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Die beinahe aussichtslose Jagd auf Super-Séb

Bei der am kommenden Wochenende stattfindenden Rallye Spanien gibt es einen haushohen Favoriten: Sébastien Loeb. Die Chancen der Konkurrenz sind denkbar gering. Stohl möchte WM-Rang 3 halten.

Michael Noir Trawniczek

In Katalunien steigt am Wochenende die erste echte Asphalt-Rallye des WM-Kalenders - nach nur einem halben Jahr kehrt der Rallye-Tross nach Spanien zurück. Asphalt - das ist der Boden, auf dem "Super-Séb" Sébastien Loeb seine "Superkräfte" so richtig ins Spiel bringen kann.

Der regierende Weltmeister und aktuelle WM-Leader ist auch der Vorjahrssieger und er kann getrost als absoluter Topfavorit bezeichnet werden. Dass Loeb auch im "privaten" Kronos-Citroen ungemein stark unterwegs ist, hat der Franzose bereits eindrucksvoll demonstriert. Und dass dem Xsara der spanische Asphalt besonders gut schmeckt, muss auch Loeb offen zugeben: "Bis auf 2002 hat der Xsara seit 2001 immer in Spanien gewonnen." Und: Seit Ende 2004 konnte der Xsara überhaupt sämtliche Asphalt-Events gewinnen.

Geringe Chancen für die Loeb-Jäger

Die Chancen der Konkurrenz halten sich in Grenzen. Marcus Grönholm, der in Mexiko bereits die WM-Führung an Loeb abgeben musste, unternimmt mit dem neuen Ford Focus WRC 2006 dessen Asphalt-Feuertaufe. Natürlich glaubt der Finne, dass "alles möglich" ist, natürlich möchte er unbedingt eine der beiden kommenden WM-Rallyes gewinnen - er weiß genau, dass Loeb ansonsten bald wieder uneinholbar in der Tabelle sein würde.

Ähnlich ergeht es dem dritten Mann aus dem "Trio Infernale", Subaru-Speerspitze Petter Solberg. Nach ermutigenden Tests mit dem Subaru Impreza WRC möchte er einen Podestplatz erringen - optimal wäre jener Platz ganz oben auf dem Stockerl, fügte er hinzu. In der WM hat Solberg bereits einen beträchtlichen Rückstand aufzuholen, immerhin gab es in Mexiko die ersten acht WM-Punkte, nachdem der Norweger in den beiden ersten Läufen komplett leer ausging.

Stohl möchte dritten WM-Rang halten

OMV-Pilot Manfred Stohl war es, der das Trio sprengen konnte und als WM-Dritter beeindrucken konnte. Weil Asphalt nicht unbedingt zu seinen Lieblingsbelägen gehört, setzt der Österreicher für sich und seine Co-Pilotin Ilka Minor ein realistisches Ziel: Möglichst viele WM-Punkte, wenn geht mehr als Petter Solberg einholen, um den formidablen dritten WM-Rang halten zu können.

Der zweite Österreicher in der Welt der Rallye-Elite, Ausnahmetalent Andreas Aigner, ist in Spanien wieder dabei - sein Ziel kann bei seiner dritten WRC-Rallye nur lauten: Möglichst viel lernen.

Geheimtipp Panizzi?

Dafür ist sein Teamkollege bei Red Bull Skoda so etwas wie ein Geheimtipp: Gilles Panizzi ist ein waschechter Asphalt-Profi, hat die Spanien-Rallye bereits in den Jahren 2002 und 2003 für sich entschieden. Aber auch er gibt offen zu: "Natürlich ist in Spanien Loeb das Maß der Dinge..."

Wieder dabei ist Privatier Toni Gardemeister, der bei der "halben Asphalt-Rallye" in Monte Carlo als Dritter das Podest erstürmen konnte. Gespannt darf man auch auf die spanischen Lokalmatadoren sein: Junioren-Champion Daniel Sordo im dritten Xsara beispielsweise, oder auch Xavier Pons, der im zweiten Kronos-Citroen auf das Podium möchte. Aber auch Dani Solá, der wie Sordo einen privaten Xsara pilotieren wird.

Eine starke Vorstellung lieferte im Vorjahr Francois Duval, allerdings beendete er diese abrupt mit einem Überschlag - diesmal steuert er einen von First Motorsport eingesetzten Skoda Fabia WRC. Der Franzose Alexandre Bengue fährt erstmals mit einem Peugeot 307 WRC, auch auf ihn sind die Augen der Rallye-Experten gerichtet. Nicht unerwähnt sollte auch Asphalt-Spezialist Stephane Sarrazin bleiben, allerdings muss er als Teamkollege von Petter Solberg so manchen Tribut zollen.

Launisches Wetter

Zu den wohl größten potentiellen Gefahren muss Weltmeister Sébastien Loeb das launische Wetter zählen. Die Küste südlich von Barcelona wird im März recht gern von Regen und Stürmen heimgesucht - es ist in Katalunien nichts besonderes, wenn im Service Park die blanke Sonne scheint und es draußen, auf den Sonderprüfungen, wie mit Kübeln schüttet. Da ist schnell einmal die falsche Reifenwahl getroffen. Und davor ist auch ein "Super-Séb" nicht gefeit.

Am Donnerstagvormittag wird auf der Strecke Tivissa - La Serra d´Almos der Shakedown vorgenommen. Am Abend wird um 20 Uhr in Salou ein Showstart vorgenommen. Am Freitag wird der erste Fahrer um 6.45 Uhr die erste Etappe der Rallye Spanien in Angriff nehmen.

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