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Rallye Dakar 2010

Mit Mühe über'n Berg

Dünne Luft, eisige Kälte: Die Anden- und Grenzüberquerung mit Aussicht auf die Atacama stand auf dem Programm in Südamerika.

Foto: Xventure

Österreichs einziger Teilnehmer, Martin Freinademetz, bewies sich als eingefleischte Bergziege und kletterte gekonnt auf eisige 4.700m Seehöhe hinauf. Fast schon ungewollt befindet sich der Tiroler auch im Zwischenklassement im Höhenrausch und erstmals in den Top 30: Rang 29, 2h43min hinter dem führenden Cyril Despres aus Frankreich.

Nicht der Mensch, vielmehr die Maschine hatte ihre Schwierigkeiten mit der Höhe: „Dort oben konnte ich nur im ersten Gang um die Kehren fahren, dem Bike ist regelrecht die Luft ausgegangen und es hat kaum noch Leistung gebracht. Ich wollte eigentlich nur so schnell als möglich wieder runter, es war wunderschön, aber eisig kalt,“ hätte sich der ehemalige Snowboard-Profi nach diesem Ausflug in die chilenische Höhe gewünscht, auf den Rat eines befreundeten Motorradfahrers – sich am besten die Finger zu tapen – gehört zu haben.

Der Start zur Verbindungsetappe am vierten Wertungstag wurde von den Veranstaltern von 04.00 auf 05.30 Uhr zurückverlegt – viele Teilnehmer erreichten am Montag erst spät das Biwak, die Grenzüberschreitung nach Chile sollte ausgeruht stattfinden – und die gewertete Distanz von 203 auf 168km (CP3) verkürzt.

„Wenn gestern jemand spät ins Ziel gekommen ist, dann war es richtig spät. Auf der Strecke haben sich zum Teil richtige Tragödien abgespielt, sind Motoren heiß geworden und hat sich die Müdigkeit breit gemacht,“ so erklärt der 40-Jährige auch seinen 29. Platz im Zwischenklassement, „sie alle haben viel Zeit verloren und mir ist das erspart geblieben. Ich habe mich auch heute wieder brav an die Vereinbarung mit meiner Frau gehalten und wollte ganz bewusst nichts riskieren. Die Speziale war relativ unspektakulär und doch irgendwie tückisch: Unterm Sand waren immer wieder größere Steine versteckt.“

2h42min benötigte der Innsbrucker für die vierte Etappe und fährt die 51. Zeit des Tages. Der Körper ist nach vier Tagen und knapp 2.600km über Schotterpisten und Sanddünen schon ein wenig in Mitleidenschaft gezogen worden: Muskelkater in den Armen und in den Fingern, die Gelenke laufen allerdings noch wie geschmiert.

Der trockene Kommentar des Martin Freinademetz: „Dass die Dakar kein schmerzfreies Unterfangen wird, davon bin ich ausgegangen.“

483 Wertungskilometer durch ein Gebiet von Gold- und Kupferminen, eingepfercht zwischen jeweils knapp 90km Verbindungsweg, in Richtung Antofogasta warten am fünften Tag auf das schon etwas geschrumpfte Teilnehmerfeld. Mental wie körperlich fordernd, wird diese Wüstenetappe auch Martin Freinademetz neuerlich alles abverlangen.

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