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Ennstal-Classic 2014

Bischoff: „Zurück geht gar nicht im Motorsport“

Klaus Bischoff ist der Direktor des „rollenden Museums“ von Porsche. Der Mann mit dem angeblich „besten Job der Welt“ im Interview.

Michael Hintermayer
Foto: Ennstal-Classic

Durch den Aufstieg von Porsche Anfang der Siebziger durch die Siege in Le Mans und natürlich rund um den gesamten Globus kam es auch zur Legendenbildung. Die Wagen, aber auch Piloten wie Derek Bell, Jackie Ickx und Stefan Bellof sind untrennbar mit der Marke Porsche verbunden. Doch auch so mancher Mechaniker schaffte es, in die Geschichtsbücher einzugehen, wie Klaus Bischoff.

Der derzeitige Leiter der Abteilung für den historischen Motorsport von Porsche, auch das „rollende Museum“ genannt, begleitet die Fahrzeuge aus dem Stuttgarter Museum zur Racecar-Trophy, wo er Einblick in sein aufregendes Leben an der Rennstrecke gab.

Herr Bischoff, Sie sind zurzeit Leiter des „rollenden Museums“, können aber auf eine lange Zeit in der Rennabteilung zurückblicken…

„Ja, ich leite derzeit die Abteilung für den historischen Motorsport und war auch beim Bau des neuen Porsche-Museums eingebunden. Angefangen hat alles im Jahr 68, als ich als Rennmechaniker zu Porsche kam. Ich war Mechaniker bei Dr. Helmut Marko, als dieser in Le Mans den Gesamtsieg holte. Danach war ich Renningenieur von Stefan Bellof in der Gruppe-C-Ära. Das war sicherlich die schönste Zeit meines Lebens. Vor allem die Zeit von 1984 bis 86 werde ich in sehr guter Erinnerung behalten. Wir haben die Langstrecken-Weltmeisterschaft gewonnen, drei Weltmeistertitel mit dem TAG-Formel-1-Motor geholt und zwei Mal die Rallye Paris-Dakar gewonnen.“

Wenn man im Internet nach Klaus Bischoff sucht, stößt man sofort auf „Der Mann mit dem schönsten Job der Welt“. Ist dies wirklich so?

„Naja, (lacht) da sieht man nur die Sonnenseite. Natürlich macht es Spaß, und das bis heute, aber es ist auch eine Menge Arbeit, die alten Wagen in Schuss zu halten.“

Waren die Gruppe-C-Wagen wirklich so gefährlich, wie man es ihnen heute nachsagt?

„Man muss das aus einer realistischen Perspektive betrachten. Es gab sehr viele Rennen damals und zwei Tote. Rennsport ist schon immer gefährlich gewesen und wird es auch immer sein.“

Waren Sie auch dieses Jahr in Le Mans?

„Natürlich. Ich war als Berater dort um mich ein wenig um unsere Jungs zu kümmern und Ratschläge zu geben.“

Ist es nach all diesen Jahren immer noch etwas Besonderes für Sie nach Le Mans zu kommen oder stumpft man mit der Zeit auch ab und betrachtet es nur noch als eines von vielen Rennen?

„Nana, das kann einem in Le Mans denke ich nie passieren. Die Begeisterung der Fans, die schiere Größe dieses Rennens und die Anspannung über 24 Stunden sind und waren etwas ganz Besonderes.“

Ist die heute eingesetzte Hybrid-Technologie für einen „alten Hasen“ wie Sie nicht etwas abschreckend?

„Ja und nein. Es ist nicht einfach die Hybrid-Technik zu verstehen, geschweige denn dies einem Laien zu erklären. Trotzdem ist es die Zukunft und es ist toll, dass wir heuer ein Rennen mit drei völlig verschiedenen LMP1-Antrieben hatten.

Wäre es nicht sinnvoller gewesen, das Gruppe-C-Reglement mit dem beschränkten Benzinverbrauch ohne Hybrid wieder einzuführen?
„Nein, keinesfalls. Das war einmal und ein Zurück gibt es nicht. Zumindest nicht im Motorsport.“

Kommen Sie gerne zur Ennstal-Classic, beziehungsweise zur Racecar-Trophy?

„Ja sicherlich. Die Landschaft, die Autos, die vielen Zuseher, die Organisation… ich bin sehr gerne hier.“

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