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ARC 2013: Thayaland-Rallye

Tendenz weiter steigend

Jungpilot Simon Wagner hat bei der Thayaland-Rallye bewiesen, dass er nicht nur in Freistadt schnell sein kann, Platz zwei gesamt ist ein großer Erfolg.

Foto: Daniel Fessl

Die Karriere des 19-jährigen Rallyetalentes Simon Wagner und seines Copiloten Michael Gallistl ist ab sofort um eine weitere schillernde Facette reicher.

Auf den legendären Gründen der Semperit-Rallye legten sie eine sportliche Performance hin, die den positiven Eindruck, den sie bei ihren beiden Jänner-Rallye-Starts hinterließen, in vollem Umfang bestätigte.

Wer immer vermutet hatte, Simon könne nur bei seiner Heim-Rallye schnell sein, wird nun wohl seine Meinung korrigieren müssen. Trotz des Umstandes, dass er die Strecken nur von der regulären Besichtigung kannte, konnte Simon bei der Thayaland-Rallye erneut mit einer auffallend starken Vorstellung in Erscheinung treten. Und zwar umso besser, je länger die Rallye dauerte. Der Rohdiamant hat einmal mehr eifrig an sich geschliffen.

Taktisch zurückhaltend begannen Simon Wagner und Michael Gallistl sich an den im Vergleich zur Jännerrallye etwas jüngeren Mitsubishi – wieder aus dem Hause Race Rent Austria – zu gewöhnen.

Für die ARC wird ein komplett neu revidierter Evo III eingesetzt, welcher mehr Drehmoment, ein hochwertiges Fahrwerk und ein Renngetriebe bietet. Wieder bestätigte sich die enorme Zuverlässigkeit der von Wolfgang Schmollngruber aufgebauten Autos.

Konstante Top-Fünf-Platzierungen und eine drittschnellste Zeit ließen bereits zur Halbzeit mit Gesamtrang Vier auf mehr hoffen. Zumal die Eigenfehler des zweimaligen Abwürgens des Motors in den Spitzkehren hier Zeit kosteten. Jedenfalls war nach einem sehr positiven Reifentest das Podium nur 10 Sekunden entfernt.

Der Nachmittag sollte für alle Fahrer noch um Einiges schwieriger werden, dank einsetzenden Regens und erhöhten Schotteranteils. Kein Problem für Simon Wagner – der sollte vor allem in der Endphase gewaltig aufblühen.

Mit dem mittlerweile auf Schotter umgebauten Mitsubishi Lancer Evo III beendete er die Asphaltprüfung Artolz I als Drittschnellster, ehe es in Hollenbach zur Sache ging. Insidern ist bekannt: Hier sollte man sich als Neuling in Acht nehmen, erst recht dann, wenn der Unterboden stark schlammig ist.

Leider reichte es hier nur für eine fünftschnellste Zeit. Simon Wagner/Michael Gallistl sind auf dem Rundkurs auf zwei Fahrzeuge aufgelaufen, konnten zwar überholen, verloren aber fast 30 Sekunden. Aber dann kam die Krönung…

Durch den Ausfall des führenden Martin Koci im Skoda S2000 hatte Simon nur noch Roman Mühlberger und den Routinier Achim Mörtl vor sich, als es zum zweiten Mal nach Artolz ging.

Nun war offenbar die Zeit für Angriff gekommen, was relativ ist, denn Simon war nach eigenen Angaben in keiner Phase der Rallye wirklich an seinem persönlichen Limit.

Jedenfalls gestaltete sich die Endphase äußerst fulminant, auch Michael Gallistl arbeitete perfekt, und der robuste Evo III war dank der extrem harten Belastung voll in seinem Element. Die Kombination war perfekt genug, um diese vorletzte SP mit einer Gesamt-Bestzeit zu absolvieren.

Und wie so oft, wenn man denkt, es geht nicht mehr besser, kam es gleich darauf zu einer noch größeren Sensation: Beim zweiten Durchlauf von Hollenbach, der Prestigeprüfung schlechthin, wo schon Walter Röhrl, Armin Schwarz oder Sepp Haider das Publikum zur Begeisterung getrieben hatten, drückte Simon der Konkurrenz eine Bestzeit auf, dass es nur so knallte. Der Vorsprung auf den Gesamtsieger Mühlberger betrug hier alleine 23,2 Sekunden! Zweifellos ein Beweis für ein herausragendes Talent.

Nebenbei hatte Simon hier auch Staatsmeister Achim Mörtl im Gesamtklassement überholt, der zwar mit seinem frontgetriebenen R3-Fahrzeug sicher nicht von den Verhältnissen profitiert hatte, aber immerhin schon Werksfahrer bei Subaru gewesen ist.

Somit steht am Ende ein zweiter Gesamtrang als Belohnung einer fast makellosen Fahrt im Grenzbereich. Und der Rallyebolide hat keinen einzigen Kratzer abbekommen! Sicher eine Visitenkarte, die einem jungen Teilnehmerteam gut zu Gesicht steht.

Hervorgehoben werden muss natürlich auch die exzellente Teamarbeit von Race Rent Austria dank Wolfgang Schmollngruber, Tanja Hinterberger, und Car-Chief Lukas Fürnschlief, sodass Simon Wagner und Michael Gallistl durch nicht das geringste technische Gebrechen am Erfolg gehindert wurden.

Etliche Technik-Features wie neuartige Reifen, das Dogbox-Renngetriebe und die Motorelektronik haben zusätzlich die Performance gesteigert. Das Gesamtpaket funktionierte ausgesprochen präzise, was vor allem dem Sponsor, der Firma RK Robotic, gut gefallen wird. Diesem Unternehmen aus Pregarten und auch allen anderen Geldgebern sei an dieser Stelle für ihr Vertrauen gedankt.

Es war sehr aufregend, und es wird sicher auch bei der nächsten Rallye spannend werden. Bei der Jacques Lemans-St. Veit-Kärnten-Rallye am 22. Juni geht der Kampf um ARC-Punkte in die zweite Runde. Simon Wagner, Michael Gallistl und das Team von Race Rent Austria sind dabei!

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