CLASSIC

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Ennstal Classic 2010

Für Schleichfahrt ungeeignet

Während der Ennstal Classic wird in der Gröbminger Rennwagen-Show ein einzigartiger Bolide ausgestellt, der Maserati Eldorado kommt nach Österreich.

Foto: www.ennstal-classic.at

Für das 500 Meilen Rennen von Monza, das 1958 zum zweiten Mal auf der 4.25 km langen Steilwandpiste nach dem amerikanischen USAC-Reglement ausgetragen wurde, (4.2 Lit. ohne, 2.8 Liter mit Kompressor) finanzierte die Italienische Eismarke «Eldorado» den Bau eines speziellen Maserati-Rennwagen. Die Bezeichnung lautete 420M/58.

Maserati installierte in einem Rohrrahmen, der vom 250F Formel 1 entlehnt wurde, sein Kaliber Magnum: den 4.2 Liter, Viernockenwellen, V-8 Zylinder aus dem 450S Sportwagen, der mit Alkoholtreibstoff rund 410 PS bei 8000 U/min. leistete. Die Sitzposition wurde für die gegen den Uhrzeigersinn befahrenen Steilwandkurven nach rechts versetzt. Spezielle Halibrand Räder und Firestone Reifen der Dimensionen 7.60-8.00 vorne, und 8.00x 18 hinten, wurden auf Grund der Erfahrungen aus dem Rennen von 1957 montiert.

Der Maserati Eldorado wurde Stirling Moss anvertraut. Doch sowohl Maserati als auch Ferrari, als auch die Ecurie Ecosse mit ihren Jaguar-D Typen, hatten gegen die amerikanischen Indy-Rennwagen, die durchwegs mit 2.8 Liter Offenhauser Kompressor-Motoren ausgerüstet waren keine Chancen. Die Steilwandkurven waren eine gefährliche Betonwaschrumpel, die bei 200 km/h einen Fahrer, der nicht angeschnallt war, glatt aus dem Sitz geworfen hätte, was Luigi Musso in seinem Ferrari beinahe passiert wäre. Die Rundenschnitte lagen zwischen 260 und 284 km/h, was selbst für die Indy-Piloten ein neuer Rekord war. Moss qualifizierte den «Maser» mit 264 km/h Schnitt, Luigi Musso erreichte auf Ferrari 281 km/h.

Moss mußte sein ganzes Können einsetzen um im 14 Wagen Feld des ersten Heat Vierter zu werden, und im zweiten Heat erneut als erster Europäer Rang fünf zu belegen. Im dritten Heat lag er auf Rang vier, als er bei rund 300 km/h keine Lenkung mehr hatte. Erinnert sich Moss: «Die Waschrumpel hatte die Lenkung zerstört, ein Lenkhebel war gebrochen, ich war nur noch Passagier». Der Maserati tobte sich an der Leitschiene, die den obersten Rand der Steilwand begrenzte, bis zum Stillstand aus. Der Amerikaner Jim Rathman gewann alle drei Heats mit einem Gesamtschnitt von 268.36 km/h.

Der einzigartige Maserati-Eldorado mit der Startummer 10 von Stirling Moss, gehört heute zur Sammlung von Matteo Pannini. Obwohl der Rennwagen fahrfertig ist, kann er beim Chopard-Grand Prix von Gröbming nicht eingesetzt werden: mit einem 2-Gang Getriebe ist der völlig unelastische Motor für Schleichfahrt nicht geeignet. Aber in der Rennwagen-Show kann man den 52 Jahre alten Boliden bewundern.

Zur Ennstal Classic Website

News aus anderen Motorline-Channels:

Ennstal Classic 2010

Weitere Artikel:

Wenn man ein simples Arbeitstier schon überzeichnet, dann bitte ordentlich. Dass dem Mazda Rotary Pick-up dennoch keine große Karriere zuteil wurde, lag vor allem am schlechten Timing. Aber auch am Charakterdarsteller Wankelmotor.

Gutes Rezept, falscher Zeitpunkt

Helden auf Rädern: MG ZS 180

Als praktisch alles schon verloren war, lieferte MG Rover ein Paradebeispiel für cleveres Engineering. Vor allem, weil der ZS ursprünglich der Unsportlichste der Modellpalette war.

Als Kombis noch lange nicht Mainstream waren, wollte man in Montevideo unbedingt einen haben. Ohne wenn und aber, weswegen der NSU P10 keinen riesigen Erfolg hatte. Das Genick brachen ihm aber eher die Begleiterscheinungen.

Sogar in der DDR wurde der kleine VW produziert

20 Mythen und Fakten über den VW Polo, die Sie noch nicht gekannt haben

Der Volkswagen Polo gehört zu den erfolgreichsten Kleinwagen und blickt auf eine lange Modellgeschichte zurück. Hier erfahren Sie mehr über den Polo und 20 Mythen und Fakten, die interessante Einblicke in seine Entwicklung, Technik und Besonderheiten geben.

Geliebter Fremdkörper

Helden auf Rädern: VW 1500 Rural

Ein Auto, das nach mehreren Umbenennungen, Joint Ventures, Pleiten, Übernahmen und Facelifts nach wie vor durch seine Qualitäten überzeugen konnte, kann ja nicht so schlecht sein. Die Geschichte des VW 1500 Rural zeigt, worauf es eigentlich ankommt.

Gleich, aber nicht

Helden auf Rädern: VW Mitra

Dieser VW Transporter ist kein VW Transporter. Oder zumindest nur teilweise. Jedenfalls nicht so, wie man es anhand der Optik vermuten würde. Eine wirre Geschichte, die nicht lange gutgehen konnte.