier         Citroen    + 21:54.1
25.    Wimmer        Subaru     + 34:08.07*
* nach SP 18

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