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Rallye-WM: Interview

Ogier: Respekt für Titel mit M-Sport

Nur drei Fahrer konnten ihren WM-Titel mit einem neuen Team verteidigen – Sébastien Ogier glaubt, nun mehr Anerkennung zu erhalten.

Sébastien Ogier hat etwas geschafft, was bislang nicht vielen Fahrern gelungen ist: Der Franzose konnte seinen WM-Titel in einem anderen Team und mit einem anderen Fahrzeug erfolgreich verteidigen. In der Geschichte der Rallye-WM ist dies vor Ogier nur Juha Kankkunen und Walter Röhrl gelungen. Andere Legenden wie Sébastien Loeb und Tommi Mäkinen feierten ihre Erfolge stets mit der gleichen Marke.

Dass Ogier mit dem privaten M-Sport-Team Weltmeister wurde, ist eine besondere Befriedigung für ihn, denn VW hatte jahrelang die besten Ressourcen. Ogier wollte sich nicht nachsagen lassen, dass er lediglich mit einem dominanten Auto siegen kann. "Es ist sehr befriedigend, unter diesen Umständen zu gewinnen", sagte deshalb der nun fünffache Champion. "Man erreicht diese Erfolge aber nie alleine, man braucht immer ein großes Team um sich herum." Ein Schlüssel zum Erfolg ist auch Co-Pilot Julien Ingrassia; die beiden Franzosen teilen sich das Auto schon seit 2006.

"Die Leute sagen oft, dass es einfach ist, mit dem besten Team zu gewinnen, aber selbst wenn man das beste Auto und das beste Team hat, ist es nicht einfach, weil man immer noch die Arbeit machen muss. Es ist aber noch schwieriger, wenn man im kleinsten Team mit dem kleinsten Budget anfängt. Das macht die Herausforderung noch schwieriger. Deshalb schätze ich, dass die Anerkennung größer ist." Ein Schlüssel zum Erfolg ist auch Co-Pilot Julien Ingrassia; die beiden Franzosen teilen sich das Auto schon seit 2006.

Ogier hat in der abgelaufenen Saison zwar nur zwei Rallyes gewonnen, doch seine Konstanz machte den Unterschied aus, weil sich das Jahr aufgrund der vielen unterschiedlichen Sieger sehr abwechslungsreich gestaltete. "Ich sage immer, dass die besten Sportarten diejenigen sind, die man nicht vorhersagen kann", so Ogier. "Vor einer Rallye ist es unmöglich zu sagen, wer gewinnen wird. Das liebe ich bei MotoGP-Rennen, und es ist toll, dass das auch im Rallyesport der Fall ist."

Mit seinen fünf WM-Titeln ist Ogier nun schon der zweiterfolgreichste WM-Pilot aller Zeiten; auch in der Siegstatistik hält er mit 40 Triumphen den zweiten Platz. Sébastien Loeb ist mit neun WM-Titeln und 78 Siegen aber noch weit voraus. Gemeinsam haben Loeb und Ogier die Geschichtsbücher umgeschrieben. Seit 2004 haben nur Piloten aus Frankreich den Fahrer-WM-Titel geholt und ihr Land somit zur erfolgreichsten Rallyenation gemacht, die bei 185 Laufsiegen hält. Finnland hat seine Vormachtstellung mit 178 Triumphe eingebüßt.

"Es ist eine tolle Zeit für Frankreich", sagte Ogier angesichts dieser Bilanz, "aber manchmal habe ich das Gefühl, dass die Franzosen das nicht realisieren. Es wird zur Normalität, dass Franzosen gewinnen, aber es ist ganz bestimmt eine außergewöhnliche Phase. Wir wollen diese Periode natürlich verlängern, solange wir noch hier sind." 2018 beginnt zum 14. Mal in Folge ein Franzose die Saison als Titelverteidiger.

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