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Purismus schön und gut, aber…

Die Monte ohne Restart-Möglichkeit. Die FIA denkt über die Abschaffung von Superally nach. Rückkehr zum alten Purismus? In der heutigen Zeit?

von Michael Noir Trawniczek
Foto: Daniel Fessl/www.motorline.cc

Ilka Minor war überrascht, als man ihr erklärte, die Rallye sei für Henning Solberg nun endgültig zu Ende, ein Restart am zweiten Tag sei unmöglich…

Ein Blick in die Ausschreibung der Monte Carlo-Rallye bestätigt: Die „Superally“-Regeln sind mehr oder weniger unbemerkt verschwunden. Ein Ausfall bedeutet die umgehende Heimreise…

Am ersten Tag der Rallye Monte Carlo sind bereits 31 Teams ausgefallen – darunter Henning Solberg/Ilka Minor, Andi Aigner, Bruno Magalhaes, Thierry Neuville, Chris Atkinson, Andreas Mikkelsen oder Per Gunnar Andersson.

Puristen sagen nun: Recht so! Ein Ausfall ist ein Ausfall, Superally hat doch nur das Ergebnis verfälscht und ein Sébastien Loeb konnte so trotz Ausfall noch Platz zwei belegen…

Natürlich kann man dieser Ansicht viel abgewinnen. Aber: In der heutigen Zeit, in der die Sponsoren nicht gerade im Überfluss vorhanden sind, könnte dieser an sich begrüßenswerte Schritt zum Schuss ins eigene Knie werden.

Eine Monte-Teilnahme ist alles andere als preiswert – fällt der Pilot auf der zweiten Prüfung aus, gleicht das medial einer Nichtteilnahme. Viel Geld für nichts also, in den Augen der Sponsoren…

Die IRC stellt es ihren Veranstaltern offenbar frei, Superally einzusetzen oder nicht. Dem Vernehmen nach haben die Monte-Veranstalter die Superally-Regelung ausgespart, um am Ende nicht zu viele Teilnehmer am Start zu haben.

In den Sporting Regulations der Rallye-WM ist die Superally-Regelung noch vorhanden – doch FIA-Präsident Jean Todt hat unlängst erklärt, dass er wenig von Superally hält und überlegt, diese Regelung abzuschaffen.

Nur: Man stelle sich das Micky Maus-Feld von gerade einmal zehn World Rally Cars, wie es in letzter Zeit leider allzu oft zu sehen war, bei einer dreitägigen Veranstaltung vor. Fahren dann am letzten Tag nur noch drei WRCs und landet ein Federico Bezahlfahrer dann auf dem Siegerpodest?

Und das soll besser sein als eine grandiose Aufholjagd eines Sébastien Loeb, der trotz mehrfacher 5 Minuten-Strafen, die es bei Superally für jede nicht absolvierte Sonderprüfung gibt, noch auf dem Podest landet?

Andersrum gefragt: Man könnte auch jene österreichischen Fans um ihre Meinung bitten, die um viel Geld nach Monte Carlo gereist sind, um Aigner und Minor in Action zu erleben.

Purismus schön und gut – aber jede Zeit verlangt ihre eigenen Regelungen…

In der WM möchte man deshalb Tageswertungen einführen. So könnte ein ausgefallener Pilot zwar nicht mehr ins Endreglement gelangen, aber er könnte um den Tagessieg und ein paar dafür vergebene zusätzliche WM-Punkte kämpfen…

Der Purismus der alten Tage war sehr schön. Doch die heutige Zeit verlangt andere Regelungen. Heute müssen sogar Weltmeister um jeden einzelnen Einsatz kämpfen, um diesen finanzieren zu können. Die Starterfelder werden, wenn es nicht gerade die nenngeldfreie Jubiläums-Monte ist, immer kleiner. Ein Restart muss weiterhin möglich sein - ob mit Superally oder Tagespunkten.

Was die Monte-Veranstalter getan haben, geht in die falsche Richtung.

Was denken Sie? "Keine Superally - richtig oder falsch?" - diskutieren Sie mit im Meeting Point. Nach unkopmplizierter Registrierung sind Sie dabei!

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