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Rallye-WM: Analyse

Toyota mit Loeb und Petter Solberg?

PR-Gag oder schon echte Verzweiflung? Teamchef Mäkinen denkt bei der Fahrersuche mittlerweile auch an die beiden Ex-Weltmeister.

Fotos: Werk

Engagiert Toyota für das Comeback in der Rallyeweltmeisterschaft 2017 die beiden 41jährigen Ex-Weltmeister Petter Solberg und Sébastien Loeb? Teamchef Tommi Mäkinen gibt zu, dass es nicht leichter werde, Fahrer für die Entwicklung des Yaris WRC (Bild oben) zu finden. In diesem Jahr ist ein umfangreiches Testprogramm geplant. "Einer der wichtigsten Aspekte ist das fahrerische Gesamtpaket", sagt Mäkinen gegenüber Autosport. "Wir müssen jetzt realistisch sein, denn es gibt nicht viele Fahrer, aus denen wir auswählen können."

Mikko Hirvonen könnte Testfahrten absolvieren, ein Wettbewerbscomeback schließt er jedoch aus. Deshalb weiß Mäkinen: "Im nächsten Jahr könnte unsere Fahrerwahl ein Kompromiss sein. Wir müssen uns andere Ideen überlegen." Alle drei VW-Fahrer besitzen laufende Verträge; Sébastien Ogier hat erst im vergangenen August ein Toyota-Angebot dankend abgelehnt. Kris Meeke, der ebenfalls ein Angebot von Mäkinen vorliegen hatte, ist nun für die nächsten drei Jahre an Citroën gebunden.

Im nächsten Jahr wären lediglich Thierry Neuville (Hyundai) und Mads Østberg (M-Sport) verfügbar. Der Belgier hat bereits bekräftigt, dass er seine Zukunft bei Hyundai sieht. Damit ist vielleicht der Norweger in der Pole Position für ein Toyota-Cockpit. Ansonsten könnte Mäkinen nur noch auf andere Möglichkeiten zurückgreifen, wie zum Beispiel ehemalige Rallyepiloten.

Im Jänner hat sich Mäkinen mit Petter Solberg, dem Weltmeister von 2003, in Finnland getroffen. "Mit Petter haben wir über andere Pläne gesprochen", sagt der Finne, selbst vierfacher Rallyeweltmeister. "Wir wissen, dass Petter ein Champion und ein schneller Fahrer ist." Auf die Frage, ob Solberg den Yaris WRC testen könnte, lautet Mäkinens Antwort: "Warum nicht? Ich weiß es nicht. Er betreibt sein Rallyecrossteam und fährt in der WM, aber vielleicht ist etwas möglich."

Solberg will in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge Rallycrossweltmeister werden, weitere Rennaktivitäten sind bisher nicht bestätigt. "Für die neue Saison gibt es verschiedene Möglichkeiten", meint der Norweger. "Ohne Zweifel ist die Zukunft des Rallyecrosssports aufregend. Wir haben auch in dieser Meisterschaft interessante Möglichkeiten, aber vielleicht gibt es auch in der Rallye-WM noch unerledigte Geschäfte. Es war interessant, mit Tommi über Toyotas große Pläne zu sprechen."

Mit Sébastien Loeb hat Mäkinen noch nicht gesprochen. Es gibt aber Spekulation, wonach Repräsentanten des Franzosen bereits die Toyota-Fabrik in Puuppola besucht hätten. "Ich habe Sébastien noch nicht gesehen und nicht mit ihm gesprochen", gesteht Mäkinen ein. "Es gibt viele Gerüchte, aber bisher wurde nichts unternommen. Wenn Sébastien interessiert wäre, würde ich natürlich mit ihm sprechen. Wir wissen, dass er einer der besten Fahrer aller Zeiten ist, und es noch immer sehr gut kann." Kurzfristig ist aber davon auszugehen, dass Hirvonen die ersten Tests mit dem Yaris WRC absolvieren wird.

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