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Reifenlotterie

Während an der Spitze weiterhin die beiden Ford-Piloten Grönholm und Hirvonen die Rallye kontrollierten, blieb Stohl wegen falscher Pneus Vierter hinter Sordo.

Michael Noir Trawniczek

Als die Rallye-Protagonisten am Samstagmorgen die sechste Wertungsprüfung in Angriff nahmen, setzte plötzlich schwerer Regen ein. Die Piloten und ihre Ingenieure mussten jedoch bereits 2,5 Stunden zuvor ihre Reifenwahl für die drei Prüfungen am Vormittag treffen. So geriet der erste Teil der zweiten Etappe der Neuseeland-Rallye zu einer Reifenlotterie.

Davon war auch das Ford-Team betroffen, was Marcus Grönholm und Mikko Hirvonen jedoch nicht davon abhalten konnte, ihre Doppelführung erfolgreich zu verteidigen. Grönholm, der nur auf SP 6 die Bestzeit markieren konnte, klagte nach SP 7: "Es war sehr schwierig, eine äußerst schlammige Prüfung, nicht sehr nett." Mikko Hirvonen liegt vor dem Mittagsservice 41,8 Sekunden hinter seinem Teamkollegen, der Finne erklärte: "Aufgrund unserer falschen Reifenwahl konnten wir nicht wirklich angreifen, es war sehr rutschig."

Die Bestzeiten auf den Prüfungen 7 und 8 markierte Subaru-Pilot Chris Atkinson. Der Australier erklärte zufrieden: "Wir haben in der Nacht ein paar kleine Änderungen vorgenommen, daher können wir jetzt härter puschen." In der Gesamtwertung belegt Atkinson den achten Rang, Stallkollege Petter Solberg liegt auf Rang sechs.

Pons rückte näher an Stohl heran

Stark waren auch die beiden Kronos-Piloten an diesem verregneten Vormittag unterwegs - sehr zum Leidwesen von Manfred Stohl, der wegen einer falschen Reifenwahl gehandicapt war. "Wir sind das einzige Auto, welches mit der harten Mischung unterwegs ist", ärgerte sich der Wiener. Und fügte hinzu: "In diesem Jahr haben wir schon so oft die falsche Reifenwahl getroffen, das ist bei jeder Rallye mindestens einmal passiert, es ist unglaublich."

Nach der ersten Etappe lag Stohl nur 2,2 Sekunden hinter dem Dritten Dani Sordo - mit den falschen Gummis konnte Stohl jedoch wenig ausrichten. Anstatt wie geplant das Podium zu stürmen, vergrößerte der Peugeot-Pilot den Rückstand auf Sordo um exakt zehn Sekunden. Zudem rückte der zweite Kronos-Pilot Xavier Pons immer weiter an Stohl heran - nachdem Pons zweimal die zweitschnellste SP-Zeit fahren konnte, fehlen ihm als Fünften nur noch 7,4 Sekunden auf den Österreicher. Stohl wird einen Dreikampf um den Platz auf dem Podium auszufechten haben. Für einen neuerlichen Podestplatz müssen die beiden Kronos-Piloten bezwungen werden.

Gaststarter Valentino Rossi wurde mit der schlammigen Seite des Rallyesports konfrontiert, ließ sich jedoch am Steuer seines privaten und pechschwarzen Subaru Impreza WRC 2005 zu keinem Fehler verleiten - der Motorrad-Superstar erklärte: "Es war sehr rutschig, vor allem die siebente Prüfung war sehr schwierig zu fahren. Wir gingen es daher lieber ein bisschen langsamer an." In der Gesamtwertung rückte der "Doktor" vor auf Rang 16, sein Rückstand beträgt 13:45 Minuten.

Am Nachmittag werden die beiden Prüfungen "Te Akau South" (27,55 Kilometer) und "Ta Akau North" (32,64 Kilometer) absolviert, bevor dann um 18.15 Uhr Ortszeit (7.15 Uhr MEZ) die abschließende Superspecial, eine Runde um den Servicepark im Mystery Creek Center, den Abschluss der zweiten Etappe bildet.

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