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ERC/ORM: Jännerrallye 2014

Baumschlager führt - Kajetanowicz out

Raimund Baumschlager übernimmt mit gewagter Reifenstrategie die Führung, auf SP 6 fällt Kajetan Kajetanowicz aus. Pech und Kubica auf den Plätzen zwei und drei.

Michael Noir Trawniczek
Foto: Daniel Fessl/www,motorline.cc

So schnell kann es gehen: Kajetan Kajetanowicz, nach SP 3 noch Rallyeleader, fiel auf SP 4 zunächst auf Platz zwei zurück, konnte auf SP 5 mit einer Bestzeit kontern, doch auf SP 6 verunfallte er in St. Oswald. Der genaue Unfallgrund ist noch nicht bekannt, Fahrer und Beifahrer sind jedoch unverletzt. Noch ist nicht klar, ob der Pole am Sonntag die Fahrt fortsetzen kann.

Raimund Baumschlager berichtete nach SP 6: „Ich habe nur gesehen, dass Kajetanowicz in St. Oswald wohl irgendwo angeschlagen sein muss, der Copilot hat das ‚OK‘-Schild herausgehalten. Dieser Ausfall tut mir natürlich leid – aber so schnell kann es gehen, manchmal reichen schon zwei km/h zu viel und es geht sich nicht mehr aus.“

Baumschlager selbst gelang auf SP 4 ein regelrechter Coup: „Ich habe eine sehr riskante Entscheidung getroffen: Ich war der einzige Spitzenfahrer, der komplett ohne Spikes gefahren ist.“

Im ersten Durchgang war diese Prüfung, die 18,99 km lange SP „Pierbach“, noch zur Hälfte komplett vereist – im Vorfeld wussten viele nicht, wie sehr sich dieses Eis verflüchtigen wird. Baumschlager lag mit seiner Entscheidung goldrichtig, denn das Eis war komplett verschwunden. Der Skoda-Pilot erklärte: „Natürlich profitiere ich auch von meiner großen Erfahrung bei dieser Rallye, aber auch die Leute von Pirelli haben mir sehr bei dieser Entscheidung geholfen.“

Auf SP 4 konnte Baumschlager so dem zweitplatzierten Vaclav Pech 8,9 Sekunden abknöpfen – im Gesamtklassement übernahm er die Führung und gab diese auch auf den Prüfungen SP 5 und SP 6 nicht mehr ab. Auf SP 5 markierte wie erwähnt Pechvogel Kajetanowicz die schnellste Zeit, auf SP 6 war dann wie schon im ersten Durchgang Robert Kubica der Bestzeithalter.

Nach sechs von 18 Sonderprüfungen führt Baumschlager 9,8 Sekunden vor Pech sowie 14,3 Sekunden vor Kubica. Der Pole gab offen zu, dass der zweite Durchgang erneut schwierig für ihn war, da sich wieder die Konditionen geändert haben. Auf SP 4 ereilte Kubica ein Reifenschaden. Am Ende erklärte er: „Ich bin froh, dass ich hier bin, denn ich konnte wieder sehr viel lernen.“

Mit 55,8 Sekunden Rückstand belegt Jaromir Tarabus (Skoda) Platz vier. Beppo Harrach konnte sich auf Rang fünf vorarbeiten – auf Tarabus fehlen ihm rund 20 Sekunden. Weitere 7,3 Sekunden dahinter belegt der junge Russe Vasily Gryasin im Ford Fiesta S2000 Platz sechs.

Auf Platz sieben rangiert Andi Aigner im Stohl Racing Peugeot 207 S2000. Aigner erklärte: „Wir hatten auf SP 5 einen schleichenden Plattfuß - wir sind fünf Kilometer mit dem Patschen ins Ziel gefahren. Ich habe mit mehr Eis gerechnet, das war aber nicht so. Ich rechne aber mit Eis auf den nächsten Sonderprüfungen.“

Der Tscheche Jan Cerny belegt im Subaru Impreza Platz acht, womit er auch den Production Cup der ERC anführt. 17,1 Sekunden hinter ihm liegt Hermann Neubauer im Stohl Racing Subaru Impreza, der damit Gesamtrang neun und Platz zwei im Production Cup belegt.

Dahinter belegen Roman Odlozilík (Ford S2000), Robert Consani (Peugeot S2000), Gerwald Grössing, Reinhold Neulinger, Ernst Haneder und Mario Klepatsch (allesamt Mitsubishi) die Plätze zehn bis 15.

Nach dem Ausfall des bis dahin führenden Zsoltan Bessenyey (Antrieb auf SP 4) führt Suzuki-Pilot Michael Böhm in der 2wd-Wertung mit 21,1 Sekunden Vorsprung auf Josef Petak im Renault Clio R3. Platz drei belegt der Pole Sławomir Ogryzek, dem jedoch bereits mehr als zwei Minuten auf Böhm fehlen.

Die erste Etappe der Jännerrallye ist noch lange nicht zu Ende: Je zweimal werden die Prüfungen „Pregarten“ und „Schönau“ in Angriff genommen. Wie dort die Bedingungen sein werden, ist die, offene, Frage…

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