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WRC: Rallye Monte Carlo

„Es hätte schon in der ersten Kurve zu Ende sein können“

Für Sebastien Ogier war der Sieg bei der Rallye Monte Carlo kein einfacher, denn schon in der ersten Kurve drohte das Aus für den Weltmeister.

Im Ziel sah am Samstagabend alles wie so oft in der vergangenen Saison aus. Sebastien Ogier beendete die Rallye Monte Carlo mit einem Vorsprung von über einer Minute auf die Verfolger und feierte beim Saisonauftakt der Rallye-Weltmeisterschaft 2014 gleich den ersten Sieg. Das Unternehmen Titelverteidigung startete erfolgreich. "Natürlich ist das sehr gut. Es ist die beste Art, die neuen Saison zu starten - so wie wir die vorherige beendet haben", freut sich Ogier. Doch der Sieg war nicht so einfach, wie es im Ziel der Rallye den Anschein hatte.

"Es war für uns ein schwieriges Rennen, am ersten Tag waren wir nicht gut. Wir hatten Probleme mit der Wettervorhersage und lagen falsch, aber zum Glück haben alle hinter uns das Gleiche gemacht", blickt Ogier auf den Start der Rallye am Donnerstagmorgen zurück. Dort standen die WRC-Piloten allesamt mit Slick-Reifen am Start, doch auf der ersten Sonderprüfung waren die Straßen teilweise mit frisch gefallenem Schnee bedeckt.

Eine Entscheidung, die im Hause Ogier für Kopfschütteln sorgte. "Mein Vater hat mich angerufen, aber da war es zu spät. Es sagte: 'Was machst du? Du bist auf Slicks, bist du verrückt geworden?'", erinnert sich Ogier. Doch wie kam es zu dieser Fehleinschätzung? "Wir trafen die Reifenwahl eine Stunde vor dem Start, und während dieser Stunde hat sich das Wetter völlig verändert", sagt Ogier. "Als die Eisspione die Prüfung passierten, war die Luft sehr feucht, und daraus wurde dann Schnee."

"Unser Fehler war, dass wir hätten wissen müssen, wie schnell sich das Wetter ändern kann", zeigt sich der 30-Jährige selbstkritisch. "Daher sollte man immer auf der sicheren Seite sein und zumindest zwei Winterreifen im Kofferraum mitnehmen. Das haben wir nicht gemacht, wir hatten zu viel Vertrauen in unsere Informationen." Doch glücklicherweise vertrauten auch die Konkurrenten auf die (falschen) Wetterinformationen.

"Wenn jemand so clever gewesen wäre und hätte die Winterreifen genommen, hätte er am ersten Tag mit fünf Minuten Vorsprung die Spitze übernehmen können", meint Ogier. "Wir sind durchgekommen, aber als ich mit Slicks auf Schnee fuhr, kam ich mir sehr einsam im Auto vor." Und um ein Haar wäre Ogier bei seiner Heimrallye schon nach wenigen Meter ausgeschieden.

"Es hätte schon in der ersten Kurve zu Ende sein können. Dort lag ein wenig Schneematsch, ich hatte unmittelbar Untersteuern und traf die Mauer", blickt der Franzose zurück. "Wir haben das Auto über den Winter verbessert und haben alle Aufhängungen verstärkt. Das war wahrscheinlich eine gute Idee, sonst hätte das das Ende des Rennens sein können." So lautet mit Blick auf Tag eins Ogiers Fazit: "Wir hatten bei dieser Rallye Glück, und das müssen wir auch zugeben."

Doch auch an den folgenden Tagen sorgte das Wetter für tückische Bedingungen, die Ogiers Aufholjagd auf den bis zum Freitagmittag führenden Ford-Piloten Bryan Bouffier erschwerten. "Jeder Tag war schwierig. Vom zweiten Tag an gab es mehr Regen und eine Menge Schlamm - und der Regen war die ganze Zeit sehr stark. Jede Kurve war voller Schlamm, vor allem die zweite Schleife war eine große Herausforderung."

"Bryan war auf der zweiten Schleife sehr schnell. Wir haben zwar etwas Zeit gut gemacht, aber in Anbetracht der Distanz nur recht wenig", blickt Ogier auf den zweiten Rallyetag zurück. "Als die Bedingungen rutschiger wurden, fuhren wir einen größeren Unterschied heraus, aber es war nie genug. Wenn das Rennen am Turini endet, benötigt man eine Minute Vorsprung, um im Rennen zu bleiben." In den Schneemassen am berühmten Pass konnte sich Ogier dann jedoch an der Konkurrenz orientieren. "Es war gut, dass wir als Letzte auf die Strecke gingen. So konnten wir sehen, was die anderen machen."

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