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Solberg out, Loeb in Führung

Nach Ölverlust musste der bis dahin führende Petter Solberg auf SP 6 verzichten. Sébastien Loeb führt 18,8 Sekunden vor Chris Atkinson. Mikko Hirvonen nur 3,8 Sekunden hinter dem zweiten Subaru. Stohl Sechster. Andreas Aigner nach Motorbeschädigung out, hofft auf Fortsetzung am Samstag.

Michael Noir Trawniczek

Das Mexiko-Wochenende hat so schön begonnen für Petter Solberg, den Weltmeister des Jahres 2003. Er hat sich so sehr gefreut auf den neuen Subaru Impreza WRC 2007, hat sich, nach der enttäuschenden Saison 2006, so viel erhofft von dem neuen Modell. Und dann hat er den ganzen Vormittag über das Feld kontrolliert, eine beeindruckende oder zumindest ermutigende Fahrzeugpremiere - wenngleich die Zeitabstände nicht allzu groß waren und Kaliber wie Sébastien Loeb noch nicht so recht an einen Quantensprung im Hause Subaru glauben wollten. Loeb sprach die Führung des Norwegers der für die Toppiloten der WM nachteiligen Startreihenfolge zu.

Als Solberg auch die erste Prüfung des Nachmittags mit Bestzeit abschließen konnte, sagte Loeb respektvoll: "Petter war wirklich schnell unterwegs - es sieht so aus, als wäre Subaru in den Titelkampf zurückgekehrt." Die nächste Prüfung erging an Manfred Stohl (siehe weiter unten), Loeb wurde Zweiter, zoomte sich bis auf 2,1 Sekunden an Solberg heran, der Norweger beendete SP 5 als Fünfter.

Ein Abo bei der Defekthexe

Doch dann schlug einmal mehr die Defekthexe bei Solberg und seinem Subaru-Team zu. Der neue Impreza verlor noch vor dem Start der sechsten Prüfung Öl, an einen Start war nicht zu denken. Im Servicepark wird der Motor des neuen Boliden auf Herz und Nieren überprüft - die Ingenieure müssen prüfen, ob Solberg am Samstag unter "SupeRally" die Veranstaltung fortsetzen kann. Zuvor, nämlich gleich in der ersten Prüfung, verlor Bruder Henning Solberg die Kontrolle über seinen Stobart Ford, überschlug sich. Zwar konnte Solberg die fahrt fortsetzen, doch die Chancen auf WM-Punkte sind damit natürlich auf ein Minimum reduziert worden.

Sébastien Loeb erbte die Führung, bestätigte diese gleich mit der Bestzeit auf SP 6, der letzten "richtigen" Prüfung der ersten Etappe, Platz 2 belegte sein Teamkollege Dani Sordo im zweiten Citroen C4 WRC. Dahinter Mikko Hirvonen und Manfred Stohl, der zuvor auf SP 5 seine erste SP-Bestzeit des Jahres 2007 in den losen Schotter brennen konnte.

Die beiden Superspecial-Prüfungen ergingen an Marcus Grönholm (vor Loeb und Atkinson) sowie an Atkinson (vor Sordo und Henning Solberg).

In der Gesamtwertung führt Loeb 18,8 Sekunden vor Chris Atkinson im zweiten Subaru Impreza WRC 2007. Der Australier sprach sich Mut zu: "Mein Motor ist in Ordnung..." Auf Platz drei liegt nun Mikko Hirvonen - ihm fehlen nur 3,8 Sekunden auf Atkinson. Dani Sordo liegt nur zwei Sekunden hinter dem Finnen auf Rang vier.

Grandioser Stohl

Und auch der grandios fahrende Manfred Stohl (Platz 1 auf SP 5, Platz 4 auf SP 6) liegt noch in Podestreichweite - 22 Sekunden fehlen auf den ersehnten "Stockerlplatz". Der Wiener und seine Kärntner Copilotin Ilka Minor lagen nach SP 6 auf dem fünften Gesamtrang, wurden jedoch noch von Grönholm überholt. Auf den Finnen fehlen dem Kronos-Duo 8,6 Sekunden. Gegenüber dem WRC-Radio erklärte Stohl: "Es lief gut, ich bin mit dem Auto zufrieden."

46,1 Sekunden hinter Stohl liegt Stobart Ford-Nachwuchshoffnung Jari-Matti Latvala. Den letzten zu vergebenden Punkterang für die Fahrerwertung nimmt zurzeit der britische Stobart Ford-Pilot Matthew Wilson in Anspruch, ihm fehlen beinahe drei Minuten auf seinen Stallkollegen. Von hinten droht Wilson wenig Gefahr: Der private Ford-Pilot Gareth MacHale liegt 47,8 Sekunden hinter ihm.

Aigner hofft auf Fortsetzung

Das Auto von Andreas Aigner hat, auf dem Abschleppwagen, den Servicepark erreicht. Die Ingenieure werden den Mitsubishi durchchecken und danach wird das Team unter Raimund Baumschlager entscheiden, ob die Rallye zu Trainingszwecken fortgesetzt werden soll. Zuletzt zeigte sich Baumschlager diesbezüglich zuversichtlich.

Aigner berichtet über den Vorfall auf SP 3: "In einer versteckten Kurve lagen plötzlich zwei große Steine. Ich hatte keine Chance." Aigner fügt hinzu: "Unter normalen Umständen ist das nicht möglich. Ich vermute, dass da die Zuschauer ihre Hände im Spiel hatten. Denn zuvor bekamen schon einige andere Fahrer Steine in die Windschutzscheibe geschossen." Man kann es nicht oft genug sagen: auf solche "Fans" kann der Sport garantiert verzichten. Sie sollten nicht nur vom Gelände verwiesen, sondern auch angezeigt werden.

Rund 155 Wertungskilometer am 2.Tag

Die zweite Etappe wird am Samstagmorgen um 8.19 Uhr Ortszeit (15.19 Uhr MEZ) mit der rund 30 Kilometer langen Wertungsprüfung "Ibarrilla1" eingeläutet.

Insgesamt werden am Samnstag rund 155 Wertungskilometer zurückgelegt, die drei Prüfungen des Vormittags werden nach dem Mittagsservice noch einmal befahren. Ab 16.35 Uhr Ortszeit (23.35 Uhr MEZ) werden in León wieder die beiden Superspecial-Prüfungen auf der hiesigen Rennstrecke den Abschluss des Tages bilden.

Gesamtklassement nach der ersten Etappe

 1.  Loeb         Citroen      1: 25:21.9
 2.  Atkinson     Subaru           + 18.8
 3.  Hirvonen     Ford             + 22.6
 4.  Sordo        Citroen          + 24.6
 5.  Grönholm     Ford             + 35.6
 6.  Stohl        Citroen          + 44.2
 7.  Latvala      Ford           + 1:30.3
 8.  Wilson       Ford           + 4:25.3
 9.  MacHale      Ford           + 5:13.1
10.  Higgins      Mitsubishi     + 6:56.1

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