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WRC: Rallye Monte Carlo

Ups and Downs für Solberg/Minor

Die Rallye Monte Carlo endete für Ilka Minor an der Seite von Henning Solberg aufgrund von „Reifeneingewöhnungsproblemen“ auf dem elften Platz.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Minor

Schon traditionell wird die Rallye-Weltmeisterschaft mit der weltberühmten Rallye Monte Carlo eingeläutet. Ilka Minor war beim Saisonauftakt 2015 einmal mehr Österreichs einzige Vertretung in der Königsklasse der Rallye-WM, der WRC – an der Seite von Henning Solberg, in einem vom privaten Adapta Motorsport Team eingesetzten und von M-Sport betreuten Ford Fiesta RS World Rally Car.

Dass die „Monte“ wegen der wechselnden Wetter- und Streckenkonditionen schwierig ist, wusste man schon vor der Rallye. Im Falle von Henning Solberg kam aber ein weiteres Fragezeichen hinzu. Ilka erklärt: „Henning fuhr 2012 bei der Rallye Monte Carlo zum letzten Mal auf Asphalt - seither fuhr er nur die Schweden-Rallye 2013, im Vorjahr sind wir zwar bei sechs Rallyes gestartet, doch das waren allesamt Schotter-Rallyes. Da wir keinen Test im Vorfeld der Rallye Monte Carlo absolvieren konnten, war der Shakedown die einzige Möglichkeit für Henning, da wieder rein zu finden.“

Das jedoch gestaltete sich alles andere als leicht: „Wir sind sieben Mal über die Shakedown-Prüfung gefahren, doch das kann man mit einem Test nicht vergleichen, das war einfach zu wenig, um ein Gefühl zu bekommen. Wenn ein Fahrer nicht das erwünschte Feedback über die Reifen erhält, fällt es ihm schwer, das Vertrauen aufzubauen, das wiederum nötig ist, um schnelle Zeiten zu fahren.“

Zwar konnten Solberg/Minor die erste Prüfung am Donnerstagabend auf dem guten neunten Platz beenden, doch wirklich zufrieden war der Norweger nicht – auch an den folgenden Tagen klagte er mehrmals darüber, dass er mit den für ihn ungewohnten Reifen noch nicht klarkommen würde.

Ilka nickt: „Vor allem am Samstag waren wir weit von einer optimalen Performance entfernt. Henning hat sich wirklich bemüht, aber ich habe im Auto stets gespürt, dass er noch am Suchen ist.“ Das wiederum wirkt sich auch auf die Arbeit des Copiloten aus, wie Ilka erklärt: „Das Lesen des Aufschriebs ist wesentlich leichter, wenn es schnell dahingeht, wenn der Fluss gegeben ist. Wenn der Fahrer nicht hundertprozentig zufrieden ist, hast du immer einen gewissen Unsicherheitsfaktor: Bremst er jetzt? Gibt er Gas? Man spürt es sehr wohl, dass er am Sortieren ist.“

Trotz der ungewohnten Reifensituation lagen Solberg/Minor am Samstag in den Punkterängen – bis dem Norweger auf der letzten Prüfung des Tages ein Lapsus passierte: „Wir sind auf blankem Eis von der Strecke gerutscht. Zum Glück gab es dort einen Weg hinunter durch einen Bach, der auf der anderen Seite wieder bergauf führte. Wir sind den Weg hoch, haben umgedreht und konnten so wieder auf die Strecke zurückkehren.“ Der Vorfall hat Zeit gekostet – und den Platz in den Punkterängen.

Interessantes Detail am Rande: „Der Ingenieur hat beim Herauslesen der Daten sofort erkannt, dass wir auf Abwegen waren. Denn als wir durch den 30 Zentimeter hohen Bach fuhren, ist gleich einmal die Motortemperatur gesunken.“

Vertrauen wiedergefunden

Am Sonntag, auf den letzten drei Prüfungen, fand Henning Solberg endlich das Vertrauen wieder: „Henning ist am Sonntag auf den zum großen Teil trockenen Strecken sehr gut gefahren, da waren wir dann auch schneller als Martin Prokop, der ja auch in einem privaten Fiesta startet. Die Platzierungen waren zwar noch nicht das, was wir uns wünschen würden – aber die Rückstände waren nicht mehr so groß.“

Zwar landete das norwegisch-österreichische Duo auf dem verflixten elften Platz, für den es keine WM-Punkte gibt, dennoch zieht Ilka Minor eine positive Schlussbilanz: „Henning hat durchgehalten und stets weiter versucht, das nötige Feedback zu erhalten. Am Ende hat er es gefunden und er war dann auch sehr zufrieden mit seiner Leistung. Ich kann da auch nur den Hut ziehen, denn er hat nicht aufgehört, zu lernen, er war stets top motiviert.“

Rosen streut Ilka aber auch jenen Menschen, die im Verborgenen eine harte Arbeit liefern – der Safety Crew, bei der Monte auch „Eisspione“ genannt. Sie fahren vor dem Start der Prüfungen, oftmals bei Dunkelheit zeitig in der Früh über die Strecken, um Auskunft über die Streckenkonditionen zu geben.

Für Henning Solberg und Ilka Minor waren heuer Matthew Wilson und Stuart Loudon als Safety Crew unterwegs – der Sohn des M-Sport-Teamchefs Malcolm Wilson stand früher selbst als Pilot auf der WRC-Bühne. Ilka lobt: „Ich habe in meiner Karriere schon viele Safety Crews erlebt – doch diese Crew hat bei weitem die beste Arbeit geliefert. Da kann man sich nur bedanken.“

Zeit zum Ausspannen bleibt Ilka und Henning nur wenig, denn schon am 12. Februar steigt in Schweden der zweite Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft.

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