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Rallye-WM: Analyse

Feedback auf FIA-Konzept positiv

Das technische Rallye-WM-Reglement ab 2017 kommt bei den Herstellern gut an – Malcolm Wilson fühlt sich gar an die Gruppe B erinnert.

Auf der Sitzung des FIA-Weltrats in Mexiko wurde am Freitag das technische Konzept für die Rallye-WM ab der Saison 2017 vorgestellt. Im Sinne einer Evolution des im Zeitraum von 2014 bis 2016 gültigen technischen Reglements sollen die WRCs ab der übernächsten Saison sowohl leistungsstärker als auch optisch aggressiver werden.

Die Öffnung des Luftmengenbegrenzers der 1,6-Liter-Turbomotoren wird von derzeit 33 auf 36 Millimeter vergrößert und somit auf das Leistungsniveau der Tourenwagen-WM angehoben. Statt den bisher (offiziellen) 300 PS werden die WRCs künftig 380 PS zur Verfügung haben. Zudem wird das Fahrzeuggewicht um 25 Kilogramm reduziert.

Hinsichtlich der Aerodynamik werden den Herstellern mehr Freiheiten zugestanden. Der Überhang der Kotflügel wächst sowohl vorne als auch hinten. Der Heckflügel darf künftig deutlich wuchtiger sein. Rund um das Chassis wurde eine Zone festgelegt, die eine Maximalbreite von 1.875 mm (statt aktuell 1.820 mm) nicht überschreiten darf. Die Gesamtlänge der WRCs muss künftig mindestens 3,9 Meter betragen.

FIA-Technikchef Bernard Nicolet spricht von drei Zielen, die mit dem neuen Reglement verfolgt würden: "Die Autos spektakulärer zu machen, die Kosten im Blick zu halten und den Sicherheitsstandard beizubehalten, wenn nicht sogar zu erhöhen." Wie FIA-Rallyedirektor Jarmo Mahonen betont, waren an der Ausarbeitung des neuen Reglements alle Interessensvertreter des Sports beteiligt, um die kommerziellen Vermarktungsziele zu erreichen und gleichzeitig die Wünsche der Fans zu berücksichtigen.

Weltmeister Ogier begeistert

Beim amtierenden Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier kommen die ersten Konzeptzeichnungen gut an: "Ich finde, die Vorschläge für Erscheinungsbild und Leistung der 2017er-Autos sind großartige Neuigkeiten. Als Rennfahrer wünscht man sich ständig noch mehr Performance. Ich gehe davon aus, dass die Autos dank des größeren Flügels und der neuen Aerodynamik mehr Abtrieb entwickeln werden und dadurch mit mehr Grip in den Kurven schneller werden."

"Auch hinsichtlich der Show ist es ein Schritt in die richtige Richtung, denn die zusätzliche Motorleistung wird sicherlich für spektakuläre Fahrszenen sorgen. Zudem werden die Autos dank der breiteren Karosserie aggressiver aussehen. Ich freue mich schon sehr darauf, die nächste Generation des Polo R WRC zu sehen", sagt Ogier, der bekanntlich für das VW-Werksteam ins Lenkrad greift.

Hyundai-Teamchef Michel Nandan sieht im neuen Reglement einen weiteren Schritt, den Stellenwert der Rallye-WM zu steigern und den Sport in eine spannende neue Ära zu führen. Auch für M-Sport-Boss Malcolm Wilson markiert das neue WRC-Reglement den Beginn einer aufregenden Ära für die Rallye-WM: "Die 2017er-Autos werden nicht nur spektakulär aussehen, sondern auch an Leistung und Performance zulegen." Wilson geht sogar soweit, zu sagen: "Das Konzept erinnert mich an die Zeiten der Gruppe B."

Keine Garantien von Citroën

Auch Citroën-Teamchef Yves Matton ist begeistert, kann aber noch nicht versprechen, ob der französische Hersteller tatsächlich noch dabei sein wird, wenn die WRCs der Generation 2017 ihr Debüt geben: "Vom neuen Look der World Rally Cars ab 2017 sind wir begeistert. Es fällt mir zum jetzigen Zeitpunkt aber schwer, eine Zusage zu geben. Alles, was ich sagen kann, ist: Die Autos sehen absolut fantastisch aus."

Hintergrund des Zögerns ist der Umstand, dass sich Citroën – auch vor dem Hintergrund eines künftigen Engagements als Hersteller in der Formel E – zum Ende der Saison 2016 entweder aus der WRC oder aus der WTCC zurückziehen wird. Während der Verbleib von Citroën in der Rallye-WM über die Saison 2016 hinaus offen ist, wird Toyota mit dem Yaris WRC zur Saison 2017 zurückkehren.

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