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Rallye-WM: Irland

Dramatische Eröffnungsetappe

Viele Abflüge, darunter auch Marcus Grönholm und Andreas Aigner - eine knallharte erste Etappe. Es führt Sébastien Loeb vor Daniel Sordo, Jari Matti Latvala und Mikko Hirvonen. Manfred Stohl auf Rang sieben.

Michael Noir Trawniczek

Die Protagonisten der Rallye-Weltmeisterschaft lieferten mit der ersten Etappe zur neuen Irland-Rallye einen dramatischen Einstand auf der "grünen Insel". Die mit Schlamm bedeckten, winkeligen und dennoch schnellen Asphaltstraßen stellten die Piloten auf eine harte Probe - und nicht wenige bestanden diese nicht.

Gleich am Morgen berichtete Sébastien Loeb nach einer Bestzeit auf SP 2 von einer beschädigten Hinterradaufhängung, nahezu ohne Schmiermittel musste der Citroen-Pilot zwei weitere Prüfungen überstehen und befürchtete bereits das Schlimmste. Eine Aufgabe hätte schließlich die vorzeitige Niederlage im großen Gigantenduell gegen Marcus Grönholm bedeuten können.

Grönholm in der Mauer

Doch es kam ganz anders: Loeb schaffte es ohne große Zeitverluste ins Service, die Führung übernahm sein Stallkollege Daniel Sordo. Grönholm hingegen verbremste sich auf SP 4 und krachte mit der Fahrerseite derart hart in eine Mauer, sodass fahrerseitig beide Räder des Ford Focus abgerissen wurden. Als Copilot Timo Rautiainen sein Team darüber informiert hatte, dass Grönholm, der zunächst unverletzt schien, mehrmals für kurze Zeit das Bewusstsein verloren hat und der 39-jährige wie bereits in Australien Gedächtnislücken aufweist, wurde die SP neutralisiert und ein Rettungsteam zur Bergung der beiden Finnen auf die Prüfung geschickt. Glücklicherweise konnten die Ärzte wenig später Entwarnung geben...

Ebenfalls auf SP 4 erwischte es die beiden Subaru-Werkspiloten Chris Atkinson und Xavier Pons, die beide von der Strecke abkamen. Während Atkinson mit großem Rückstand die Rallye fortsetzen konnte, musste Pons die Etappe beenden.

Loeb "fuhr nicht gut", Sordo happy

Nach dem Service konnte Sébastien Loeb die Führung wieder an sich reißen und seinen Vorsprung leicht ausbauen. Auf den beiden letzten Prüfungen jedoch verlor der Weltmeister wieder einige Sekunden. Unzufrieden erklärte er nach der letzten Prüfung SP 10: "Ich bin nicht wirklich gut gefahren, ich hatte kein Selbstvertrauen - und Dani war wirklich schnell unterwegs." Tatsächlich konnte sich Sordo auf der letzten Prüfung mit einer weiteren Bestzeit bis auf drei Sekunden an seinen führenden Stallkollegen heranzoomen. "Die Konditionen waren wirklich schlimm, es war sehr schwierig - aber ich bin sehr glücklich", gab Sordo am Ende des ersten Tages zu Protokoll.

Latvala gewinnt Duell gegen Hirvonen

Einen guten Tag hatte auch der junge Finne Jari Matti Latvala im Stobart Ford, der sich im direkten Kampf gegen Ford-Werkspilot Mikko Hirvonen durchsetzen und Rang drei verteidigen konnte. Nach der ersten Etappe weist Latvala, der bereits mehr als eine Minute zurück liegt, einen Vorsprung von 16,1 Sekunden auf Hirvonen auf. Die beiden Finnen, die möglicherweise im kommenden Jahr Teamkollegen sein könnten, werden ihren Kampf um Platz drei am Samstag fortsetzen.

"Gar nicht so schlecht" empfand Subaru-Pilot Petter Solberg seine heutige Leistung - als Fünfter liegt er 2:07 Minuten zurück. Der zweite Stobart-Pilot Henning Solberg konnte sich anfangs hinter seinem Bruder auf Rang sechs einreihen - doch auf SP 8 wurde auch er von der selektiven, rutschigen Piste abgeworfen. Der Norweger krachte gegen einen Baum, es gab keine Verletzte. Schon zuvor berichtete Solberg von einer Schrecksekunde, als er vor einem Sprung, an dem es besonders rutschig war, von aufgeregten, winkenden Fans gewarnt wurde: "Obwohl ich die Warnung ernst nahm, landete ich schon seitlich - ohne die Zuschauer wäre das wohl ein übler Abflug geworden, ich muss mich bei den Fans bedanken."

Guy Wilks in seinem privaten Subaru Impreza wird nun wieder auf Rang sechs ausgewiesen - eine tadellose Leistung. Zuvor schien Wilks laut Zeitentabelle auf SP 8 zurückgefallen zu sein, für einige Zeit schien Manfred Stohl als Sechster auf...

Stohl ohne Vertrauen auf Rang sechs

Doch Manfred Stohl belegt am Ende des ersten Tages den siebten Platz. Wirklich freuen konnte sich der Wiener nicht: "Natürlich bin ich mit dieser Position zufrieden. Aber ich hatte den ganzen Tag über Probleme mit den Bremsen und konnte so kein Vertrauen in das Fahrzeug aufbauen."

Nach SP 8 sorgte "Stohlito" für Unterhaltung, als er die Verwegenheit dieser Prüfung zu beschreiben versuchte, nach Worten ringend gab der Wiener zu Protokoll: "Das war so als ob du mit dem Jet durch New York fliegen würdest - einfach unglaublich!" Auf Wilks fehlen Stohl 28,3 Sekunden.

Über zwei Minuten hinter dem Kronos-Piloten liegt der dritte Stobart-Pilot, Matthew Wilson, auf Rang acht.

Aigner in Führung liegend out

In der PWRC konnte Andreas Aigner zunächst gegen den Topfavoriten Mark Higgins um die Führung kämpfen und diese auch erobern. Doch auf SP 7 erwischte es auch den Steirer - er rammte eine Mauer und überschlug sich. "Ich war zu schnell", gab Aigner offenherzig zu. Jetzt überlegt das Red Bull Rallye-Team, ob man den beschädigten Mitsubishi Lancer Evo IX reparieren und unter "Superally" am Samstag weiterfahren soll - dagegen spricht der schon in zwei Wochen stattfindende finale PWRC-Lauf im Rahmen der Wales-Rallye, bei dem Aigner noch einmal einen Erfolg erzielen möchte.

In der PWRC führt nun Mark Higgins vor Armindo Araujo und Gabriele Pozzo. Die Stohl Racing-Piloten Stepan Vojtech und Patrick Flodin belegen die Ränge sieben und zwölf.

Die zweite Etappe wird am Samstagmorgen um 8.13 Uhr Ortszeit (9.13 Uhr MEZ) mit der 27,76 Kilometer langen Wertungsprüfung SP 11 "Sloughan Glen" eingeläutet.



Stand nach der 1. Etappe

 1.  Loeb       Citroen    1:33:15.9
 2.  Sordo      Citroen     +   11.2
 3.  Latvala    Ford        + 1:28.4
 4.  Hirvonen   Ford        + 1:53.2
 5.  Solberg    Subaru      + 2:19.2
 6.  Wilks      Subaru      + 4:13.6
 7.  Stohl      Citroen     + 4:41.9
 8.  Wilson     Ford        + 6:45.4
 9.  McNulty    Subaru      + 7:55.9
10.  MacHale    Ford        + 7:59.8

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