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Zahlreiche Zwischenfälle am ersten Monte-Tag

Ogier superschnell unterwegs, doch ein auf die Fahrbahn geworfener Schneehaufen überrascht ihn. Hirvonen führt vor Meeke. Wittmann auf Rang neun.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Photo4, Daniel Fessl

Sébastien Ogier ist sauer...

Es ist nicht leicht mit diesen Zuschauern – Monte-Vorjahrssieger Sébastien Ogier wusste nach der dritten Wertungsprüfung, der zweiten Durchfahrt der 27,27 km langen SP „Burzet – Lachamp Raphael“ ein Lied davon zu singen: „Ein paar Zuschauer haben eine beträchtliche Menge an Schnee auf die Fahrbahn geworfen, wir waren mit Slickreifen unterwegs, haben den Schneehaufen getroffen. Es war ein Sch***-Zuschauer, total bescheuert!“

Dass es aber nicht nur Sch***-Zuschauer gibt, hat Ogier an Ort und Stelle am eigenen Leib verspürt: „Wir sind abgeflogen – es war unmöglich, weiter zu kommen. Wir haben einen Zuschauer gebraucht, der uns angeschoben hat.“

Natürlich ist der Ärger des Franzosen verständlich – der Peugeot-Pilot, dem nach zwei Prüfungen lediglich 4,3 Sekunden auf den führenden Mikko Hirvonen gefehlt haben, verlor bei dem Zwischenfall etwas mehr als zwei Minuten. Und auch auf SP3 war Ogier vor dem Crash mit einer Fabelzeit unterwegs. Was möglich gewesen wäre, zeigte er auf der vierten und letzten Prüfung des Tages: Auf der rund 45 km langen SP 4 deklassierte er den Rest des Feldes um satte 17,4 Sekunden. Mit 1:50 Minuten Rückstand belegt Sébastien Ogier nun Platz fünf in der Gesamtwertung.

Hirvonen: „Ein guter Tag“

Ohne den Zwischenfall hätte Mikko Hirvonen wohl die Führung bei der Monte verloren – so aber konnte der Finne für ein sensationelles Debüt des neuen Ford Fiesta S2000 sorgen: Nach einer Bestzeit auf SP 3 und Platz vier auf SP 4 führt der Vizeweltmeister des Vorjahrs bereits mit einem satten Vorsprung von 41,3 Sekunden auf den regierenden IRC-Champion Kris Meeke. „So soll die Monte Carlo-Rallye sein: Die Reifenwahl ist extrem wichtig!“, erklärte Hirvonen nach der letzten Prüfung des ersten Tages. Sich die Hände reibend bilanzierte er: „Das war ein guter Tag für uns.“

Meeke, der am Vormittag noch nicht wirklich zufrieden mit dem Setup seines Peugeot 207 S2000 war, konnte sich am Nachmittag steigern. Der Brite konnte jeweils die zweitschnellste Zeit markieren – und profitierte aber auch von weiteren Zwischenfällen auf den unwirtlichen, auf SP 4 erneut vernebelten Monte-Prüfungen.

So verlor der Franzose Stephane Sarrazin, der nach SP 3 noch den zweiten Gesamtrang innehatte, auf SP 4 aufgrund eines Reifenschadens rund drei Minuten, weshalb er auf den achten Gesamtrang abrutschte.

Skoda auf den Plätzen drei und vier

So konnte Skoda-Werkspilot Juho Hänninen den dritten Gesamtrang halten. Der Finne, der für viele der absolute Topfavorit auf den diesjährigen Monte-Sieg ist, liegt 1:04 Minuten zurück. Ein Rückstand, der angesichts der schwierigen Verhältnisse und der zahlreichen Zwischenfälle durchaus noch aufgeholt werden kann. Direkt hinter Hänninen, mit 1:20 Minuten Rückstand, belegt dessen neuer Teamkollege Nicolas Vouilloz Platz vier in der Gesamtwertung. Vouilloz streute seinem neuen Arbeitgeber Rosen: „Der Skoda Fabia funktioniert wirklich prächtig.“

Auch der dritte Skoda-Werksfahrer, der tschechische IRC-Vizemeister Jan Jopecky konnte an diesem Nachmittag aufzeigen und zweimal die drittschnellste Zeit markieren. Doch der Reifenschaden vom Vormittag hat viel Zeit gekostet, sodass Kopecky mit mehr als fünf Minuten Rückstand immer noch außerhalb der Top 10 zu finden ist.

