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WEC: Analyse

Audi raus – dafür Peugeot-Rückkehr?

Gerüchte um die LMP1-Werkseinsätze in der Langstrecken-WM ab 2018: Sowohl Ausstieg von Audi als auch Comeback von Peugeot möglich.

Der Langstreckenweltmeisterschaft steht in zwei Jahren möglicherweise ein erheblicher Umbruch ins Haus. Ab der Saison 2018 wird der langjährige Platzhirsch Audi mit hoher Wahrscheinlichkeit aussteigen, weil dem VW-Konzern der doppelte Aufwand mit zwei Tochtermarken in Zeiten massiver Abgasskandale bei seinen Straßen-Kfz offenbar doch zu widersinnig erscheinen dürfte.

Eine Art Ersatz könnte bereits in Sicht sein: Peugeot bereitet sich angeblich auf eine Rückkehr in den Prototypensport vor. Die Franzosen haben sich in den letzten Jahren wirtschaftlich erholt und setzen stark auf die werbewirksame Karte "Hybridtechnik" – da passt ihnen das aktuelle LMP1-Reglement perfekt ins Konzept. Dies schafft die notwendigen Voraussetzungen für ein Comeback.

Konzernchef Carlos Tavares selbst hatte immer wieder betont, dass Peugeot vor allem zu den 24h von Le Mans eine sehr enge Bindung habe. Als Bedingung für ein Comeback beim Klassiker an der Sarthe nannte der Spanier an erster Stelle immer den erfolgreichen Umbau der PSA-Gruppe. Dies scheint nun erfüllt zu sein; mehr noch: Dass Peugeot immer intensiver auf Hybridtechnik setzt, legt ein Engagement in der LMP1-Klasse geradezu nahe.

Anders ist die Situation bei Audi: Nicht nur die Folgen des Abgasskandals stellen eine weitere Teilnahme an der Langstrecken-WM in Frage, auch eine veränderte Grundhaltung des Volkswagen-Vorstandes, der sich neu formiert hat. Dort setzt sich immer mehr die Meinung durch, dass ein dauerhaftes Duell der zwei Marken Audi und Porsche sinnlos sei. Audi soll künftig lediglich in der DTM verbleiben.

"Die Technologie ist fortschrittlicher als in der Formel-1-WM, daher sind auch die Invetitionen umfangreicher", wird VW-Motorsportkoordinator Wolfgang Dürheimer zum Thema Langstrecken-WM von autocar.co.uk zitiert. Deshalb werde die LMP1-Klasse, die teurer als die Formel 1 sei, finanziell langfristig kaum zu stemmen sein. "Ich denke, dass die LMP1-Autos in Zukunft weniger komplex sein werden. Damit wird der Preis gedrückt, was es wiederum für andere Hersteller interessant macht", so Dürheimer.

Porsche und Toyota werden bis mindestens 2018 in der Langstrecken-WM bleiben und somit auch den Reglementwechsel in zwei Jahren mitmachen. Da kaum ein Werk ein neues LMP1-Fahrzeug für nur ein einziges Jahr bauen lassen wird, darf man davon ausgehen, dass die beiden Marken noch über 2018 hinaus aktiv bleiben werden. "Es wäre schön, wenn dann noch BMW und Ferrari kommen würden, dann wären wir richtig gut aufgestellt", träumt Weltmeister Mark Webber bereits von einem künftigen LMP1-Starterfeld.

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