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Rallye Dakar 2010

Kampf der VW-Rivalen geht weiter

Während in allen anderen Kategorien die Entscheidungen praktisch gefallen sind, muss Carlos Sainz seine Führung noch mühsam verteidigen.

Johannes Gauglica & marathonrally.com; Foto: VW

Szenen wie in guten alten Rallye-Tagen auf der Etappe von San Juan nach San Rafael: Die geplanten 476 SP-Kilometer wurden auf deren 470 verkürzt; der Grund: Zu starker Zuschauerandrang.

Bikes: Einer nimmts locker

Update zur vorigen Etappe: BMW hat den ersten Motorrad-Sieg „neuer Zeitrechnung“ wieder verloren. Wie erwartet musste das Ergebnis wegen der kuriosen Umleitung, die einige Fahrer irritierte, korrigiert werden. Die Rennkommissare beschlossen am späten Mittwoch Abend, den als Erste auf die 11. Etappe gestarteten Fahrern einen Zeitbonus zu gewähren.

Dies war ein harter Schlag für den Holländer Frans Verhoeven, dem sozusagen am grünen Tisch der Tagessieg entzogen wurde. Dieser geht rückwirkend an den spanischen KTM-Piloten Marc Coma, der damit seinen dritten SP-Erfolg en suite feiert.

Eine weitere Konsequenz in diesem Minuten-Poker: Pal Anders Ullevalseter, bisher Zweiter in der Gesamtwertung, verliert seine gute Position und rutscht auf Platz 3 hinter den Franzosen David Frétigne ab.

Die 12. Etappe wurde schnell zu einem Duell um Sekunden zwischen Francisco "Chaleco" Lopez und dem Norweger Ullevalseter auf seiner KTM. Der war im ersten Teil der Strecke im Vorteil und hatte nach 363 Kilometern bereits 1:34 Minuten Vorsprung auf seinen Rivalen herausgefahren.

Doch auf den folgenden 113 Kilometern Sand erwies sich die kleine Aprilia von Chaleco Lopez wieder als besseres Arbeitsgerät. Im Ziel holte sich der Chilene den vierten Etappensieg seiner Karriere bei einer Dakar, und den bereits dritten auf der 32. Ausgabe.

Der Gesamtführende Cyril Despres kommt bei seinem immer noch immensen Vorsprung von 1:03 Stunden auf Lopez und 1:04 Stunden auf Ullevalseter langsam in den praktischen Genuss, es langsamer angehen zu können. Er ließ sich über 17 Minuten Zeit, passierte aber das Ziel dennoch auf Platz 8.

Locker könnten es auch die Brüder Patronelli bei den Quads nehmen, das tun sie aber nicht. Auf der 12. Prüfung durfte Christophe Declerck mit seiner Polaris zum zweiten Mal heuer gewinnen, die schnellen Argentinier waren allerdings nur 1:29 (Alex) bzw. 6 Minuten (Marcos) dahinter.

Im Klassement hat Declerck als Dritter schon 6:37:24 Rückstand auf den führenden Marcos P.; dafür hat er nur knappe 2 Minuten Vorsprung auf den Viertplatzierten Rafal Sonik – zumindest das könnte noch interessant werden. Camelia Liparoti liegt mit über 32 Stunden Rückstand auf Platz 13. Wir halten weiterhin die Daumen für eine Zielankunft der KTM-Lady.

Autos: Bruderkrieg bei VW

Apropos „langsam angehen“: genau das kann Carlos Sainz nämlich nicht. Nachdem im VW-Team offenbar immer noch das Kommando „Freie Fahrt“ gilt, muss der Spanier seine deutlich zusammengeschmolzene Führung auf den Teamkollegen (oder besser: -Rivalen) Nasser Al-Attiyah mit Zähnen und Klauen verteidigen.

Auf der SP12 machte Sainz mit einem Sieg seinen Anspruch auf den Sieg deutlich, aber er holte nur 52 Sekunden Vorteil auf Al-Attiyah heraus. Damit beträgt sein Vorsprung immer noch knappe 5:20. (Die Auto-Wertung ist somit die einzige verbleibende Kategorie, in der der Führende weniger als eine Stunde Vorsprung hat).

Die Konkurrenz zerbröselt weiter – heute war wieder Guerlain Chicherit im BMW X3 an der Reihe. Ein Aufhängungsdefekt kostete ihm 90 Minuten. Dritter auf der Etappe und Gesamt war Mark Miller in seinem Race Touareg vor Stephane Peterhansel, Robby Gordon im Hummer und dem immer besser in Schwung kommenden Nicolas Misslin im JMB-Mitsubishi. Mit den Rängen 6 bis 8 (Misslin, Sousa, Terranova) und 10 (Spinelli) lieferten die Mitsubishi ein deutliches Lebenszeichen ab.

Trucks: Nummer 56 für Tschagin

Der russische Kamaz-Trucker demoliert jetzt förmlich den Gesamtrekord an SP-Siegen, mit Erfolg Nr. 56 zieht er dem bisherigen Rekordhalter Stephane Peterhansel davon. Lange Zeit wusste die Welt nichts vom heutigen Tempo Tschagins, weil sein Iritrack (das Ortungsgerät, das alle Teilnehmer mitführen) keine Signale sendete. Als er dann wieder auftauchte, war dies wie gewohnt auf Platz 1…

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