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Rallye Dakar 2010

Reaktionen auf den tödlichen Unfall

Argentinischer Staatsanwalt: Kein Verfahren wegen der Todesfälle – Walter Röhrl: "Dakar ist russisches Roulette" – der Fahrer entschuldigt sich.

In einer Botschaft auf dem Website des Teams hat der Deutsche Mirco Schultis, der in den tödlichen Unfall auf der ersten Sonderprüfung der Rallye Dakar verwickelt war, sich entschuldigt.

"Es tut mir schrecklich leid, dass es zu diesem tragischen Unfall gekommen ist. Ich möchte den Verletzten und den Angehörigen des Unfallopfers mein tiefstes Bedauern und aufrichtiges Mitgefühl aussprechen."

Das Fahrzeug mit der Startnummer 418 ist auf der SP in einer Kurve von der Straße abgekommen und in eine Zuschauergruppe geraten. Eine junge Frau ist ihren Verletzungen erlegen, vier weitere Personen sind noch im Spital.

Der Fahrer und sein Copilot Ulrich Leardi haben an der Unfallstelle sofort versucht, Hilfe heranzubringen. Das wurde ihnen auch von Augenzeugen attestiert. Vom Tod der Zuschauerin haben Schultis und Leardi erst bei ihrer Ankunft im Etappenziel erfahren und sich dann von der Rallye zurückgezogen.

Kein Verfahren

Juristische Folgen für Schultis wird der Unfall nicht haben, denn die Zuschauer haben sich in einer Sperrzone aufgehalten. Ein Rennen erfordere einen entsprechenden Umgang mit den Risken, jeder könne sich vernunftgemäß vorstellen, was in einer für Zuschauer nicht freigegebenen Zone passieren kann, wird der zuständige Staatsanwalt zitiert.

Ob es Folgen für die örtlichen Sicherheitskräfte gibt, die ihre Arbeit offensichtlich nur schlecht erledigt haben, ist nicht bekannt.

Röhrl: "Russisches Roulette"

Einer wettert gegen die Dakar, und zwar Walter Röhrl. Der ehemalige Rallyeweltmeister beziechnet in einem Interview mit der "Welt" die Marathon-Rallye als "russisches Roulette". Er sei bei der Dakar nie mitgefahren, weil es unmöglich sei, bei dieser Form des Rallyesportes das Risiko kalkulierbar zu halten. Tote würden "einfach in Kauf genommen".

Wir erinnern uns: In seiner WM-Zeit war Röhrl, gemeinsam mit seinen damaligen Kollegen, allerdings auch nicht zimperlich, wenn es um das bei manchen Veranstaltungen durchaus übliche Rennfahren zwischen "lebenden Zäunen" aus tausenden von Zuschauern ging. Das relativiert der vielleicht beste Fahrer aller Zeiten heute – er sei schockiert, wie abgebrüht und egoistisch er damals gewesen sei.

Die Dakar solle jedenfalls nur mehr durch Gebiete fahren, die dünn oder gar nicht besiedelt sind, meint Walter Röhrl. der gleichzeitig Mirco Schultis wünscht, "dass er es schafft, sich bewusst zu machen, dass es so etwas wie ein Schicksal gibt." Sich selbst die Schuld an einem Unfall zu geben, bringe niemandem etwas.

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