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Dakar-Rallye 2006

"Ich muss mich an der Nase nehmen und ruhig bleiben...!"

Was für ein Tag für den Österreicher Raphael Sperrer und seinen Navigator Ola Floene. Die beiden wurden heute 13. - Gesamtrang 34!

Fotos: www.raphaelsperrer.com

Die Rallye Lisboa-Dakar biegt langsam in die Zielgerade ein und Raphael Sperrer kommt immer besser in Fahrt! Heute überquerte der Tross die Grenze von Mali nach Guinea, zum ersten Mal seit 1996 steuerte man damit Guinea an. Und auf dieser zwölften Etappe von Bamako nach Labé konnte sich Sperrer mit Co-Pilot Ola Floene an seiner Seite erneut enorm steigern und die sensationelle 13. Gesamtzeit der Speziale erzielen!

Der Oberösterreicher fuhr mitten unter die arrivierten Dakar-Experten und Werksfahrer, auf den Etappensieger Luc Alphand im Werks-Mitsubishi fehlte dem Buggy-Duo nach 368 Kilometern nur eine halbe Stunde, in der Gesamtwertung konnten sie unter die Top-40 vorstoßen!

Nachdem Sperrer gestern durch einige grobe Schlaglöcher gerumpelt war, brach die Vorderradaufhängung und die Reparatur kostete erneut wertvolle Zeit, ca. 20 Minuten.

Heute lief es aber endlich einmal problemlos: „Das war richtig geil heute. Die Straßen sind noch immer eng, die Flussdurchfahrten gefährlich und schwierig, aber wir haben keine Fehler gemacht! Ein großes Dankeschön an Ola für die erneut fehlerfreie Navigation, perfekt! Wir waren schon flott unterwegs, aber weit weg vom Limit – wäre anders auch nicht besonders gescheit gewesen, schließlich gibt es auf dieser Marathon-Etappe keine Hilfe durch die Service-Trucks. Apropos Service: Die Jungs von 2drive haben die Nacht durch bis in der Früh geschraubt, während Ola und ich geschlafen habe! Dankeschön, das hat sich wirklich ausgezahlt – das Auto ist perfekt gelaufen!

Wolfgang Müller vom 2drive Team ergänzt: „Die letzten, harten Etappen haben ihre Spuren am Buggy hinterlassen: Klar hat Raphael dort und da etwas touchiert, das ist ganz normal. Selbst die Autos der Werksteams sind komplett zerfleddert ins Biwak gekommen! Also haben wir die Nacht vor der heutigen Marathon-Etappe genutzt und durchgearbeitet, das komplette Auto überholt und viele Komponenten getauscht. Um halb fünf Uhr Morgens waren wir fertig, aber die 13. Zeit war die Anstrengung wert. Eine ganz starke Leistung!“

Die beiden Neulinge bleiben trotzdem vorsichtig, Raphael Sperrer ist sich der Gefahren bewusst: „Man glaubt hier täglich, das Schlimmste endlich hinter sich zu haben. Dabei kann auch auf den restlichen drei Etappen in jeder Sekunde etwas passieren und schon bist du draußen. Ich muss mich selber an der Nase nehmen und ruhig bleiben, konzentriert und fokussiert auf das große Ziel hinarbeiten, Dakar zu erreichen!“

Ola Floene, der norwegische Co-Pilot von Sperrer, ist ebenfalls bemüht, jede Euphorie zu verdrängen: „Wir sind erst im Ziel, wenn wir in Dakar auf der Rampe stehen. Die 13. Gesamtzeit ist zwar toll, aber das lenkt nur ab. Es darf uns nicht um irgendwelche Zeiten oder einzelne Platzierungen gehen. Wir müssen nach Dakar kommen, darauf konzentrieren wir all unsere Anstrengungen für die letzten 1.311 Kilometer!“

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