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Rallye-WM: Interview

Matton: Alten WRCs fehlte etwas Wildes

Teamchef Yves Matton erklärt, warum Citroën in die Rallye-WM zurückkehrt und warum sich die Fans auf die neuen WRCs freuen sollten.

Bildquelle: Citroën; PHOTO4

Nach einem Jahr Pause wird Citroën 2017 als eingeschriebener Hersteller in die Rallye-WM zurückkehren. Der neue C3 WRC sorgte bei seiner Präsentation für Furore, wirkt er doch von allen WRCs der neuen Generation vielleicht am spektakulärsten. In einem von der französischen Marke bereitgestellten Interview spricht Citroën-Teamchef Yves Matton (Bild oben) über die Gründe für die Rückkehr in die Rallye-WM, blickt auf die Entwicklung des neuen Autos zurück und erklärt, warum ihn die neuen Boliden begeistern.

Monsieur Matton, wieso kehrt Citroën als Hersteller in die Rallye-WM zurück?

Matton: "Dabei haben mehrere Faktoren eine Rolle gespielt. Unser Drei-Jahres-Projekt in der Tourenwagen-WM ist zu Ende gegangen, und die Marke stand mit dem C3 vor der Einführung eines neuen Produkts. Zur gleichen Zeit war die FIA dabei, die neuen Regeln für die Rallye-WM auszuarbeiten. Der C3 ist wie dafür gemacht, und so kam alles zusammen."

Welche Herausforderung stellt das überarbeitete Reglement dar?

Matton: "Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es nur eine deutliche Weiterentwicklung der bisherigen Regeln ist, aber es steckt viel mehr dahinter. Die höhere Motorleistung, der gewachsene Einfluss der Aerodynamik und die Rückkehr des Zentraldifferentials sind die drei wesentlichen Veränderungen. Auf diese drei Punkte haben wir uns konzentriert und dabei sowohl unsere Erfahrung aus dem Rallyesport als auch die zuletzt auf der Rundstrecke gemachten in die Waagschale geworfen. Dadurch konnten wir schneller entwickeln und haben über den Tellerrand hinaus geblickt."

Wie ist die Arbeit seit Beginn des Projekts gelaufen?

Matton: "Sie war atemberaubend – der Zeitplan für die Entwicklung war enger gesteckt als bei jedem früheren Programm. Trotz unserer beträchtlichen Erfahrung mussten wir uns beim Design und der Entwicklung des Autos sputen. Dank des Know-hows des Team konnten wir viele Kilometer ohne ernsthafte Probleme abspulen. Ohne dieses Wissen hätten wir den Zeitplan nicht einhalten können."

Erkennen Sie beim Citroën C3 WRC Anleihen an der Gruppe B?

Matton: "Der C3 WRC erinnert in der Tat an diese Autos, die eine ganze Generation von Rallyeenthusiasten begeistert hat, mich eingeschlossen. In den 30 Jahren hat sich aber eine Menge verändert, vor allem in Sachen Sicherheit, doch wir werden in der nächsten Saison wieder erleben, dass die Fahrer ein aggressives, fauchendes Biest zähmen müssen. Als ich Kris Meeke das Auto zum ersten Mal fahren gesehen habe, habe ich zu mir gesagt, dass wir unser Ziel erreicht haben. Diese neue WRC-Generation hat etwas extrem Spektakuläres."

Können diese Autos der Rallye-WM neuen Schwung geben?

Matton: "Die bisherigen WRCs wurden oft kritisiert, nicht aggressiv genug zu sein. Was die Bilder und die Veranstaltungen betraf, war der Rallyesport durchaus spektakulär, aber den Autos hat definitiv etwas Wildes, Verrücktes gefehlt. Das werden wir nun wieder sehen. Ich hoffe, dass die Veränderungen das Interesse jüngerer Fans wecken und einen positiven Effekt auf die Meisterschaft haben."

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