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Rallye-WM: Wales

Latvala führt knapp vor Loeb

Latvala führt vor Loeb und Sordo. PWRC: Nach SP 10 rückte Aigner auf P2 vor – doch dann fuhr Sandell Bestzeit, Aigner jetzt wieder Dritter.

Michael Noir Trawniczek

Nachdem die Piloten am Freitag einem wahren Weltuntergangswetter ausgesetzt waren, zeigte sich der „Wettergott“ am Samstagmorgen gnädig. Ein klarer Himmel, Sonnenschein – auch wenn die Prüfungen, zumindest am Morgen weiterhin gefroren waren und es auch weiterhin Eisflächen gab, die für die Fahrer eine große Gefahr darstellten.

Begonnen wurde mit der längsten Prüfung des Tages, der 30,68 km langen SP 9 „Resolfen“. Dani Sordo fuhr die absolut schnellste Zeit – der Citroen-Pilot war um 18 Sekunden schneller als Mikko Hirvonen im Werks-Ford. Sébastien Loeb fuhr die drittschnellste Zeit und war alles andere als begeistert: „Das war sehr gefährlich. Es gab sehr viel knifflige Stellen mit Eisflächen, diese Eisflächen sind wirklich scheiße – und wir haben keine Informationen, wann diese kommen. Das ist wirklich schlimm und ich mag das überhaupt nicht.“

Und so zollte auch Citroen-Jungstar Sébastien Ogier auf SP 9 Tribut, dessen tolles Debüt in einem World Rally Car zu einem abrupten Ende kam. Zwei Kilometer vor dem Ziel kam der C4-Pilot in einer vereisten Kurve von der Strecke ab und überschlug sich in einen Graben hinein.

Loeb setzte seine Anklage fort: „Das Problem besteht darin, dass gerade am Morgen so viel Eis in der Prüfung ist und dass unsere Reifen nicht dafür geeignet sind. Man könnte doch Gravelcrews auf die Prüfungen schicken, die für uns die Strecke vorher abfahren könnten – so viel kann das nicht kosten. Der Unfall gestern, von Chris Atkinson, wäre nicht passiert, wenn er gewarnt worden wäre.“

Atkinson, der sich am Freitagabend überschlagen hatte, wurde ins Spital geflogen – glücklicherweise konnte der Australier noch am gleichen Abend in Richtung Teamhotel entlassen werden. Die Rallye ist für Atkinson freilich zu Ende.

Der führende Jari Matti Latvala konnte auf SP 9 nur die sechstschnellste Zeit markieren. „Ich musste als erster Wagen auf die Strecke und hatte keine Chance“, reklamierte er. Latvala konnte die Führung behalten – doch Dani Sordo lag nur noch 0,8 Sekunden hinter ihm.

Auf der 18,57 km langen SP 10 „Halfway“, die heuer in der Gegenrichtung befahren wird, konnte Latvala die Bestzeit markieren – fünf Sekunden vor Sébastien Loeb, der sich damit auf Rang zwei vorschob.

Zwar konnte Sordo auf der 14,86 km langen SP 11 „Crychan“ erneut die Bestzeit markieren – dennoch bleibt Sordo auf Rang drei. Der Spanier erklärte: „Am Morgen lief es sehr gut, auf der ersten Prüfung fuhr ich wirklich gut – auf den Prüfungen danach fuhr ich dann weniger schnell. Das Team hat mich auch daran erinnert, dass wir mit beiden Autos ins Ziel kommen sollten.“

Vor dem Mittagsservice führt Latvala nun 8,9 Sekunden vor Loeb sowie 17,6 Sekunden vor Sordo. Latvala erklärte: „Am Morgen war es ein wenig stressig – denn wir wussten nicht wirklich, was uns auf den Prüfungen erwartet. Jetzt, da wir sie abgefahren sind, können wir relaxt ins Mittagsservice gehen und sie am Nachmittag erneut befahren.“

Subaru-Werkspilot Petter Solberg rückte vor auf Rang vier, sein Rückstand beträgt 46,3 Sekunden. 16,5 Sekunden hinter Solberg belegt Adapata Subaru-Pilot Mads Östberg den guten fünften Gesamtrang – dabei war der Privatier nach der SP 9 davon überzeugt, dass er mit einem Motorschaden aufgeben müsse. Die Benzinpumpe tränkte den Motor in Benzin – doch er konnte die Fahrt fortsetzen und hofft nun auf seine Mechaniker. Östberg liegt bereit etwas mehr als eine Minute zurück.

