RALLYE

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Die neue Rallye mit neuen Regeln in der neuen Welt

Neue Rallye, neue Regeln. Der Auftritt in Mexiko wird für die Weltelite der Rallyepiloten alles andere als einfach werden.

Manfred Wolf

Seit 1988 gab es in Nordamerika keinen Lauf zur Rallye-WM mehr, damals waren die Vereinigten Staaten Gastgeber für die Olympus Rallye, während Massimo Biasion und Alessandro Fiorio für einen Lancia-Doppelsieg sorgten, fuhr ein gewisser Georg Fischer mit Co Thomas Zeltner auf einem Audi 200 quattro den ausgezeichneten vierten Platz nach Hause.

Doch aus der Vergangenheit zurück in die Gegenwart. Das Rallye-Zentrum wird in Leon aufgeschlagen. Die 1,2 Millionen Einwohner zählende Stadt ist die fünftgrößte Mexikos und liegt 380 Kilometer nordwestlich von Mexico City.

Die Hauptstadt des Bundesstaates Guanajuato ist damit der Ausgangspunkt für die kompakteste Rallye des Jahres, zu keinem Zeitpunkt auf ihrer Fahrt über die 1.040 Gesamtkilometer sind die Piloten mehr als 50 Kilometer von Leon entfernt.

Gleichzeitig müssen die Teilnehmer aber in die Kakteen bewachsenen Berge rund um die Millionenstadt „klettern“, bis auf 2.700 Meter über dem Meeresspiegel führt die Route der 15 Sonderprüfungen, was insgesamt 394,43 Wettbewerbskilometer ergibt.

Der zeremonielle Start erfolgt am Donnerstagabend in Guanajuato, ca. 50 Kilometer von Leon entfernt. Die Stadt, von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, ist für ihre historischen, bunten Gebäude und ein unterirdisches Tunnelsystem berühmt. Schon zur Startzeremonie werden tausende Zuseher erwartet, auf den Sonderprüfungen noch mehr – im Umkreis von 400 Kilometern wohnen immerhin 50 Millionen Menschen.

Am Freitag geht die Hatz über vier Prüfungen, genauer gesagt drei, eine Sonderprüfung wird zwei Mal befahren. 108,03 SP-Kilometer haben die Teilnehmer nach dem ersten Tag zurückgelegt. Die zweite Etappe führt über drei Prüfungen, die je zwei Mal gefahren werden. Da jede länger als 23 Kilometer ist, steht den Teams ein anstrengender Tag bevor – insgesamt 154,35 SP-Kilometer wollen bewältigt werden. Und auch der letzte Tag ist keiner, der diese Rallye ruhig ausklingen lässt: Drei verschiedene Prüfungen, zwei davon doppelt gefahren, 132,06 Wettbewerbs-Kilometer zum Abschluss, als besonderes „Zuckerl“ wartet auf die Crews die, mit 30,47 Kilometern längste SP, „Ibarrilla-Mesa“ gleich zwei Mal.

Für beste Bedingungen auf den Prüfungen wurde von höchster Stelle aus gesorgt: Der Gouverneur des Bundesstaates Guanajuato ordnete nach heftigen Regenfällen und dadurch schwer in Mitleidenschaft gezogenen Straßen die Wiederherstellung derselben an, die Sonderprüfungen dürften somit in bestem Zustand sein.

Die Straßenbeschaffenheit selbst lässt sich am ehesten mit Argentinien vergleichen, wobei die Straßen in Mexiko wesentlich fester und kompakter sind und ein Aufbrechen der Fahrbahn – wie in Argentinien – nicht zu erwarten ist.

In Mexiko gelten erstmals die neuen Regeln

Doch auch wenn es keine Probleme mit zu weichen Fahrbahnen für die Teams geben dürfte – schwierig genug wird die Mexiko-Rallye dennoch sein. Nicht nur, dass bis auf wenige Ausnahmen (Rovanperä, Loeb) keiner der Piloten Erfahrung mit der Veranstaltung hat, so sind auch viele Regeländerungen zum ersten Mal in Mexiko wirksam.

Die größte Umstellung bezieht sich dabei auf die Besichtigung bzw. das Training. Nur mehr Mittwoch und Donnerstagmorgen darf trainiert werden – wenig Zeit für die Piloten und ihre Co’s, den Schrieb zu erstellen. Besonders bei dieser Rallye ein Problem, da ja jeder einen komplett neuen Aufschrieb machen muss.

Auch die Zeit für technische Abnahme und Shakedown wurde gekürzt. Während der Rallye ist erstmals das „Flexi-Service“ vorgeschrieben. Dabei wird immer nur ein Fahrzeug pro Werksteam in das Service gelassen, die Teams sollen damit Personal sparen.

Außerdem müssen die Piloten im vorgeschobenen Parc fermé, von dem aus ins Service gefahren wird, ihre Reifenwahl treffen. Dadurch haben die Piloten zwar weniger Zeit verschiedene Möglichkeiten zu überdenken, allerdings hat das zweite Fahrzeug eines Werksteams nun keinen Nachteil mehr.

Doch schon die Anzahl der Reifen, die die Teams pro Auto verwenden dürfen, ist beschränkt. Für Mexiko dürfen zum Beispiel „nur“ 60 Stück pro Fahrzeug mitgenommen werden, zusätzlich muss sich das Team schon Wochen vor der Abreise für zwei verschiedene Reifentypen entscheiden – besonders für die Mexiko-Rallye ein Problem, da ja kaum jemand auf Erfahrungswerte zurückgreifen kann.

Und zu guter letzt tritt erstmals das vieldiskutierte Verbot der „Gravel Crews“, also der Schotterspione in Kraft. Viele Fahrer und Co-Piloten sind der Meinung, dass ihr Job dadurch um einiges gefährlicher wird, die FIA sieht darin eine gute Möglichkeit um Kosten zu sparen.

Die Vorschauen der einzelnen Teams finden Sie in der rechten Navigation!

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