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Rallye-WM: Interview

Citroën konzentriert sich auf 2018

Citroën schreibt die laufende WM-Saison (notwendigerweise) ab und setzt laut Teamchef Yves Matton voll auf die Entwicklung für 2018.

Nach bisher enttäuschenden Ergebnissen schreibt Citroën die Rallye-WM-Saison 2017 ab und konzentriert sich voll auf die Weiterentwicklung des C3 WRC für das nächste Jahr, wie Teamchef Yves Matton im vom Werk bereitgestellten Interview ankündigte. Darin verteidigt er auch die Zwangspause für Kris Meeke. Außerdem bestätigte Matton die drei Fahrer für die nächsten beiden Rallyes und eine Veränderung auf dem Posten des technischen Direktors.

In Polen hat Stéphane Lefebvre das beste Ergebnis für das Team erzielt. Warum muss er dennoch bei den nächsten beiden Rallyes zusehen?

Matton: "In Finnland werden Kris Meeke, Craig Breen und Khalid Al-Qassimi für uns fahren. In Deutschland werden Kris Meeke, Andreas Mikkelsen und Craig Breen am Steuer unserer drei C3 WRC sitzen. Stéphane kommt dann in Spanien zurück. Wie unsere Mechaniker und Ingenieure müssen auch unsere Fahrer zum Wohle des Teams arbeiten, denn gute Ergebnisse für Citroën zu erzielen ist das Wichtigste. Das versteht Stéphane vollkommen. Er wird während dieser Zeit auch nicht zu Hause herumsitzen, sondern an verschiedenen Tests teilnehmen."

War es richtig, Kris Meeke bei der Polen-Rallye eine Auszeit zu verordnen?

Matton: "So etwas ist in der Rallye-WM ja nicht zum ersten Mal passiert, andere Teams haben in der Vergangenheit auch ihre Fahrer gewechselt. Ich glaube wirklich, dass Kris eine Pause gebraucht hat. Das Ziel ist klar: Kris soll gestärkt zurückkehren, damit wir zusammen gewinnen können. Ob es wirklich die richtige Entscheidung war, kann jetzt natürlich keiner sagen. Wir konnten aber nicht weiter untätig sein. Nach all seinen Ergebnissen mussten wir etwas unternehmen. Ich übernehme für diese Entscheidung die volle Verantwortung."

Man kann Meeke sicherlich nicht alleine für die schwachen Teamergebnisse verantwortlich machen; es gab auch Fragezeichen bezüglich des Handlings des Autos ...

Matton: "Das haben wir nie behauptet. Nach jedem Test haben die Fahrer gesagt, dass sie mit dem Handling des Autos zufrieden waren. Bei den Rallyes hatten sie aber leider nicht den selben Eindruck. Das zeigte, dass bei der Entwicklung des C3 WRC irgendetwas nicht richtig gelaufen ist. Wir mussten also einen Schritt zurück machen. Ich habe die Technikabteilung dann gebeten, an Upgrades zu arbeiten, mit denen das Auto vielseitiger wird. Es gab ja auch einige Veränderungen: In Schweden an der Aufhängung, in Polen an der Kraftübertragung, weitere werden folgen. Das braucht seine Zeit. Je mehr Fahrer wir einsetzen, umso schneller können wir uns in die richtige Richtung bewegen."

Sie haben auch das Team umstrukturiert und einen neuen technischen Direktor geholt ...

Matton: "Ja, denn Laurent Fregosi, der diese Position ein Jahr lang inne hatte und vorher als Chefingenieur für die Chassis des C4 WRC, DS3 WRC und C-Elysée TC1 verantwortlich war, wollte wieder eine eher technische Rolle einnehmen. Wir haben daher Christophe Besse geholt – einen Ingenieur, der Citroën sehr gut kennt, seit er Anfang der 2000er Jahre am Xsara WRC gearbeitet hat."

Das Ziel für die Saison 2017 war, Rallyes zu gewinnen. Gilt das immer noch?

Matton: "Der Schwerpunkt liegt nun auf der Vorbereitung auf die Saison 2018. Einige der Upgrades brauchen einige Monate Vorbereitungszeit und werden nicht vor Beginn der nächsten Saison einsatzbereit sein. Das heißt aber nicht, dass wir 2017 nicht mehr gewinnen wollen. Auf Korsika haben wir gezeigt, wozu der C3 WRC auf Asphalt in der Lage ist. Ich habe die Ingenieure dennoch gebeten, sich mehr auf die Weiterentwicklung als auf die Abstimmung des Autos für die einzelnen Rallyes zu konzentrieren."

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