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WRC: Rallye Monte-Carlo

VW hat den Polo scharf gemacht

Ob Sebastien Ogier auf diesem Foto gerade an seinen „alten Freund“ und Namensvetter Loeb denkt? Nach einem letzten Test ist VW bereit für die „Monte“.

Das Jahr 2014 neigt sich für Volkswagen dem Ende zu. Die vergangene Woche verbrachte das Team in den französischen Seealpen bei der Vorbereitung auf die Rallye Monte Carlo, den Auftakt der Saison 2015. Sebastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen testeten jeweils zwei Tage.

Weil sich Ogiers Stammbeifahrer Julien Ingrassia jüngst einige Operationsschrauben - Erinnerungen an einen Mountainbike-Unfall vor über einem Jahr - aus dem inzwischen komplett verheilten Schlüsselbein entfernen ließ, übernahm der französische Copilot Gilles de Turckheim vorübergehend den "heißen Sitz" im Polo R WRC des Weltmeisters.

Im Mittelpunkt des Tests standen Abstimmungsarbeiten mit der 2015er-Version des Polo R WRC. Die vielleicht größte Veränderung ist die Schaltung mittels Wippen am Lenkrad, die den konventionellen Schaltknauf ersetzt. "Ich kann beide Hände immer am Lenkrad lassen, außerdem schaltet des System schneller", beschreibt Ogier die Neuerung. Der Franzose testete auf trockenen und leicht feuchten Straße südlich von Grenoble bei Temperaturen um fünf Grad Celsius. Latvala konnte auch auf leicht verschneiter Fahrbahn die neue Reifengeneration ausprobieren.

Denn bei der 2015er-Ausgabe der Rallye Monte Carlo wird wieder die Reifenwahl eine entscheidende Rolle spielen. Zur Verfügung stehen Slicks in drei Gummimischungen (hart, weich, superweich) und Winterreifen mit und ohne Spikes. Doch eindeutige Straßenverhältnisse sind selten. Schnee, nasser Asphalt und trockener Asphalt, dazu Temperaturunterschiede von zehn Grad innerhalb einer einzigen Wertungsprüfung sind keine Seltenheit.

"Man muss sich fast immer für einen Kompromiss entscheiden", sagt Vorjahressieger Ogier. Der kann auch bedeuten, dass zwei unterschiedliche Reifentypen aufgezogen werden, zum Beispiel zwei Winterreifen mit und zwei ohne Spikes. "Cross-over" lautet der Fachbegriff für derart unorthodoxe Konstellationen. Je nach persönlichen Vorlieben und Fahrstil - sowie dem Vertrauen in die Informationen von Wetter- und Eisspionen - kann sich außerdem die Reifenwahl von Fahrer zu Fahrer unterscheiden.

Weil die Entwicklung bei Reifenpartner Michelin auch nicht stehen geblieben ist, können Fahrer und Ingenieure nur begrenzt auf die Erfahrungen von vergangenen Ausgaben der Rallye Monte Carlo zurückgreifen. "Bei diesem Test ging es vor allem darum, herauszufinden, welcher Reifen für welches Szenario wechselnder Bedingungen der beste ist", erläuterte Gerard Jan de Jongh, Renningenieur von Ogier.

Nach Testende verabschiedeten sich die Volkswagen-Fahrer in den Weihnachtsurlaub. Ogier wird zusammen mit seiner deutschen Ehefrau Andrea Kaiser südliche Sonne genießen, Latvala will beim Skilaufen im finnischen Winter entspannen und Mikkelsen pendelt zwischen Norwegen und Spanien. Erst Mitte Januar ziehen alle ihre Overalls wieder an - für den letzten Test vor der Rallye Monte Carlo 2015.

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