RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC: Rallye Monte-Carlo

VW hat den Polo scharf gemacht

Ob Sebastien Ogier auf diesem Foto gerade an seinen „alten Freund“ und Namensvetter Loeb denkt? Nach einem letzten Test ist VW bereit für die „Monte“.

Das Jahr 2014 neigt sich für Volkswagen dem Ende zu. Die vergangene Woche verbrachte das Team in den französischen Seealpen bei der Vorbereitung auf die Rallye Monte Carlo, den Auftakt der Saison 2015. Sebastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen testeten jeweils zwei Tage.

Weil sich Ogiers Stammbeifahrer Julien Ingrassia jüngst einige Operationsschrauben - Erinnerungen an einen Mountainbike-Unfall vor über einem Jahr - aus dem inzwischen komplett verheilten Schlüsselbein entfernen ließ, übernahm der französische Copilot Gilles de Turckheim vorübergehend den "heißen Sitz" im Polo R WRC des Weltmeisters.

Im Mittelpunkt des Tests standen Abstimmungsarbeiten mit der 2015er-Version des Polo R WRC. Die vielleicht größte Veränderung ist die Schaltung mittels Wippen am Lenkrad, die den konventionellen Schaltknauf ersetzt. "Ich kann beide Hände immer am Lenkrad lassen, außerdem schaltet des System schneller", beschreibt Ogier die Neuerung. Der Franzose testete auf trockenen und leicht feuchten Straße südlich von Grenoble bei Temperaturen um fünf Grad Celsius. Latvala konnte auch auf leicht verschneiter Fahrbahn die neue Reifengeneration ausprobieren.

Denn bei der 2015er-Ausgabe der Rallye Monte Carlo wird wieder die Reifenwahl eine entscheidende Rolle spielen. Zur Verfügung stehen Slicks in drei Gummimischungen (hart, weich, superweich) und Winterreifen mit und ohne Spikes. Doch eindeutige Straßenverhältnisse sind selten. Schnee, nasser Asphalt und trockener Asphalt, dazu Temperaturunterschiede von zehn Grad innerhalb einer einzigen Wertungsprüfung sind keine Seltenheit.

"Man muss sich fast immer für einen Kompromiss entscheiden", sagt Vorjahressieger Ogier. Der kann auch bedeuten, dass zwei unterschiedliche Reifentypen aufgezogen werden, zum Beispiel zwei Winterreifen mit und zwei ohne Spikes. "Cross-over" lautet der Fachbegriff für derart unorthodoxe Konstellationen. Je nach persönlichen Vorlieben und Fahrstil - sowie dem Vertrauen in die Informationen von Wetter- und Eisspionen - kann sich außerdem die Reifenwahl von Fahrer zu Fahrer unterscheiden.

Weil die Entwicklung bei Reifenpartner Michelin auch nicht stehen geblieben ist, können Fahrer und Ingenieure nur begrenzt auf die Erfahrungen von vergangenen Ausgaben der Rallye Monte Carlo zurückgreifen. "Bei diesem Test ging es vor allem darum, herauszufinden, welcher Reifen für welches Szenario wechselnder Bedingungen der beste ist", erläuterte Gerard Jan de Jongh, Renningenieur von Ogier.

Nach Testende verabschiedeten sich die Volkswagen-Fahrer in den Weihnachtsurlaub. Ogier wird zusammen mit seiner deutschen Ehefrau Andrea Kaiser südliche Sonne genießen, Latvala will beim Skilaufen im finnischen Winter entspannen und Mikkelsen pendelt zwischen Norwegen und Spanien. Erst Mitte Januar ziehen alle ihre Overalls wieder an - für den letzten Test vor der Rallye Monte Carlo 2015.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Rallye Monte-Carlo

- special features -

Weitere Artikel:

Alpenfahrt Revival 2026

Weitere Rallyegrößen haben genannt

Herbert Grünsteidl, Josef Pointinger, Gabi Husar u. Günther Janger sind dabei - Rallye-Weltmeister Stig Blomqvist wird auf Saab 96 einer der Starter sein. Plus: Ehrengast Rauno Aaltonen.

Takamoto Katsuta: Hintergrund

Wie der Japaner zum WM-Anwärter wurde

Takamoto Katsuta führt die WRC-Weltmeisterschaft an - Als erster japanischer Fahrer überhaupt - Was sich im Hintergrund zum Positiven verändert hat

ARC, Lavanttal: Bericht Neulinger

ORM3 & ART2-Sieg als Geburtstagsgeschenk

Marcel Neulinger machte sich mit dem dritten Saisonsieg im Folge (TEC7 ORM3 & ART2) bei der 48. Lavanttal Rallye selbst ein besonderes Geburtstagsgeschenk: Mit Co-Pilot Jakob Ruhsam strich der Doppelstaatsmeister im BWT Lancia Ypsilon Rally4 HF in Kärnten abermals volle Punkte ein!

Achim Mörtl Kolumne: Rückblick Lavanttal

Achim Mörtl: "Lengauer schneller als er kann"

"Simon Wagner fährt so schnell wie er muss, Michael Lengauer fuhr schneller als er kann" - so lautet die Analyse unseres motorline.cc-Kolumnisten, Ex-Staatsmeister Achim Mörtl.

ARC, Lavanttal: Bericht Zellhofer

Zellhofer Gesamt-Sechster & ARCP-Sieg

Er verteidigt damit derzeitigen zweiten Platz in der ORM2-Staatsmeisterschaft - Superleistung auf Asphaltabschnitten, aber Pech bei Regen und auf Schotter

TEC7 ORM3, Lavanttal Rallye: Bericht

Marcel Neulinger erneut das Maß der Dinge

Mit Marcels älterem Bruder Nico (Rang drei) standen gleich zwei Neulingers am Siegerpodest in Wolfsberg. Lukas Dirnberger hält sich mit Rang zwei im Titelrennen.