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WRC: Mexiko-Rallye

Latvala als Ogiers WM-Hauptgegner?

Sébastien Ogier wurde in Mexiko wohl nur wegen der Startreihenfolge Zweiter, dennoch sieht er Latvala als Hauptgegner in der WM.

Nach zwei Siegen in Folge musste sich Sébastien Ogier bei der Mexiko-Rallye seinem Volkswagen-Teamkollegen Jari-Matti Latvala geschlagen geben. Der Finne hatte nach 21 Sonderprüfungen knapp eine Minute Vorsprung. Hauptfaktor für die Niederlage des Weltmeisters war die Startposition. Am Freitag und Samstag musste Ogier die Prüfungen als Erster eröffnen, damit musste er – wie vom WM-Veranstalter intendiert – als Straßenkehrer die Ideallinie vom losen Schotter freifahren. Die nachfolgenden Autos hatten deutlich bessere Straßenverhältnisse und mehr Grip.

Aufgrund seiner beiden Ausfälle in Südfrankreich und Schweden hatte Latvala den Vorteil einer späten Startposition. Den Freitag begann er als achtes Auto. Ogier, der die Startreihenfolge nach dem WM-Stand schon immer kritisiert hat, sagte: "Es ist kein Geheimnis, dass es für uns ein frustrierendes Wochenende war. Wir haben unser Bestes gegeben und sind Zweiter geworden. Mehr war nicht möglich, wir haben zumindest viele Punkte für die Weltmeisterschaft gesammelt."

Latvala sammelte 27 WM-Punkte und verbesserte sich damit sogleich auf den sechsten WM-Rang. Obwohl der Finne immer noch 50 Punkte hinter Ogier liegt, rechnet der Franzose mit ihm als Gegner: "Ich sehe Jari-Matti als meinen größten Rivalen in diesem Jahr." Bei der nächsten WM-Rallye in Argentinien wird der Startvorteil erneut bei Latvala liegen, denn der Finne wird am ersten Tag als Sechster an der Startlinie stehen. "Es könnte dort die gleiche Situation sein", seufzte Ogier, "oder das Wetter hilft mir. Ich möchte nicht mit so einem Vorteil gewinnen. Warten wir ab."

Welchen Einfluss die Startposition hatte, zeigte der letzte Tag, als in umgekehrter Reihenfolge des Rallyestands gestartet wurde. Ogier war das zehnte Auto auf der Straße, Latvala folgte direkt dahinter, die Voraussetzungen waren also gleich. Ogier stellte in der langen 80-Kilometer-Prüfung Guanajuato die Bestzeit auf und holte sich auch auf der Powerstage drei Bonuspunkte. Latvala risikierte am Sonntag aber nichts mehr und verwaltete seinen großen Vorsprung.

Auf der längsten Prüfung des Jahres war Ogier um 25,3 Sekunden schneller als Latvala. Hätte er mehr aufholen können? "Wenn ich nur 30 Sekunden zurückgelegen hätte, hätten wir es probieren können. Aber eineinhalb Minuten auf 80 Kilometern aufzuholen ist verdammt schwierig. Ich bin an diesem Wochenende sehr gut gefahren. Die drei Bonuspunkte in der Powerstage waren auch sehr gut."

Ogier stellte in der laufenden Saison auf allen drei Powerstages die Bestzeit auf. Alleine das brachte ihm schon neun WM-Punkte ein. Volkswagen ist damit in Mexiko seit vier Jahren ungeschlagen; in Argentinien konnte der krisengeschüttelte deutsche Hersteller bisher nur einmal gewinnen – 2014, als sich Latvala in die Siegerliste eintragen konnte. Ogier hat die Argentinien-Rallye bisher noch nie gewonnen.

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