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Folgenschwerer Lesefehler

Mindestens acht WM-Punkte kostete der Lesefehler von Daniel Elena, dem Beifahrer von Sébastien Loeb. Der 35-jährige Monegasse ist frustriert.

Michael Noir Trawniczek

"Das war zu hundert Prozent mein Fehler - manchmal denkst du 'blau' und sagst aber 'grün', so einfach ist das", erklärte ein zerknirschter Daniel Elena nach seinem folgenschweren Lesefehler auf der 13. Wertungsprüfung der Japan-Rallye. Aufgrund des Fehlers fabrizierte Weltmeister Sébastien Loeb einen Abflug.

Auch wenn das Duo die Fahrt am Sonntag unter "Superally" zu Testzwecken fortsetzen wird, ging doch eine einmalige Chance verloren. Schließlich lagen Loeb und Elena hinter Mikko Hirvonen auf Rang zwei - nach dem Ausscheiden von Marcus Grönholm hätte man die vier Punkte Rückstand in der WM-Tabelle in einen mindestens ebenso viele Zähler betragenden Vorsprung umwandeln können...

Sébastien Loeb berichtet: "Ich habe bis dahin immer noch mit dem Gedanken gespielt, die Führung zu übernehmen. Dann kamen wir auf eine Rechtskurve zu, Daniel sagte etwas Falsches an und wir waren zu schnell. Wir schlugen mit der linken Hinterseite des Autos gegen einen Baum und fielen eine Böschung hinab. Der vordere Teil des Autos steckte im Geäst, aber die Hinterräder waren immer noch auf der Straße. Der Wagen war ja nur teilweise beschädigt und so probierten wir alles, um doch noch weiterfahren zu können, doch unsere Bemühungen haben leider nicht gefruchtet."

Elena grübelt: "Meine Notizen waren korrekt, ich habe sie auch korrekt gelesen - aber ich habe sie falsch angesagt. Ich weiß noch immer nicht, warum das passieren konnte. Nachfolgewirkungen vom Jetlag? Zu wenig aufgepasst? Eine Zehntelsekunde war mein Gehirn quasi 'nicht connected' - aber das hat genügt, um ein Drama auszulösen. Es tut mir wirklich sehr leid und ich habe mich bei Sébastien und dem gesamten Team dafür bedankt, dass sie mir nicht allzu böse waren."

Citroen-Teamchef Guy Fréquelin sprach seinem Schützling umgehend Trost zu: "Das war Daniel's erste Lesefehler in zehn Jahren. Ich habe ihm gesagt, er soll das nun hinter sich lassen und sich auf den wichtigen Job konzentrieren, den es nun zu erledigen gibt."

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