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WRC-Promoter will Pläne durchboxen

Trotz einstimmiger Ablehnung seitens der FIA wollen der WRC-Promoter und Volkswagen die angedachten Shootout-Pläne für 2015 umsetzen.

In der Rallye-WM werden weiterhin Pläne für eine radikale Veränderung des Formats geschmiedet, obwohl der gegenwärtige Vorschlag der WRC-Kommission vom Motorsport-Weltrat der FIA einstimmig abgelehnt worden ist. VW-Motorsport-Direktor Jost Capito (Bild) und WRC-Promoter Oliver Ciesla, die beiden Hauptbefürworter der neuen Pläne, glauben, dass die Änderung der Power Stage bereits im kommenden Jahr umgesetzt wird.

Die größte Veränderung beträfe die Einführung eines Koeffizienten bei der Zeitnahme einer WM-Rallye: Jede Sekunde Vorsprung würde durch zehn dividiert und wäre im finalen Shootout nur noch eine Zehntelsekunde wert. "Ich glaube, dass ist der richtige Fortschritt für die Rallye-WM, um mehr Leute zu erreichen", sagt Ciesla gegenüber Autosport. "Es gibt keine Anzeichen dafür, dass wir nicht optimistisch sein sollten."

Obwohl die Fahrer und Co-Piloten ebenfalls einstimmig gegen dieses Format gestimmt haben, ist Capito überzeugt, es sei der richtige Weg für die Zukunft des Sports. "Man sollte nicht auf die Wünsche der Fahrer hören", sagt Capito. "Sie investieren nicht in diesen Sport; sie verdienen Geld mit diesem Sport. Sie sind für den Rallyesport wichtig, aber sie sollten nicht ins Reglement eingebunden sein."

"Sie sollten in Sicherheitsfragen eingebunden werden, zweifellos. Und sie sollten auch in die Organisation einer Rallye eingebunden werden, denn in diesem Bereich sind sie die Experten. Bei den anderen Angelegenheiten sollten die Leute, die Geld in diesen Sport investieren, das letzte Wort haben", meint Capito, dessen Team von der österreichischen Getränkefirma hinter dem WRC-Promoter gesponsert wird.

"Den Fahrern ist bewusst, dass etwas passieren muss, zumindest sind sich es unsere Fahrer. Sie wissen auch, dass niemand einen besseren Vorschlag gemacht hat. Man darf nicht vergessen, dass Fahrer immer gegen Veränderungen sind. Sie haben auch gesagt, dass die Power Stage die Rallye-WM zerstören würde, aber das ist nicht geschehen. Die Fahrer wollen den puren Sport, aber sie sind etwas kurzsichtig. Wenn der Wert des Sports nicht vorhanden ist, kommen auch keine Hersteller – und sie haben keinen Job", spricht Capito die Gesamtsituation an.

Er war auch nicht überrascht von der Entscheidung des Motorsport-Weltrates. "Ich ahnte, dass es nicht akzeptiert werden würde, weil Jean Todt die Idee nicht gefällt", sagt Capito weiter. "Ich finde es aber erstaunlich, dass ein einstimmiger Beschluss der WRC-Kommission, also von Leuten, die im Business der Rallye-WM involviert sind, einstimmig von Leuten abgelehnt wird, die nicht involviert sind."

"Für mich ist es ein Schlag ins Gesicht der Kommission. Es ist ein Misstrauensvotum gegen die WRC-Kommission und den Promoter – vor allem gegen den Promoter. Alle Beteiligten haben diesen Vorschlag voll und ganz unterstützt – und dann wurde er abgelehnt. Ich weiß nicht, ob so etwas schon in der Vergangenheit passiert ist."

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