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ARC 2013: Thayaland-Rallye

"Zusammengezählt wird am Schluss"

...eine alte Weisheit, die bei der Thayaland-Rallye so mancher Fahrer zu spüren bekam. Die Historischen feierten eine gelungene "Wiederauferstehung" - hier der Bericht der Historischen Klubmeisterschaft HRSCA.

Fotos:Daniel Fessl/www.motorline.cc

Thayaland Rallye 2013. Erster Lauf zur HRSCA Klubmeisterschaft. 10 Historische waren am Start , acht davon eingeschrieben in die Klubmeisterschaft. Zurzeit ist der Stand der Eingeschriebenen bei sechzehn Teams (Tendenz steigend) .

Für den Saisonstart haben es fünfzig Prozent geschafft das Auto einsatzbereit zu machen, der Rest folgt.

Drei historische Teams bis Bj.81 waren am Start, bei den Youngtimern `82-90 dank Neuzugängen schon fünf Teams. Rückblickend auf die Vorjahre eine schöne Steigerung.

Bei den Hist wurden Nemeth/Hantich mit dem neuaufgebauten Escort RS2000 als Favoriten gehandelt dahinter Winkler/Haas, Porsche 924 (nicht punkteberechtigt), Skrabal/Schmidt Escort RS2000 MkI und eine wahre Bereicherung Fojtik/Polehnia im Saab 96V4.

Nemeth/Hantich setzten sich gleich an die Spitze der Hist Wertung und führten zur Halbzeit mit ca. 50 Sekunden Vorsprung.

Bei den Youngtimern war klar das bei diesen Verhältnissen ein Allrad sicher nicht vom Nachteil ist. Nothdurfter/Schuen Im Sierra Cosworth 4x4 gingen auf SP1 gleich mal in Führung. Gefolgt von Göttlicher/Dolezal Sierra Cosworth 2WD und Traintinger/Reiter Opel Manta 400 (nicht punkteberechtigt).

Zur Mittagspause waren die Positionen ziemlich sicher vergeben und ein nachhausefahren der Platzierung war bei den meisten angesagt. Lediglich Matasovic/Riedmaier schafften den Vormittag nicht , der Vortrieb des Golf verabschiedete sich in SP 4. Nothdurfter/Schuen führten vor Göttlicher/Dolezal.

Im Mittagsservice wurden die Fahrzeuge dann auf den zu erwartenden härteren Nachmittag vorbereitet. Nemeth der den Vormittag noch mit „offenen“ Vergasertrichtern unterwegs war montierte Filtersocken um Nässe und Schmutz vom inneren des Motors Fernzuhalten, diese Vorsichtsmaßnahme sollte sich bitter rächen.

Stefan Skrabel hatte einige Kummerfalten aufgelegt, da die Lenkung seines Escort nicht mehr ganz §57-tauglich war, aus Sicherheitsgründen dachte er schon ans Aufhören, der gut gemeinte Rat von Sepp Pointinger („Fohr weida , do kaun eh nix brechn“) sollte sich als richtig erweisen...

Fojtik/Polenhia waren voll happy, freuten sich schon auf die Hollenbach SP´s und montierten gleich mal Winterreifen zwecks besserem Vortrieb. Bei Maier und Gschwandner lief alles nach Plan.

Doch der Nachmittag hatte es noch voll in sich. Gleich auf SP5 Probleme bei Nemeth, ein Filtersocken löst sich auf, wird gierig vom Motor angesaugt und macht es sich im Vergaser bequem. Resultat: Der Escort läuft nur mehr auf drei "Häferln"...
Thomas befürchtet Böses und rettet sich ins Service, wo der Schaden rasch behoben wird. Die Führung ist natürlich futsch und so bleibt nichts anderes als Schadensbegrenzung und den Escort heil ins Ziel zu bringen.

Fojtik/Polehnia gehen voll motiviert in die erste Hollenbach-SP, fahren eine tolle 23. Gesamtzeit und gehen damit in der Hist-Wertung in Führung.

Georg Gschwandner versucht auf selbiger SP den Volvo etwas zu verkürzen, was die rechte Heckleuchte und die hintere Stoßstange überhaupt nicht vertragen.

Auch Göttlicher/Dolezal gehen voll motiviert in Hollenbach ans Werk und verzeichnen eine famose neunte Gesamtzeit. Spätestens jetzt hätte die Rallye für manche schon zu Ende sein sollen...

Einmal ging es noch ins Service, um die Scheinwerfer für die beiden Abschlussprüfungen auszufassen.

Und dann kam nochmals die SP Hollenbach und aus dem vermeintlichen Darüberrollen oder einfach Heimfahren wurde für so manche nichts..

Fojtik/Polenhia mussten mit Motorproblemen aufgeben, der Winkler-Porsche hatte technische Probleme und die Hoffnung von Göttlicher/Dolezal auf einen fast sicheren zehnten Gesamtrang wurden im wahrsten Sinne des Wortes im Dreck begraben. Eine kurze Unachtsamkeit und der Sierra steckte in einem Acker fest. Die herbeigeeilten Zuschauer werkten bis zu den Knien im Dreck - doch bis der Sierra wieder flott war, war soviel Zeit vergangen, dass man gerade noch den letzten Platz ins Ziel retten konnte. Kurt Göttlicher möchte an dieser Stelle den Waldviertler Fans herzlich Danken.

Maier/Pichler fuhren eine problemlose Rallye und belohnten sich bei ihrem Hist.-Einstieg mit dem Klassensieg.

Gschwandner/Cerny nutzten die Gunst der Stunde und holten sich den Klassensieg in der WK7.

Nothdurfter/Schuen setzten mit dem 4x4 Cossi auf das richtige Pferd
gewannen die Youngtimerwertung und belegten in der Gesamtwertung den beachtlichen achten Gesamtrang.

In Summe eine absolut anspruchsvolle Rallye, bei der die Akteure voll gefordert wurden.

Als Beobachter am Streckenrand fiel auf, dass auch viele „alte Gesichter“ zu sehen waren - in Summe so zirka 1000 Jahre österr. Rallye-Urgestein, das die Rallye fachkundig verfolgte.

Und wenn sich schon so viele alte Bekannte ansammeln, darfs auch an Gschichtln und Wuchteln nicht fehlen.

Es wurde nicht nur über Rallye, sondern auch aufgrund des fortgeschrittenen Alters diverser Herrschaften über Pension und dergleichen fachgesimpelt.

Eine Spitzenansage gab es dabei aus Kärnten an die Adresse von Peter Klein (ex-ORF und auch vor Ort): „Wie Du in Pension gegangen bist, war die Burg Hochosterwitz noch ein Rohbau!“

Von solchen Sagern lebte und lebt Rallye und somit kommt der Spaß am Streckenrand auch nicht zu kurz. Das dauernde Vergreifen bei der Reifenwahl und die ewige Suche nach dem richtigen Setup interessiert doch wirklich niemanden.

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