Wittmann: „Ein paar gute Zeiten“

Franz Wittmann und Klaus Wicha, die im Peugeot 207 S2000 am Vormittag auf Nummer Sicher gesetzt und anstatt der von vielen eingesetzten geschnittenen Slickreifen lieber auf Intermediate-Pneus gesetzt haben, konnten auf der dritten Prüfung die achtschnellste Zeit markieren, rund eine halbe Minute hinter dem Bestzeithalter Mikko Hirvonen.

Nach der zehntschnellsten Zeit auf SP 4 (Probleme mit der Gegensprechanlage sorgten für Verständigungsprobleme mit Beifahrer Klaus Wicha) belegt das Interwetten-Duo in der Gesamtwertung mit 3:44 Minuten Rückstand den neunten Platz. Wittmann erklärte nach der vierten Prüfung: „Ich fühle mich recht wohl im Auto, wir konnten ein paar nette Zeiten markieren. Es sieht so aus, als könnten wir hier erfolgreich sein."

Wittmann fügte hinzu: "Von 19 gestarteten S2000 Autos sind wir Neunte und damit bestes Privatteam. Der Peugeot läuft super, das Team arbeitet perfekt und auch die Zusammenarbeit mit Klaus Wicha ist, mit Ausnahme der schon erwähnten Verständigung, ausgezeichnet. Daher bin ich für morgen sehr zuversichtlich."

Auf den auf Platz acht liegenden Stephane Sarrazin fehlen Wittmann rund 28 Sekunden, der Vorsprung auf den Zehnten, Guy Wilks im Skoda Fabia S2000, beträgt 43 Sekunden. Da es an den kommenden Tagen noch einige Zwischenfälle geben wird, darf sich Wittmann, falls er weiter so besonnen fährt, durchaus Hoffnungen auf Punkte beim S2000-Einstand auf der IRC-Bühne machen.

Sechs Prüfungen am zweiten Tag

Am zweiten vollen Tag der Rallye Monte Carlo sind insgesamt sechs Wertungsprüfungen zu absolvieren, je drei Prüfungen werden zwei Mal befahren.

Um 10.13 Uhr geht’s los mit der 25,3 km langen SP 5 „Labatie d’Andaure – St. Pierre Sur Doux“. Um 10.55 Uhr wird die 25,67 km lange SP 6 „St. Bonnet – St. Julien Molhesabate – St. Bonnet“ in Angriff genommen. Schließlich steht um 12.20 Uhr die 21,92 km lange SP 7 „Lamastre – Gilhoc – Alboussiere“ auf dem Programm, ehe die drei Prüfungen am Nachmittag ein zweites Mal befahren werden.



Stand nach Tag 1 (SP 4)

 1.  Mikko Hirvonen     Ford      1:34:01.8
 2.  Kris Meeke         Peugeot      + 41.9
 3.  Juho Hänninen      Skoda      + 1:04.4
 4.  Nicolas Vouilloz   Skoda      + 1:20.3
 5.  Sebastien Ogier    Peugeot    + 1:50.5
 6.  Bruno Magalhaes    Peugeot    + 2:28.1
 7.  Toni Gardemeister  Abarth     + 2:43.2
 8.  Stephane Sarrazin  Peugeot    + 3:15.8
 9.  Franz Wittmann     Peugeot    + 3:44.1
10.  Guy Wilks          Skoda      + 4:27.1

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