Nur 4,2 Sekunden hinter ihm belegt Suzuki-Werkspilot Per Gunnar Andersson den sechsten Rang. Andersson lag am Morgen noch auf Rang drei, erklärte jedoch: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir diese Position halten können.“ Francois Duval und Henning Solberg belegen die Plätze sieben und acht, dahinter liegen Toni Gardemeister und Matthew Wilson. Mikko Hirvonen liegt nach seinem gestrigen Überschlag bereits wieder auf Rang 13 – doch auf die Punkteränge fehlen ihm derzeit noch etwas mehr als drei Minuten.

MotoGP-Star Valentino Rossi liegt im Gesamtklassement direkt hinter Andi Aigner auf Rang 16, sein Rückstand beträgt etwas mehr als sechs Minuten. Rossi gab sich zufrieden: „Heute ist es viel besser als gestern, weil die Konditionen normaler sind – sicher gibt es auch noch Eis auf den Prüfungen, aber diese SPs sind wunderschön und wir konnten jetzt auch wieder schneller fahren.“

PWRC: Nervenprobe für Andreas Aigner

Nach dem Ausfall von Juho Hänninen, der die Wales-Rallye wegen eines Motorschadens beenden musste, ist der Weg frei für Andi Aigner, der jedoch unbedingt Dritter werden muss, um doch noch Weltmeister zu werden.

Auf SP 10 rückte Aigner auf Platz zwei vor, nachdem Guy Wilks über eine Minute an Zeit verloren hatte – Aigner lag 24,2 Sekunden hinter dem führenden Patrick Flodin. Doch auf SP 11 konnte Peugeot 207 Super 2000-Pilot Patrick Sandell eine Bombenbestzeit in den walisischen Schotter brennen – womit er sich auf Rang zwei vorschieben konnte. „Gestern war es schwierig – wir hatten entweder keine oder die volle Power – heute läuft es viel besser für uns“, erklärte Sandell nach SP 11.

Vor dem Mittagsservice führt Flodin 20,7 Sekunden vor Sandell sowie 23,8 Sekunden vor Aigner. Direkt hinter Aigner liegt nun Guy Wilks – auf den Steirer fehlen ihm 48,9 Sekunden. Aigner verfügt demnach über einen gewissen Polster, muss aber weiterhin puschen…

Der führende Patrick Flodin erklärte: „Die ersten Prüfungen liefen sehr gut – unglücklicherweise hatten wir auf der letzten Prüfung einen Dreher.“

Aigner gab nach SP 11 zu Protokoll: „Es lief bislang sehr gut – ich fuhr sehr vorsichtig, natürlich muss ich auch puschen – aber auf der ersten Prüfung wären wir beinahe an jener Stelle abgeflogen, an der auch Mark Higgins und Sébastien Ogier abgeflogen sind.“

Nur noch zehn PWRC-Piloten sind im Rennen – noch ist alles möglich für Andreas Aigner und seinen Co-Piloten Klaus Wicha. Eines ist klar: Sowohl Flodin als auch Sandell und auch Wilks werden noch alles tun, um das Podest zu erlangen. Aigner muss puschen und dabei dennoch auf der Strecke bleiben…

Am Nachmittag werden die Vormittagsprüfungen ab 13.21 Uhr Ortszeit (14.21 h MEZ) ein weiteres Mal befahren, am Abend wird noch die Superspecial im Stadion von Wales absolviert.

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